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Staubbeutel purpurrot. Griffe! 1,5 mm lang, aufrecht, erst an der Spitze zurückgerollt. Kapsel breit : eiförmig.Samen 1,1 bis 1,4 mm breit, im Umkreise mit hohen, kegelförmigen Papillen (Hie und da auf lockerem,beschattetem, etwas feuchtem Boden). — f. glaberrima Beck. Pflanze in allen Teilen kahl. Kelchblätterstumpf, 5 mm lang. Staubblätter 4 bis 7. — f. sah'na Junge. Pflanze kräftig, reichstengelig, fast kahl.Stengel liegend, dichtstehend, dick. Laubblätter gross, dickfleischig, kraus, zerbrechlich (Salzform).
Hieher ferner als Unterart die subsp. apetala (Ucria) Gaudin (= S. pällida Pire, = S. Boraeäna Jord.,= Alsi'ne pallida Dum.). Fig. 598 n, o. Pflanze ausgebreitet, vielstengelig, blassgrün (leicht gelb werdend), ziemlichkleinblätterig. Stengel etwas steif. Blüten bei Sonnenschein nur halb geöffnet. Kronblätter fehlend oder nur in denersten Blüten als Rudimente vorhanden (f. brach ypetala Junger). Kelchblätter länglich-lanzettlich, zugespitzt.Staubblätter 1 bis 3 (selten 5). Honigdrüsen nicht sichtbar. Staubbeutel vor dem Oeffnen grauviolett. Griffel 0,3 bis0,5 mm lang, schon am Grunde fast horizontal abstehend. Kapsel länglich zylindrisch. Samen 0,5 bis 0,8 mmbreit, blass gelblich-braun. Am Rücken mit einer einzigen Reihe kurzer Dörnchen. III, IV. Hie und daan trockenen Abhängen, in trockenen Wäldern. — Diese Unterart ist stellenweise Charakterpflanze der sandigenKiefernwälder der Mark. Gross (Beiträge zur Flora des Maintales. Mitteil, des Bad. Landesvereins für Naturkunde1908, pag. 205) kommt nach längerer Beobachtung am natürlichen Standorte und auf Grund von Kulturversuchen zuder Ansicht, dass diese Unterart unbedingt für ein Erzeugnis des harten, trockenen Bodens zu halten sei, welche sichvon der typischen Stellaria media genau in der entgegengesetzten Richtung entfernt wie die var. neglecta, welche er-fahrungsgemäss auf lockerem, beschattetem und etwas feuchtem Boden gedeiht. Auch von dieser Unterart existierteine Salzform f. sah'na Junge. Pflanze wenig verzweigt. Stengel schwach behaart, wenig kräftig. Laubblätter klein,dickfleischig, brüchig. Kelchblätter stärker und länger behaart als an der Hauptform (Meeresstrand). Nach L o e w(Verhandl. des Botan. Vereins Brandenburg 51. Jahrg.) ist die Unterart echt kleistogam. — Ausser diesen genanntenFormen dieser äusserst veränderlichen Spezies existieren noch verschiedene jedoch schwer zu beschreibendeZwischenformen. So umsäumt im Gebirge zuweilen eine kaum 3 cm hohe Varietät die Alphütten (Brunies).Stellaria media, die Feld-Sternmiere, der Hühner- und Hennendarm, ist als weitverbreiteter Archaeophyteine der wenigen Pflanzen, welche bei uns unter halbwegs günstigen Verhältnissen das ganze Jahr hindurchblühen. Mit Vorliebe findet sich die Pflanze auf Kulturland (in Gärten gern ein lästiges Unkraut 1) und in derNähe von menschlichen Wohnungen. Im Gebirge erscheint sie fast stets in der Nähe von Almhütten, ofti-ereinigt mit Urtica urens, Veronica serpyllifolia, Poa annua subsp. supina, Stellaria nemorum (vgl. pag. 350),Chrysosplenium alternifolium, Lamium maculatum usw. Samen wurden mehrfach in den Pfahlbauten nachgewiesen.Das Kraut liefert ein gutes, saftiges Grünfutter. Früher fand es als Herba Aisines oder H. m orsus gallin aegegen Schwindsucht, Endzündungen etc. als Heilkraut Verwendung. Die Samen werden von verschiedenenVögeln _ namentlich vom Federvieh — gern gefressen. Hinsichtlich der Zahl der Staubblätter variiert diePflanze sehr stark. Von den 10 (selten sogar 11) hypothetischen Staubblättern fehlen fast stets einige (häufigeReduktion bis auf 2); einzig die var. neglecta weist regelmässig 10 Staubblätter auf. Nach einer von FriedrichReinohl (Botan. Zeitung Bd. LXI [1903], pag. 159 bis 200) veröffentlichten, auf Grund von gegen 80000untersuchten Blüten aufgestellten Statistik schwankt die Zahl zwischen 0 und 11 ; die Hauptwerte sind 3 und 5.V on Einfluss auf die Variation sind Alter und Standort. Bei jungen Pflanzen ist die Variation gering, hernachsteigt sie, um gegen das Ende zu wiederum zurückzugehen. Je geringer ferner die Beleuchtung, desto kleinerwerden Mittelwert und Variabilitätsindex. Auf gutem Boden gehen bei kräftiger Düngung die Werte in dieHöhe, auf magerem sinken sie herab. Das Aufspringen der Antheren ist nach Burck (Revue gen. Bot. XIX.] 90/) an die Anwesenheit von Nektarien am Grunde der Staubfäden gebunden. Bei eintretendem Insekten-besuch (Hymenopteren, Dipteren, Thysanopteren) erfolgt sowohl Selbst- als Fremdbestäubung, bei ausbleibendemBesuch spontane Selbstbestäubung. Nach Bateson sind die durch Kreuzung entstandenen Pflanzen etwasgrosser und schwerer als die durch Kreuzung erzeugten. Stellaria media neigt ziemlich stark zur Bildungwirtehger (bis 6 Glieder in einem Quirl) Laubblätter, wodurch dann Blattanordnungen wie bei Galium zu-stande kommen. Häufig werden auch trikotyle Keimlinge beobachtet. Ueber die Physiologie der die oberen
engehnternodien meist in Gestalt eines (seltener zwei oder noch seltener Stengel ringsum behaart) Streifensgeg lederter Haare entlang laufenden Linien sind schon verschiedene Vermutungen ausgesprochen worden
■g- =98 g, h). Die Haare selbst sind von zweierlei Art (Fig. 598 i, k). Neben den die Haarstreifen zusammen-se zen en, annähernd zylindrischen, nach oben zu nur wenig verschmälerten Haare kommen an mehreren StellenAussenseite der Kelchblätter, an den Blatt- und Blütenstielen, am Grunde der Blattspreite) solche mit einerkolbenförmigen Endzelle vor (Fig. 598k, m). Da Lundström beobachtete, dass diese Haarstreifen bei Regen-wetter stark benetzt sind und das Wasser rasch nach abwärts leiteten, schrieb er diesen Haaren dieFähigkeit zu, tropfbarflüssiges Wasser — besonders durch die Basalzellen — aufnehmen zu können. DieAussenwande der Haare sind aber stark kutikularisiert und ihr Inhalt ist in nicht besonderem Masse wasser-anziehend. Nach Jamieson (Agricultural Research-Association Glasterberry 1905, pag. 54 und Berichte derDeutschen Botan. Gesellschaft 1910. pag. 81) dagegen sollen die Haare der Aufnahme und der Assimilation