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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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Buchenbegleiter, pag. 98) und Auenwäldern, in den letzteren neben Leucojum vernum (Bd. II, pag. 309), Geum urba-num, Circaea Lutetiana, Adoxa moschatellina, Gagea lutea, Allium ursinum (Bd. II, pag. 220), Milium effusum, Carexsilvatica und remota, Arum maculatum (Bd. II, pag. 132), Polygonatum multiflorum, Galeopsis versicolor, Moehringiatrinervia, Aegopodium Podagraria, Alliaria officinalis, Cardamine impatiens usw. S. nemorum wird im frischen Zu-stande vom Vieh nicht gefressen, dagegen getrocknet gern genommen. Auch den Bienen gibt die Pflanze Nahrung.

962. Stellaria media (L.) Vill. (= S. dichötoma Georgi, = Alsine media L., = Cerastium

medium Crantz). Vogelmiere. Franz.: Morsgeline, mouron blanc, mouron des oiseaux,

bec de moineau, herbe ä l'oiseau; engl.: Chickweed, starwort; ital.: Centocchio, paperina,

budellina, centonchio, erba gallinella. Tat 104, Fig. 1 und Fig. 598 g bis o.

Weil die Pflanze von Vögeln, besonders von Hühnern, gern gefressen wird und weil ihre schlaffenam Boden liegenden Stengel Gedärmen gleichen, so heisst sie Hoonarf, Hoonarfk [vgl. dän. arve = Stellariamedia], Hänenswark, Hönerswarm (nordwestl. Deutschland), Honerknöpkes (Westfalen); Hühner-geschmielige (Oberharz), Husarbe [= Hühner-] (Gotha); Hühnasarb, Hüh nasch warm, Vogl-scharn (Erzgebirge), Hühnerschädlich (Voigtland), Voglgras, Hunnerschälch (Nordböhmen);Huhn er s cherben (Egerland), Hennendarm (Bayr.-Oesterr.), Henr-Därm (Schwäb.-Alb), Hüener-sattel, Hüenersepp, Hüenerserb, Vogeleskraut (Elsass), Vogelschrut, Hüanardarm etc.(Schweiz); Geeskraut [Gänse-] (Eifel), Gensekraut (Luxemburg). Auch mit Mausgedärmen [Kutteln"-Gedärme] werden die schlaffen Stengel verglichen, daher: Mauseküttel, Mi esekidl, Müs egehöhl (Gotha),Müsedärme (Thüringen), Mauseguddeln (Naumburg). Die Herleitung der BezeichnungMiere" (Meier"),die noch vielen anderen Alsineen und auch Galium-Arten gegeben wird, steht nicht fest: Miere (Ostfriesland),Vogel mir (Lübeck), Hönermirken (Schleswig), Vogelmeier, Meier an, Meierum, Meieroum (Riesen-gebirge), Andere Bezeichnungen sind schliesslich noch Leiskreitchen (Luxemburg), Affenreashlein[= Froschblümchen] (Krain: Gottschee), Säuserb (Elsass), Mäuseri (Unterfranken), Steerntje [stern-förmige Blüte!] (Ostfriesland). Im romanischen Graubünden heisst die Pflanze St. Ostgel (Bergün), böglda gialina (Engadin), s chento sklu (Puschlav), im italienischen Dialekt des Tessin p e v erin a und p e ver ella.

Ein- oder zweijährig, 2 bis 40 cm hoch, rasenbildend. Wurzel spindelförmig. Stengelschwach, dünn, stielrund, niederliegend oder aufsteigend, einreihig- (seltener zweireihig odergar ringsum) behaart, drüsenlos, an den untern Gelenken zuweilen wurzelnd, sehr ästig. Laub-blätter eiförmig, kurz zugespitzt, kahl oder am Grunde gewimpert, die untern gestielt, die obernsitzend, alle am Grunde abgerundet. Blüten in lockeren oder geknäuelten, wenigblütigen Trug-dolden. Blütenstiele einreihig behaart, nach dem Verblühen herabgeschlagen, zuletzt wiederaufrecht. Blüten ca. 4 mm im Durchmesser. Kelchblätter eilänglich, meist stumpflich, seltenerspitz, weiss berandet, kahl oder behaart, 3 bis 5 mm lang, so lang oder wenig länger (zuweilenauch kürzer) als die ziemlich unansehnliche Blumenkrone. Kronblätter schneeweiss (seltenergelblich oder grünlich), tief zweiteilig (Taf. 104, Fig. la), selten fehlend, (0,8) 2,8 bis 3 mm lang.Staubblätter meist 2 bis 5, selten bis 10, am Grunde mit Honigdrüsen. Staubbeutel grauviolett,rotviolett oder purpurrot. Griffel 3, aufrecht, 0,3 bis 1,5 mm lang, gegen die Spitze hin bogen-förmig auseinander weichend (Taf. 104, Fig. lb). Kapsel länglich, viel länger als der Kelch,unten gedunsen, bis über die Mitte 6-klappig. Samen rundlich, nierenförmig, rostbraun bisschwarz, (0,5) 1 bis 1,4 mm breit, am Rücken mit einer (subsp. apetala) oder 4 ReihenDörnchen besetzt. Blüht mit Ausnahme des Frostes während des ganzen Jahres.

Gemein und sehr verbreitet auf Kulturboden, wüsten Plätzen, auf Kohlenmeilern,an Mauern, Wegrändern, auf Kahlflächen der Torfwiesen, auf Waldblössen, Düngerstätten, umSennhütten, überhaupt gern in der Nähe menschlicher Wohnungen; von der Ebene bis indie alpine Region (bis 2470 m).

Allgemeine Verbreitung: Kosmopolit (auch noch in Island, Grönland, Pata-gonien, auf den antarktischen Inseln, Neu-Seeland etc.).

Aendert ab: var. typica Beck. Stengel einreihig behaart (Fig. 598h). Blütenstiele behaart. Kelchblätter 3bis 5 mm lang. Kronblätter kürzer als der Kelch. Staubblätter 3 bis 5. Honigdrüsen deutlich glänzend. Staubbeutelrotviolett. var. neglecta Weihe (= var. mafor Koch, = S. latifölia DC, = S. umbrösa Opiz, = S. ElisabethaeF. Schultz). Meist in allen Teilen üppiger. Kronblätter so lang wie der Kelch oder etwas länger. Staubblätter 10.