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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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Blüten zwitterig, in lockeren, blattlosen oder + beblätterten Trugdolden, selten einzeln.Kelchblätter 5, krautig, bleibend, zur Fruchtzeit der Kapsel anliegend (Taf. 104, Fig. 2a5Fig. 599i). Kronblätter 5, tief ausgerandet (Taf. 104, Fig. la, 3a, 4a), 2-spaltig oder 2-teilig, weiss, selten fehlend (Fig. 598 n). Staubblätter 10 (selten weniger). Griffel 3 (Taf. 104,Fig. lb). Kapsel kugelig bis ellipsoidisch, einfächerig, vielsamig (Taf. 104, Fig. lb), mit6 Klappen aufspringend. Samen rundlich-nierenförmig, besonders am Rande runzelig-körnig(Taf. 104, Fig. lc, 4c).

Die Gattung, welche mit den z. T. ziemlich grossen Blüten zwischen den beiden Unterfamilien derSileneen und Alsineen gleichsam eine vermittelnde Rolle einnimmt, umfasst ca. 85 Arten, von denen mehrereKosmopoliten (vor allem S. media) sind. Die Mehrzahl der mitteleuropäischen Stellarien (nr. 961, 964, 966,967, 968) sind der europäisch-asiatischen Waldflora zuzuzählen. S. bulbosa erscheint vereinzelt in dem Karst-walde von Istrien bis Kroatien, während S. crassifolia und Iongifolia zwei arktisch-praealpine Typen darstellen.Ueberhaupt zeichnet sich die subarktische und arktische Flora durch mehrere spezifische Arten aus, wie S.Ponojensis Arrhen., S. hebecalyx Fenzl, S. Dahürica Willd., S. löngip es Goldie, S. bore aus Bigel. undS. humifüsa Rottb. Die Stellarien haben proterandrische, homogame oder proterogyne Blüten mit halb-verborgenem Honig; letzterer wird am Grunde der Staubblätter abgesondert. Bei mehreren Arten (z. B. S. graminea,nemorum) kommen einerseits grossblütige, zwitterige und proterandrische, andrerseits kleinblütige und einge-schlechtige Formen vor. Neben Insektenbestäubung tritt häufig spontane Selbstbestäubung auf.

1. Stengel stielrund............................2.

1*. Stengel vierkantig............................ 4.

2. Grundachse mit rübenförmig verdickten Knöllchen versehen. Nur im südlichen Oesterreich

S. bulbosa nr. 963.2*. Grundachse ohne Knöllchen........................ 3.

3. Ein- oder zweijährige Kräuter. Stengel einreihig behaart (Fig. 598 h). Kronblätter höchstens solang als der Kelch oder fehlend......................S. media nr. 962.

3*. Perennierende Stauden. Stengel oberwärts ringsum behaart. Kronblätter länger als der Kelch.

S. nemorum nr. 961.

4. Kelch am Grunde kurz trichterförmig verschmälert (Fig. 5991, p)........... 5.

4*. Kelch am Grunde abgerundet ... .................... 6.

5. Kronblätter kürzer als der Kelch. Laubblätter bläulichgrün. Tragblätter meist trockenhäutig.

S. uliginosa nr. 967.5*. Kronblätter länger als der Kelch. Laubblätter saftiggrün, etwas fleischig. Tragblätter krautig.

S. crassifolia nr. 969.

6. Tragblätter krautig. Kronblätter bis zur Mitte zweispaltig......S. holostea nr. 964.

6*. Tragblätter trockenhäutig. Kronblätter bis fast auf den Grund geteilt (Fig. 599h) .... 7.

7. Stengel (oberwärts) und Blattrand von sehr kurzen Papillen (Fig. 599 e, f), rauh. Kelchblätterfrisch undeutlich nervig......................S. Iongifolia nr. 965.

7*. Stengel und Laubblätter glatt. Kelchblätter auch frisch deutlich nervig........ 8.

8. Tragblätter am Rande gewimpert. Stengel aufrecht. Laubblätter in der Regel meergrün.

S. palustris nr. 968.8*. Tragblätter am Rande kahl. Stengel schlaff. Laubblätter grasgrün . . S. graminea nr. 966.

961. Stellaria nemorum L. ( S. montana Pierrat, = S. cordäta Pierrat, = S. nemorälisSalisb., = Alsine nemorum Schreb., = Cerästium nemorum Crantz). Wald-Sternmiere.

Taf. 104, Fig. 2 und Fig. 598 f.Ausdauernd, 20 bis 50 cm hoch. Grundachse kriechend, ästig, blass, zerbrechlich,oberirdische beblätterte und unterirdische weisse, beschuppte, bis 15 cm lange Ausläufertreibend. Stengel bis 1 m lang, teils liegend, teils aufsteigend oder klimmend, stielrund,schlaff, ästig, ringsum oder zweizeilig (oberwärts drüsig-) behaart. Laubblätter dünn,gelblichgrün, 25 bis 75 mm lang und 16 bis 40 mm breit, gewimpert, am Grunde stumpfoder herzförmig, die untern (zuweilen auch die mittlem) gestielt, die obern sitzend. Blütenin armblütigen Trugdolden. Blütenstiele drüsig-flaumig, nach dem Verblühen nach ab-wärts gekrümmt. Kelchblätter eilanzettlich, stumpf, kahl oder am Grunde drüsenhaarig,6 bis 7 mm lang, schmal weiss berandet. Kronblätter weiss, tief 2-spaltig, spreizend,