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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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Tafel 104.

Erklärung der Figuren.

Fig. 1. Stellaria media (pag. 352). Habitus.

la. Kronblatt.

Ib. Längsschnitt durch die Kapsel.

1 c. Samen.

2. Stellaria nemorum (pag. 350). Habitus.

» 2 a. Kapsel mit Kelch.

3. Stellaria uliginosa (pag. 357). Blütenspross.

3a. Blüte (vergrössert).

4. Stellaria holostea (pag. 354). Habitus.

,, 4 a. Kronblatt.

4 b. Reife Kapsel.

Fig. 4c. Samen.

5. Stellaria palustris (pag. 358). Habitus.

5 a. Reife Kapsel.

6. Malachium aquaticum (pag. 348). Habitus.

6 a. Blüte ohne Perigonblätter.

6 b. Kronblätter.

6 c. Kelchblatt.

6d. Fruchtknoten mit Griffel.

,, 6e. Längsschnitt durch die Kapsel.

7. Stellaria graminea (pag. 356).

7 a. Kapsel.

als der Kelch, mit 5 an der Spitze 2-zähnigen Klappen sich öffnend (Fig. 598 a). Samenbraun, 0,4 mm breit, dicht mit schirmartigen, mit Widerhaken versehenen Papillen bedeckt(Fig. 598 d, e). Endosperm schwarz. VI bis IX.

Ziemlich häufig und verbreitet an feuchten Orten, in Gräben, Hecken, Auen,feuchten Gebüschen, in Erlenbrüchen, an Ufern, Mauern, auf feuchten Aeckern; besondersin der Ebene, vereinzelt bis in die alpine Region (im Wallis bis 2259 m).

Allgemeine Verbreitung: Europa (nördlich bis Lappland), gemässigtes Asien(östlich bis Korea, Japan, Formosa).

Aendert wenig ab: var. gläbra (Peterm.) Gurke. Rispenäste und Kelch kahl (Selten). var.arenärium (Godr.) Gurke. Pflanze niedrig (10 bis 30 cm hoch) und schwächer als der Typus. Stengel liegendoder aufsteigend. Untere Laubblätter der Blütenstengel gestielt, am Grunde abgestumpft. Blüten wenig zahl-reich (Sandfelder an der Mosel in Luxemburg).

Der gemeine Wasserdarm gehört vielerorts mit Ranunculus Ficaria, Veronica Beccabunga, Epilobiumpalustre, roseum etc., Myosotis palustris, Chrysosplenium alternifolium usw. zu den Quellbachbeständen, welchesich im Frühjahr durch ihr saftiges und zeitiges Grün bisweilen schon Ende März bemerkbar machen. Dieswird dadurch ermöglicht, weil das aus dem Erdboden fliessende Wasser eine höhere Temperatur aufweist alsdie Erdoberfläche und die Luft (Scholz). Andererseits erscheint die Art in Buchwäldern, Waldmooren und Wald-bachtälern neben Angelica silvestris, Crepispaludosa, Carex remota und pendula (Bd. II, pag. 77,98), Impatiens Nolitangere, Valeriana officinalis, Spiraea Ulmaria etc. Auch auf Schutthaufen wird Malachium aquaticum gelegentlichangetroffen, hier zuweilen in Gesellschaft von Glechoma hederacea, Ranunculus repens, Potentilla anserina undreptans, Urtica dioeca, Sinapis arvensis, Tussilago Farfara, Achillea millefolium, Artemisia vulgaris, Distelarten(um München z. B. Carduus acanthoides) etc. Die Blüten sind gvnodioecisch und werden von Dipteren,Hymenopteren, Coleopteren und Thysanopteren (Thrips) besucht. In den Zwitterblüten sind die Kronblätternach Kirchner l'/smal so lang als der Kelch, die Staubbeutel blasslila. Bei ausbleibendem Insektenbesuchkommen die Enden der Narben regelmässig mit den noch Pollen enthaltenden Antheren in Berührung. Bei denweiblichen Blüten sind die Kronblätter so lang als der Kelch, die Staubblätter gelblich und verkümmert, dieSamen sind äusserst klein (0,4 mm). Gelegentlich wurde Malachium aquaticum schon als Ueberpflanze aufWeiden konstatiert. Sie liefert (besonders für Schweine) ein gutes Futter. Von der habituell seh-nlichen Stellaria nemorum unterscheidet sich Malachium aquaticum sofort durch die 5 Griffel und die 5 gespaltenenK-lappen der Fruchtkapsel (Fig. 598 a). Nr. 960 ist eigentlich 1-jährig und wird nur dadurch zu einer mehrjährigen Art,ass die unteren geschützten Stengelglieder überwintern und im Frühjahr neue Sprosse treiben (Andree).

<-CLXTI. Stelläria 1 ) L. Sternmiere. Franz.: Stellaire, mouron; engl.: Stitch-

wort, star wort; ital.: Centocchio, budellma.

Ein- oder mehrjährige, ausgebreitete, locker aufsteigende oder dicht rasige,

bisweilen klimmende, kahle oder behaarte, an den unteren Knoten leicht brechende

Kräuter. Laubblätter gegenständig, meist zugespitzt, am Grunde bisweilen herzförmig.

') Lat. Stella = Stern; nach der Anordnung der Blütenblätter.