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die untern stumpf, gestielt, die obern kurz zugespitzt. Blüten ziemlich klein, locker trugdoldig,ziemlich dichtgedrängt. Kelch röhrig, später etwas bauchig, meist rotbraun überlaufen, dichtkurz- oder drüsenhaarig, 5-zähnig. Kronblätter länglich, verkehrt - eiförmig, vorn stumpf oderseicht ausgerandet, fleischfarben bis hellpurpurrot (sehr selten weiss), mit 2-zähnigem Krönchen.Staubblätter zuletzt fast so lang als die Kronblätter. Kapsel eirund, häutig, an der Spitzemit 4 Zähnen sich öffnend (Fig. 597 f). Samen nierenförmig (Fig. 597g). — IV bis X.
Stellenweise häufig an felsigen, sonnigen, steinigen Abhängen, auf Geröllhalden,Erdabrissen, im Krummholz, an Strassen- und Eisenbahnböschungen, vorzüglich auf Kalk-boden. Besonders in den Alpentälern (Ofenpasshöhe in Graubünden 2200 m).
In Deutschland (vgl. Verbreitungskarte Fig. 595!) wild einzig in Oberbayern (Kalvarienberg,Kälberalpelbach und gegen das Leintal bei Mittenwald, Krottenkopf bei Garmisch ca. 1850 m). Ausserdem selten
versvildert, so bei Lindau (auf See-Alluvium), Berneck im Fichtel-gebirge, in Württemberg (Eningen), im Rheingebiet auf einer Rhein-insel bei Ketsch (1894 bis 1901) und bei Wachenheim sowie inThüringen (Schlossberg bei Erfurt). In O es t err eich nur in Tirol(durch die Alpentäler nordwärts bis an die bayerische Grenze),Vorarlberg (nördlich bis Weissenfluh bei Dornbirn und Bludenz), inKärnten (im südlichen Kärnten nicht selten, z. B. um Hermagor,sehr verbreitet am Holz- und Spitzegel bis 1800 m. Nördlich derDrau nur ganz vereinzelt; östlichster Standort: Gailauen bei Villach)und in Krain (vereinzelt im äussersten Westen der Karawanken:sandige Lehne bei Weissenfeis). Fehlt in Steiermark, Nieder-und Oberösterreich, Salzburg etc. vollständig. In der Schweizziemlich verbreitet in den Tälern der Alpen und Voralpen sowieim Jura (fehlt aber in den Urkantonen vollständig).
Allgemeine Verb r ei tung: SüdwestlichesMittelmeergebiet, Gebirge von Spanien, Zentral-frankreich, Pyrenäen, Jura, Südalpen (östlich bis zuden Karawanken), Apenninen, Sardinien, Korsika.
Aendert wenig ab: var. intermedia Rouy et Foucaud.Pflanze schmächtig, mit kleinen Blüten und wenigblütigen,lockertraubigen Blütenständen (Wallis: Branson, Saillon). Seltenauch weissblühend (Wallis, Tirol). — Diese eigentlich im gebirgigenTeil des westlichen Mittelmeergebietes beheimatete Art gehörtzu den charakteristischen Erscheinungen der subalpinen wärmerenAbhänge der Alpentäler der Schweiz, von Tirol und Kärnten sowie des Schweiz. Jura. Von der Talsohle auslässt sie sich auf Kalkboden sehr oft bis in die alpine Region (bis ca. 2000 m) hinauf verfolgen, wo sie auftrockenen Abhängen gern in Begleitung von Pinus montana (überhaupt gern in der Latschenzone!), Juniperusnana, Erica, Arctostaphylos Uva ursi, Vaccinium Vitis idaea, Daphne cneorum, Silene inflata (pag. 279), Gym-nadenia odoratissima, Coronilla vaginalis, Crepis alpestris, Senecio nebrodensis, Thesium alpinum, Biscutella,Saxifraga caesia, Laserpitium Gaudini, Gentiana campestris, Leucanthemum vulgare, Teucrium montanum,Pimpinella saxifraga etc. auftritt. Nicht selten erscheint sie anStrassenböschungen, Eisenbahndämmen, Erdschlipfenals Neuansiedler und überzieht innerhalb kurzer Zeit den jungfräulichen Boden mit ihren brennendroten Blüten-haufen in grösseren Massen. Ueberhaupt scheint sich die Art immer weiter nach Norden auszudehnen (imKanton Glarus ist sie erst in den letzten 50 bis 70 Jahren [wahrscheinlich] über den Segnespass eingewandert!).In Tirol kann man diese auffällige Art durch alle Alpentäler (Fassa, Eisack, Etschtal, ganzes Vintschgau überdie Malserheide ins Inntal, Oetz-, Stubai- und Gschnitztal [soweit Kalk reicht], Inntal abwärts bis Jenbach etc.)bis an die Nordgrenze von Bayern (Ehrwald, Scharnitz und Mittenwald) verfolgen, wo sie z. B. bei Scharnitzin Gesellschaft von verschiedenen alpinen Spezies, wie Hieracium bupleuroides, Helianthemum alpestre, Kernera,Veronica saxatilis, Globularia cordifolia etc. auftritt. Die Nordgrenze verläuft etwa von Dornbirn-Bludenz-FIirsch-Fernpass-Mittenwald-Jenbach-Schmirn-Pfitsch-Taufers nach Lienz und geht dort ins Oberdrautal nach Kärnten(siehe oben) über. Im schweizerischen Jura gehört S. oeymoides der Felsenheide an und ist dort mit ver-schiedenen anderen südeuropäischen Spezies wie Helianthemum Fumana und canum, Prunus Mahaleb, Buxus,Helleborus foetidus, Linum tenuifolium, Calamintha officinalis, Sideritis hyssopifolia [selten], Ajuga Chamaepitys,
Fig. 596. Saponaria oeymoides L.Phot. Brutschy, Seon (Schweiz).