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Aendert etwas ab: f. glaberrima Ser. Stengel, Blätter und Blüten ganz kahl (Zerstreut). —f. hirsüta Wierzb. (= var. äspera Sauter, = var. hi'rta Wirtgen, var. hispida Pospich.). Pflanze reichlichkurz-behaart. — f. alluvionälis (Dumoulin) Borbäs et Wohlfarth. Kelch drüsig-rauhhaarig. — S. officinalisfindet sich mit Vorliebe an Flussufern im Weidengebüsch, zuweilen neben Epilobium hirsutum, Vicia Cracca,Scrophularia nodosa, Stellaria graminea (pag. 35"), Eupatorium cannabinum,Menta aquatica, Valeriana officinalis etc.oder auf den sandigen Flussalluvionen neben Hippophae, Myricaria Germanica, Reseda lutea, Linaria vulgaris,Barbarea vulgaris, Potentilla reptans, Medicago falcata, Plantago lanceolata, Calamagrostis epigeios, Phragmites,Equisetum variegatum, Solanum dulcamara, Oenothera biennis, Anchusa arvensis, Scrophularia canina (im Süden) etc.Andrerseits wird Saponaria officinalis zuweilen apophytisch als Kultur- oder Gartenflüchtling (auch gefüllt!)angetroffen. Ueberhaupt dürfte die Art in vielen Gegenden (z. B. Ost- und Westpreussen, Schleswig-Holstein,Mecklenburg) nicht ursprünglich sein. Die eigentliche Heimat liegt wohl wie für verschiedene andere heutein Mitteleuropa vorkommende Caryophyllaceen im Mittelmeergebiet. S. officinalis war früher offizinell (Herbaet radix Saponiariae) und wurde vielfach als Kulturpflanze (heute in Deutschland noch bei Jenalöbnitzund Heldrungen) angebaut. In der ganzen Pflanze, besonders aber in der Wurzel (3 bis 5°/o), ist ein giftiges,glykosidisches Saponin (Cm H22 On) enthalten, welches die Eigenschaft besitzt, mit Wasser stark schäumende,kratzend schmeckende Lösungen zu liefern. Letztere können wie Seifen als Reinigungsmittel für Stoffe etc.verwendet werden. Ausserdem ist die Pflanze als ein gutes Futterkraut (namentlich für Schafe) zu bezeichnen. —S. officinalis ist eine ausgeprägt proterandrische Abend- und Nachtfalter-Blume, deren Duft besonders am Abendsich stark entwickelt. Der Nektar wird wie bei Dianthus am Grunde der bis 22 mm langen Kelchröhre ab-gesondert. Als Bestäuber kommen zahlreiche Sphinx- und Macroglossa - Arten (z. B. Liguster- und Winden-schwärmer, Taubenschwänzchen), sowie Noctui'den (Eulen) aus den Gattungen Dianthoecia und Mamestra inBetracht. Die letzteren benützen den Fruchtknoten als Brutstätte für ihre Nachkommenschaft, indem siemittelst ihrer langen Legröhre die Eier in denselben bringen. Tagfalter können wegen der Kürze ihres Rüsselsden Nektar nicht ausbeuten. Ebensowenig vermag die Honigbiene zu dem Honig zu gelangen.
957. Saponaria OCymofdes^L. (-S. repensLam., S.visc6saDulac.,= Lychnis ocymoidesJessen, Smegmänthe ocymoides Kittel, Bootia ocymoides [L]. Rchb.). Rotes Seifen-kraut. Franz.: Saponaire faux-basilic, s. rose. Taf. 103, Fig. 5, Fig. 595, 596 und 59/f, g.
Fl g. 595. Verbreitungskarte von Saponaria ocymoides L. und S. pumila Janchen in den Alpen.
Ausdauernd, 10 bis 30 cm hoch. Grundachse dünn, zahlreiche niederliegende,aufsteigende oder aufrechte, dünne, nach oben gabelig - verzweigte, entferntbeblätterte,kurz- oder drüsenhaarige Stengel treibend. Laubblätter verkehrt-eiförmig bis spateiförmig,
l ) Die Pflanze wird mit dem Basilienkraut (Ocimum basilicum; vgl. dies!) verglichen.
Htgi, Flora. Bd. III. 76