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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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CCLX. Saponäria 1 ) L. Seifenkraut.

Kelch meist walzlich, selten etwas bauchig, 5-zähnig, 15- bis 25-nervig, ganz kraut-artig, ohne Kelchschuppen. Platte der Kronblätter in den linealen, zweifaltigen Nagelzusammengezogen (Fig. 597i), am Grunde mit einem zweihörnigen. Krönchen. Staub-blätter 10. Fruchtknoten 1-fächerig. Griffel 2 (Taf. 103, Fig. 4a) oder 3 (Fig.597k). Kapselmit 4 oder 6 Zähnen aufspringend, kurz gestielt (Fig. 597 c, f). Samen flach, nierenförmig(Fig. 597 d, g, n). Keimling kreisförmig gekrümmt (Fig. 597 e).

Die Gattung umfasst über 20 verschieden gestaltete (im Habitus bald an Silene, bald an Gypsophilaerinnernd), besonders im Mittelmeergebiet verbreitete Arten. Adventiv wurde S. Orientalis L. aus Griechen-land und dem Orient im Hafen von Mannheim konstatiert. Als Zierpflanze wird ausser den folgenden Artenin alpinen Anlagen gelegentlich die zierliche S. bellidifölia Sm. aus den Gebirgen Süditaliens und derBalkanhalbinsel kultiviert.

1. Blüten rot, rosa oder selten weiss ,.........,....., . . 2.

1*. Blüten gelb, zu einem kopfigen Blütenstand vereinigt. Westalpen . . . . S. lutea nr. 959.

2. Blüten gross, lebhaft rot. Kelch aufgeblasen. Dichtrasige Alpenpflanze mit 1-blütigen Stengeln.Ostalpen............................. S. pumila nr. 958.

2*. Stengel verlängert, mehrblütig.....,.................3.

3. Blüten gross, blassrosa bis weiss, in ziemlich dichten Büscheln . . . S. officinalis nr. 956.3*. Blüten klein, lebhaft rot, in lockeren Trugdolden . . ......S. ocymoides nr. 957-

956. Saponäria officinalis L. ( S. nervosa Gilib., = S. vulgaris Pall., Lychnisofficinalis Scop., = L. Saponäria Jessen, = Silene Saponäria Fries, = Boötia nervosa Gilib.,= B. vulgaris Neck.). Gemeines Seifenkraut. Franz.: Saponaire savoniere; engl.:Soapwort, hedge pink, bruise wort, bouncing bet, fuller's herb; ital.: Saponäria, saponella.

Taf. 103, Fig 4 und Fig. 597 a bis c.

Der Name Seifenkraut rührt daher, dass die zerstossenen Wurzeln, in Wasser gerieben, wie Seifeschäumen: Seif enkrottch (Krain: Gottschee), Seipfichrut (Schweiz: Aargau). Herbstnelke (Weichsel-delta) bezieht sich auf die späte Blütezeit; zu Knackblume (Schlesien) vgl. Silene inflata (pag. 279). Pinkel-neils tude (Bremen: Oberneuland) stehl wohl in Beziehung zu engl, pink = Nelke.

Ausdauernd, 30 bis 70 cm hoch. Grundachse sehr stark verzweigt, walzlich, bis-fingerdick, ausläuferartig weithin kriechend, fruchtbare und unfruchtbare Sprosse treibend..Stengel aufrecht oder aufsteigend, feinfiaumig, einfach oder oberwärts etwas ästig. Laub-blätter elliptisch bis länglich-lanzettlich, beidendig verschmälert, spitz, 3-nervig, fast kahl ram Rande rauh. Blüten etwas wohlriechend, in end- und blattwinkelständigen, grossen undziemlich dichten Büscheln. Kelch zylindrisch-röhrig, 18 bis 20 mm lang, blassgrün, zer-streut behaart, mit 5 ungleichen, kurzen Zähnen. Kronblätter blassrosa bis ganz weiss,3,5 bis 4 cm lang. Platte keilig-verkehrteiförmig, ca. 1,5 cm lang, vorn gestutzt oder etwas,ausgerandet, am Grunde mit zerschlitztem Krönchen. Fruchtknoten länglich, fast walzen-förmig (Taf. 103, Fig. 4a; Fig. 597a, b), mit 2 fadenförmigen Griffeln. Kapsel 1-fächerig, solang wie der Kelch, bei der Reife mit 4 oder 5 etwas ungleichen Zähnen sich öffnend(Fig. 597 c). Samen zahlreich, schwärzlich, kugelig-nierenförmig, wenig-zusammengedrückt,1,8 mm im Durchmesser (Fig. 597 d, e). VI bis IX.

Zerstreut -- stellenweise ganz fehlend --in Auen, im Weidengebüsch, in Hecken,an Ufern, Zäunen, Mauern, im Flussgeschiebe, auf Flussmarschen, an Strassen- und Acker-rändern, auf Feldern und Ruderalstellen; besonders in den Niederungen in der Nähegrösserer Flüsse, vereinzelt bis in die Voralpen (bis ca. 1600 m). Ausserdem hie und daaus Gärten verwildert und eingebürgert.

Allgemeine Verbreitung: Mittel- und Südeuropa (nördlich bis England und.Skandinavien), Kleinasien, Sibirien, Zentralasien, Japan; in Nordamerika eingeschleppt.

] ) Lat. säpo = Seife; vgl. oben Seifenkraut (Saponäria officinalis).