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Im Gegensatz zu andern Gattungen der Sileneen ist die Anzahl der in Mitteleuropa bisher beobachteten,spontan entstandenen Bastarde der Gattung Dianthus eine ziemlich beträchtliche, und zwar gibt es Verbindungenaus sehr entferntstehenden Gruppen (z. B. D. barbatus X superbus). Vgl. hierüber speziell die Arbeiten vonAscherson (Sitzungsberichte der Gesellschaft naturforsch. Freunde. Berlinl877), von Focke (Pflanzenmischlinge)etc. D. barbatus X superbus pflanzt sich durch Samen konstant fort. — Hieher: I.D. Armeria L. X D. del-toides L. (= D. Hellwigii Borbäs). In der Tracht D. Armeria ähnlich; unterscheidet sich aber von ihmausser durch die nichtblühenden Stengel durch die viel grösseren Blüten. Mehrfach in Deutschland und Oester-reich beobachtet. Eine dem D. deltoides näherstehende Form wird von Hayek als D. Preismänni unter-schieden. — 2. D. Carthusianorum L. X D. deltoi des L. (= D. Düf f tii Hausskn.). In Thüringen (zw. Cum-bach und Ober-Preilipp bei Rudolstadt), Westpreussen (am See von Minikowo im Kr. Tuchel), in Bayern (Meringbei Augsburg und Kaufering) und in Tirol (Tulfes) konstatiert. — 3. D. barbatus L. X D. deltoides L. (= D.Laucheänus Bolle) unterscheidet sich von D. barbatus durch die dem D. deltoides ähnlichen Blüten und dievon dichtstehenden Höckerchen kurzhaarig-rauhen Stengelblätter und Hochblätter, von D. deltoides durch dieD. barbatus ähnliche Tracht und Belaubung. Bei Berlin (Insel Scharfenberg bei Tegel) von Bolle beobachtet. —
4. D. arenarius L. X D. deltoides L. (= D. Seehausiänus Aschers.). Dem D. deltoides ähnlich, aberdurch die Gestalt der Blütenblätter und die Farbe leicht kenntlich. In Pommern (Tantow, Eichberge bei Hohen-selchow), Schlesien (Weite Mühle bei Grünberg) und kürzlich in Ostpreussen (Johannisburg) beobachtet. —
5. D. deltoides L. X D. superbus L. (= D. Jaczönis Aschers.). Aehnlich D. deltoides, aber durch dieschlankere Kelchröhre, die pfirsichblütenfarbenen, tief eingeschnittenen Kronblätter und die schwach wohl-riechende Blüte ausgezeichnet. In Brandenburg (Köpenick, Glienicke und an der Wühle bei Berlin) undMähren (Olmütz) nachgewiesen. — 6. D. alpinus L. X D. superbus L. (= D. Oenipontänus Kerner).Im Botan. Garten Innsbruck spontan entstanden. — 7. D. alpinus L. X D. deltoides L. (= D. fallax Kern.)-Wie nr. 6 in Innsbruck spontan entstanden. — 8. D. Carthusianorum L. X D. Silvester Wulfen (= D.spürius Kerner). In Nordtirol (ob Fragenstein, bei Zirl, beim Schloss Amras [ca. 1850 m], am Sonnenburger Hügelbei Innsbruck und Igls) und in Graubünden nachgewiesen. — 9. D. Carthusianorum L. subsp. vaginatusRouy et Fouc. X D. Silvester L. (= D. paradöxus Rob. Keller). Im Blegnotal (Camperio, 1200 m) kürzlichvon Annetta Keller entdeckt (vgl. Bulletin de l'Herbier Boissier. Geneve 1903, pag. 383). — 10. D. Carthusi-anorum L. x D. arenarius L. (= D. Lücae Aschers.). Durch den etwas lockeren Blütenstand und dierosaroten, zerschlitzten Kronblätter leicht kenntlich. Mehrfach in Brandenburg, Posen, Pommern, Ost- undWestpreussen sowie in Schlesien (Grünberg, Kontopp) beobachtet. — 11. D. barbatus L. X D. superbus L.{= D. Courtoi'sii Rchb., = D. Leitgebii Reichardt, = D. Wölfii Vetter), In Pommern (Buddenhagen beiWolgast), Brandenburg (Finkenkrug bei Nauen), im Harz (Selketal), in Baden (Schlossberg bei Freiburg i. Br.),Niederösterreich (im Klostergarten Göttweig spontan entstanden!), im Vorarlberg (nach Murr in einem Gartenin Hohenems entstanden) und in der Schweiz (Malagnou bei Genf, Croisettes bei Lausanne und Chur). —12. D. Armeria L. X D. superbus L. (= D. Zschackeänus Aschers, et Graebner). Tracht eines sehrlockerblütigen D. Armeria, aber durch die fingerförmig eingeschnittene Platte leicht zu unterscheiden. Kelch-schuppen schmal. Bei Magdeburg (im Hackel) beobachtet. — 13. D. Carthusianorum L. X D. superbus L.(= D. Huebneri Seehaus). Von nr. 10 besonders durch die Blütenfarbe unterschieden. In Pommern (Gollnow)beobachtet. — 14. D. Seguierii Vill. X D. Silvester Wulfen (== D. Mammingiörum Murr). Kürzlich(15. Juli 1906) von Murr in Südtirol (zw. Covelo und der Reichsstrasse vor Vezzano) zwischen den Stamm-eltein entdeckt (vgl. Allgem. Botan. Zeitschr. 1907 pag. 23). — 15. D. speciosus Rchb. X D. barbatus L.(= D. Fritschii L.Keller). Im Jahre 1896 von L.Keller am Burgstall bei Mauterndorf in Salzburg unterdem dort massenhaft vorkommenden D. speciosus (D. barbatus wird in Mauterndorf in Gärten kultiviert) auf-gefunden (vgl. Oesterr. Botan. Zeitschr. 1896 nr. 11). — 16. D. barbatus L. X D. MonspessulanusL.(= D. Mtikii Reichardt). Im Küstenland (bei Görz) beobachtet.— 17. D. barbatus L. X D. Caryophyllus L.(— D - Gizellae Borbäs). Im Jahre 1877 spontan im Garten der Franziskaner in Hall entstanden. —18- D. Caryophyllus L. X D. Chinensis L. (= D. Gremblichii Aschers.). Wie nr. 17 im gleichen Jahreund am gleichen Orte entstanden. — 19. D. callizönus Schott et Kotschy X D. neglectus Loisel.\ = D - cal 'izonoides Sündermann). Kürzlich im Alpengarten von Sündermann in Lindau i. B. zwischen denStammarten spontan entstanden (Allgem. Botan. Zeitschr. 1906, pag. 91). — 20. D. plumarius L. X D.caesius L. (= D. Domini Hegi). Kürzlich in 2 Formen (f. floribünda und supercaesius Domin) vonDomin im botan. Garten der böhm. Universität in Prag als spontan entstanden beobachtet worden. — Unsichersind aus Mitteleuropa: D. caesius L. X arenarius L. (angeblich im Kr. Birnbaum in Posen), D. SeguieriiVill. X D. Monspessulanus L. (= D. värians Rouy et Fouc.) aus Tirol und D. Krasänii Kern. (Ueberdie beiden letzteren Arten vgl. Dalla-Torre und Sarnthein, Flora von Tirol und Vorarlberg,Bd. II, pag. 209). — Zahlreiche weitere Dianthus - Bastarde sind aus Frankreich, Italien, Kroatien, Ungarn )Siebenbürgen etc. bekannt.