Druckschrift 
3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
Entstehung
Seite
339
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

339

Kelchschuppen 4- bis 6, krautig, rundlich-eiförmig mit kurzer Stachelspitze (Fig. 593b), trocken-häutig berandet, so lang als die kahle, (18) 25 bis 26 mm lange Kelchröhre. Letztere nur 3 bis4 mm breit, nach oben zu deutlich verschmälert, blass oder doch nur schwach violett gefärbt(bei D. caesius fast gleichstark und stets violett gefärbt!). Kelchzähne schmal lanzettlich,allmählich zugespitzt, zweimal länger als breit. Kronblätter am Schlünde meist gebartet. Platte13 bis 14 mm lang und 11 bis 12 mm breit, bis auf die Mitte fast ringsum handförmig-zerschlitzt,plötzlich in den Nagel zusammengezogen, das ungeteilte Mittelfeld verkehrt-eiförmig. Nagelbis fast 25 mm lang, mit 3 schmalen, angedrückten Leisten versehen. IV bis VII.

Zerstreut an sonnigen steinigen Abhängen, an buschigen Hügeln, Felswänden; vonder Ebene bis in die Voralpen des östlichen Oesterreichs. Nur auf Kalk.

Fehlt wild in Deutschland und in der Schweiz vollständig. In Oesterreich vereinzelt in Nieder-österreich (Kalkfelsen bei Mödling, auf dem Anninger etc.), in Oberösterreich (um Weyer, Hopfing, bei Steyr, an derSteyerling, in der Posterlucken, am «5%^-'

Schracken, Hinterstoder), in Steier-mark (siebe subsp. Hoppei), inKärnten (Südseite der RabensteinerFelsen im LavanttaI,Hochosterwitz600 m, Gmeineck ca. 1900 bis"3400 m), in Böhmen (nur bei Raud-nic, nörlichsterPunkt!) undMährenI l'ollauer und Nikolsburger Berge).Für Krain und Salzburg sehrzweifelhaft. Ausserdem gelegent-lich angepflanzt oder als Garten-llüchtling verwildert.

Allgemeine Ver-breitung: SüdöstlichesEuropa (östlich bis Nord-Italien, Steiermark, Ober-österreich und Böhmen).

Fifr. 593. Dianthus plumarius L. a Habitus (» natürl. Grösse), b Kelchschlippe,plumarius L., welcher fast alle Monspessulanus subsp. Sternbergii Pari. c Habitus ('/s uatürl. Grösse).Federnelken (auch D. arenarius rf Kelchschuppe.

und Monspessulanus) umfasst, ist, wie Hayek mit Recht hervorhebt, für eine bestimmte Form der Feder-nelken kaum anwendbar (Vgl. auch Vierhapper. Schedae nr. 3234, 3236 und 3237). Andererseits mussdarauf hingewiesen werden, dass verschiedene niederösterreichische Fc.lernelken sich von D. serotinus Waldst. etKit. nur schwer unterscheiden lassen. Von den wichtigsten Formen mögen genannt sein: 1. subsp. Höppei(Portenschlag) Hegi (= D. plumarius Maly). Laubblätter unbereift oder kaum bereift, 1 bis 1,5 mm breit,s- bis 7-nervig. Kelchschuppen 4, 1 /t bis 1 U so lang als der etwa 3 cm lange, schmal zylindrische Kelch.Bluten stets heller oder dunkler rot (niemals rein weiss). Platte vorn bis zu etwa Y s unregelmässig feinzerschlitzt. Nägel den Kelch nicht überragend. Kapsel zylindrisch, kürzer als der Kelch. Mehrfach inSteiermark beobachtet. 2. subsp. bländus (Rchb.) Hayek. Laubblätter lebhaft-blaugrün. Stengelblätter kürzer. die Rosettenblätter. Kelchschuppen eiförmig. Nägel der Krone den Kelch weit (bis 5 mm) überragend. Platteau /8 unregelmässig fein zerschlitzt, hell rosafarben, am Grunde dunkler gebartet. In Steiermark und in Ober-reich m de r Krummholzregion und im Felsschutt der Kalkalpen mehrfach konstatiert; wohl auch in Salzburg( ungau) 0 . subsp. Neil refchii Hegi (= D. plumarius Neilr.). Laubblätter stets bereift und die Kelchröhre etwasbreiter als bei der subsp. Hoppei und Kronplatte nicht so fein zerschlitzt, hellrot oder hellrosa. Hieher die Pflanzena eisen in der Mödlinger Klause und auf dem Anninger in Niederösterreich. D. plumarius wird sehrt in Garten (hier auch in einer gehärteten f. hortensis hört.) kultiviert (Fig. 591 c), aber meist mit D. caesiuszusammengeworfen. Von der letztern Art unterscheidet sich D. plumarius unschwer durch die tiefer einge-schnittenen Kronblätter, durch die blassen oder doch nur schwach violett gefärbten Kelche und die sehr starkriechenden, im Freien meist weissen Blüten (bei D. caesius sind die Blüten ziemlich tief rosa und kaum riechend 1).Näheres bei Domin. Allgem. Botan. Zeitschrift Bd. X11I (1907) pag. 114 und Vierhapper. Oesterr. Botan.Zeitschrift Bd. LI, 1901. Auch blüht nr. 952 4 Wochen später als D. caesius.