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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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953. Diatlthus serötinus Waldst. et Kit. (= D. plumarius L. ß serotinus Koch, = D.plumarius Borbas). Spätblühende Nelke. Fig. 591a bis c.Ausdauernd, 20 bis 30 cm hoch, bläulich- oder grasgrün. Grundachse vielköpfig, rasig.Stengel am Grunde aufsteigend, etwas schlaff, walzlich (nicht vierkantig); armblütig, grasgrün.Laubblätter steif, schmal-lanzettlich, dem Stengel + angedrückt, 1,5 bis 2 mm breit, grasgrün(höchstens die jüngeren grundständigen Blattbüschel etwas bläulich bereift), am Rande fein-zähnig. Kelchschuppen 4 bis 6, eiförmig, vorn abgerundet und nur kurz bespitzt (Fig. 594 c),V* bis l /s so lang als der Kelch. Kelchröhre 25 bis 27 mm lang, bis 3 mm breit, oberwärts ver-schmälert, gestreift, niemals violett. Kelchzähnespitz. Blüten weiss, schwach duftend, wenigbärtig. Platten nur vorn feinzähnig zerschlitzt, inden Nagel lang-keilförmig verschmälert, etwaJ /2 so lang als die Kelchröhre. Kapsel weniglänger als der Kelch (Fig. 594b). VII bis X.

Fig. 594. Dianthus serotinus Waldst. et Kit. « Habitus ('/3 natürl. Grösse).b Fruchtkapsel mit Kelch, c Kelchschuppe.subsp. Lumnitzeri (Wiesbauer) Hegi.d Habitus (V 3 natürl. Grösse), e Kelchschuppe. Dianthus arenarius L./ Habitus ('/8 natürl. Grösse).

Selten auf sandigen Hügeln,grasigen Stellen, in Heidenniedriger Gegenden. Nur inNiederösterreich.

In Niederösterreich imMarchf elde stellenweise sehr häufig, sobei Wolkersdorf, Schönkirchen, Ober-Weiden, Gänserndorf, Markgraf-Neu-siedel, Siebenbrunn, Loimersdorf,Lassee). Fehlt heute sicher in Mähren(früher bei Wsetin angegeben) und inKrain; häufig jedoch im ungarischenTieflande.

Allgemeine Verbrei-tung: Südöstliches Europa(von Volhynien, Rumänien undBulgarien durch den Banat,Siebenbürgen und Ungarn bisN iederösterreich).

Hieher auch subsp. Lumnitzeri(Wiesbauer) Hegi (=D.virgineusLum-nitzer nee L.). Fig. 594 d, e. Pflanze bis20 cm hoch, rasig. Stengel etwasabgerundet-vierkantig, meist 1-blutig.Kelchschuppen 4, geschweift zuge-spitzt (Fig. 594 e), seltener nur bespitzt,1 /i bis */b so lang als die etwas er-weiterte (bis 4 mm lange) Kelchröhre.V", VI. In Niederösterreich auf steini-gen Stellen der Hainburger Bergeund bei Braunsberg. Diese Nelke

wird, wie auch Vierhapper (Floraexsiccata Austro-Hungarica nr. 3236) annimmt, wohl am besten als frühblühende Felsenform von D. serotinus betrachtet.Ebenso dürfte der etwas dubiöse D. Hungäricus Pers. nur eine einblütige Form des D. serotinus darstellen.In Niederösterreich gehört D. serotinus zu den charakteristischen Pflanzen der Sandnelkenflora, welche sich imMarchfelde namentlich zwischen Gänserndorf und Siebenbrunn, sowie gegen Ungarn zu ausbreitet. Als weitereBestandteile dieser Formation kommen in Betracht: Andropogon ischaemum, Tragus racemosus (Bd. I, pag. 186),Weingaertneria canescens, Koeleria glauca (Bd. I, pag. 282) und gracilis, Eragrostis pilosa, Poa compressa, Festucaovina subsp. vaginata (Bd. I, pag. 333), Festuca Vallesiaca subsp. sulcata, Carex nitida (Bd. II, pag. 87), Gageapusilla (Bd. II, pag. 212), Muscari racemosum, Corispermum nitidum (pag. 253), Polycnemum arvense (pag. 212),Herniaria hirsuta, Holosteum, Cerastium semidecandrum (pag. 365), Tunica saxifraga (pag. 316), Silene conica(pag. 281), Erophila verna, Rapistrum perenne, Berteroa incana, Reseda luteola, Viola rupestris, Euphorbia Cypa-rissias und Gerardiana, Peucedanum Oreoselinum, Seseli Hippomaratbrum, Falcaria Rivini, Eryngium campestre,Potentilla cinerea, Coronilla varia, Astragalus Onobrychis, Anchusa angustifolia, Salvia nemorosa, Marrubiumperegrinum, Teucrium montanum, Veronica triphyllos, Plantago arenaria, Inula ensifolia, Artemisia Scoparia undcampestris, Helichrysum arenarium, Achillea setacea und collina, Hieracium Pilosella etc.