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Tisch bei Frankfurt a. O., Krossen, mehrfach im Odergebiet bei Freienwalde etc.) und in Posen (Gdrkasee beiMoschinund Lucin im Kr. Schrimm, Kr. Birndamm). Fehlt aber in Pommern, Ost- und Westpreussen sowie im ganzen Nord-westen. In O esterreich sehr vereinzelt in Böhmen (Beraun tal, Teplitz.Saaz, Polzengebiet, im Mittelgebirge auf demBerge Bofen[„BoJennelke u ],auf demSchladniger- undHora-Berge, gegenüber dem Ziegenberge), in Mähren (Kronau,Alexowitz bei Eibenschitz auf Konglomeratfelsen), in Oberösterreich (angeblich im Veilcheltal bei Windischgarsten)und in Vorarlberg (bei Bregenz, Hohenems [hier kaum ursprünglich!] und angeblich im Gargellental). In derSchweiz besonders im Jura (wild östlich bis in den Aargau). Stellenweise vielfach als Ueberrest ehemaliger (z.T.noch aus den Burggärten des Mittelalters stammend) Kultur oder absichtlich auf Mauern, Felsen, bei Kapellen oder inWeinbergen gepflanzt, so z B. mehrfach im fränkischenJura(Hauseck[gefüllt], Oberhirschbach, Graf enberg, am Schloss-felsen zu Hipolstein, Schlöttermühle, Schiradorf etc.), in Baden (Stadtmauer und Weinberge bei Wertheim a. Main,Weinbergsmauern bei Ettlingen), in der Schweiz (Weinberge ob St. Margarethen, Berneck, Rheineck, Bremden, Wolf-halden, Walzenhausen, Wildlingen, Ruine Iberg bei Wattwil, zwischen Oetweil und Würenlos, Bachsertal und Regens-berg im Kanton Zürich, Irchel ob Dättlikon, Schlossfelsen Burgdorf, Dornacher Schloss [1858] etc.). Eine strengeUnterscheidung zwischen ursprünglichem Vorkommen und einstiger Anpflanzung ist in Mitteleuropa kaum möglich.
Allgemeine Verbreitung: Westliches Europa (von England, Frankreich, Belgiendurch Mitteleuropa bis Böhmen und Mähren).
Aendert wenig ab: var. inci'susMert. et Koch. Kronplatten bis zur Mitte eingeschnitten; daher imgetrockneten Zustand von D. plumarius kaum zu unterscheiden! — var. fläccidus (Fieber) Gren. et Godr.Laubblätter schlaff. — var. biflörus Lüscher (1898). Stengel stets 2-blütig. — var. pulchellus (Pers.)Williams (= var. montänus Gaud.). Niedrige Form mit sehr kurzen, steifen, zugespitzten, rauhen Grundblättern,und gleichfalls sehr kurzen, aufrechten Stengelblättern. — D. caesius ist namentlich für den ganzen Jurazug,wo die Art mit Vorliebe an steilen, oft kaum zugänglichen Felswänden (besonders in südlicher oder süd-westlicher Exposition) auftritt, eine auffallende Erscheinung. Im westlichen und mittleren Teil des SchweizerJura erscheint sie an felsigen Steilhängen gern in Begleitung von anderen, zum grossen Teil auch xerophilgebauten Felsenpflanzen, wie Draba aizoides, Thlaspi montanum, Kernera saxatilis, Arabis alpina und Turrita,Coronilla montana und vaginalis, Saxifraga aizoon, Laserpitium Siler, Seseli montanum, Bupleurum longifolium,Athamanta Cretensis, Libanotis montana, Valeriana montana und tripteris, Globularia cordifolia, Hieracium scorzo-nerifolium, bupleuroides, amplexicaule und humilis, Saponaria ocymoides (pag. 345), Rumex scutatus (pag. 183), Carexhumilis, Melica ciliata, Sesleria caerulea, Festuca ovina subsp. glauca, Thesium Bavarum (pag. 153), Cotoneastervulgaris und tomentosa, Aroniarotundifolia, ErinusaIpinus,Campanulapusilla, Primula Auriculaetc., also eine eigen-artige Mischung von alpinen und südlichen Formen. In der schwäbischen Alb (Donauabhang bei der RuineFalkenstein) sind von Begleitpflanzen zu nennen: Biscutella levigata, Allium montanum (Bd. II, pag. 221), Carexhumilis (Bd. II, pag. 99), Melica ciliata, Polygonatum officinale, Sisymbrium Austriacum, Alyssum montanum,Leontodon incanus, Draba aizoides, Saxifraga aizoon, Cytisus nigricans, Coronilla vaginalis, Hieracium humile,bupleuroides etc. Die alpinen Arten treten stark zurück, dafür sind einige pontische hinzugekommen. Imfränkischen Jura endlich (Felshänge bei Eichstätt in Mittelfranken, 450 bis 520 m) findet sich D. caesius nachSchwertschlager auf dem Dolomit des mittleren Weissen Jura neben Festuca ovina subsp. glauca, Alyssummontanum, Erophila verna, Teucrium montanum und Chamaedrys, Sedum album, Polygala chamaebuxus,Androp^gon Ischaemum (Bd. I, pag. 182), Leontodon incanus, Globularia vulgaris, Stachys rectus, Erysimumcrepidifolium, Asperula galioides, Anemone Pulsatilla, Thlaspi montanum; die alpinen Vertreter fehlen hieralso gänzlich. Während diese Art in der Schweiz und Süddeutschland fast ausschliesslich auf Jurakalk oderkalkreiche Molasse (Bodenseegegend, Isartal bei München) beschränkt ist, erscheint sie in Mitteldeutschland— besonders in der Bergregion — auf dem verschiedenartigsten Gestein, so auf Rotliegendem, Tonschiefer,Syenit (im Plauenschen Grunde bei Dresden mit Cotoneaster, Aster Amellus [einziger Standort dieser Artin Sachsen!], Asperula cynanchica und galioides, Stachys rectus und Germanicus, Anthericum ramosumund Liliago, Allium montanum, Andropogon Ischaemum etc.), Basalt, Phonolith (in den Sudetenländern nebenWoodsia Ilvensis, Aster alpinus, Saxifraga Aizoon und decipiens, Alyssum saxatile etc.) und in Norddeutschlandendlich im Gebiete der Oder auf dem mergelhaltigen Boden der „pontischen Hügel". Am letzteren Orteverhält sich D. caesius ganz ähnlich wie das im übrigen Deutschland sonst auch auf Felsen wachsendeA. montanum (Ascherson). Pflanzengeographisch wird diese Art — wie auch Drude annimmt — ambesten der westeuropäischen Bergwaldflora zugezählt, welche sich — ähnlich wie Digitalis purpurea — ostwärtsbis in die Bergwälder der Sudeten verfolgen lässt. — D. caesius wird in Gärten in zahlreichen Formen (auchgefüllt) unter der Bezeichnung „Schottische, Pfingst- oder Federnelke" besonders als Rabattenpflanze ver-wendet (Fig. 591a, b). Als Xerophyt (schmale Blätter mit Wachsüberzug!) ist sie aber gegen Feuchtigkeitziemlich empfindlich. Sehr oft wird sie auch auf Gräber (vgl. pag. 277) oder in Ortschaften auf Mauern(zuweilen mit Arabis albida!) gepflanzt (siehe oben!). Wie verschiedene andere Nelken hat D. caesius gyno-dioezische Blüten. Betreffend die Unterschiede der ähnlichen Feder-Nelke (D. plumarius) vgl. pag. 339.