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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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sowie im Stangalpenzuge auf dem Eisenhut), Salzburg (Preber, Speyereck, Pleisnitzkogl und Weisseck [2700 m],im Lungau, Radstädter Tauern, Schwarzkopf, Stubneralpe bei Wildbadgastein, Fusch, Zwing bei Zell am See,Saalfelden, Radhausberg etc.), Kärnten (Urgebirge der Zentralkette: Grossglockner, Pasterze, Heiligenblut, Malnitzer-tauern, Mölltaler Alpen, Goldberg, Laschaun etc.) und Tirol (mehrfach in den Zentralalpen: Samnaun, Stilfser-joch (2758 m), Oetz-, Gschnitz-, Wattental, Brenner [Hühnerspiel, 2270 bis 2720 m], Zillertaleralpen, um Brixen,Taufers, Prettau, Venediger, Dorferalpen, Kartal, Kais, Lesacbalpen, Pustertal; vereinzelt auch am MonteTonale in der Adamellogruppe, Bocco di San Valentino, Monte Magiassone, Schiern, Rodella); jedoch nicht inOber- und Niederösterreich, Krain und Küstenland. In der Schweiz nur im östlichen an Tirol und ans Veltlinangrenzenden Graubünden (Sampuoir, Alp da Sterlas, Alpen von Schieins, Piz Padella 2860 m, Sesvenna, ValLischanna, Piz Minschun im Unterengadin, Umbrail, Ofen, Lavirums, Casanna [2985 m], Piz Murteröl bei Scanfs,ob Samaden, Silvretta, Piz Alv im Berninagebiet, Aroser Weisshorn und Brüggerhorn bei Arosa, Parsenner Furka beiDavos, Bergünerstöcke: Laiets und Tinzener Ochsenalp). Auch um Bormio, Livigno, Braulio und Monte Sobratka.Allgemeine Verbreitung: Oestliche Alpen (von Salzburg und Steiermark bisins Oberengadin und Veltlin), Karpaten (von der Tatra bis nach Siebenbürgen); vgl. Fig. 589.

D. glacialis ist eine typische hochalpine Urgebirgspflanze der östlichen Alpenkette, welche sich vonandern alpinen Nelken leicht durch die relativ sehr langen, die Blüte nicht selten überragenden Basal- undStengelblätter und Kelchschuppen unterscheidet. In Tirol (Hühnerspiel) erscheint sie in dem Rasen von Agrostisalpina und Carex curvula neben Primula minima, Gentiana brachyphylla, Carex rupestris, Anemone sulphurea,Potentilla grandiflora, nivea und frigida, Trifolium alpinum, Pleurogyne Carinthiaca, Doronicum glaciale, Saussureaalpina etc. Eine besonders hochwüchsige, oft 2- und 3-blütige Form (mehrfach im Glocknergebiet beobachtet)wird als var. Buchneri Dalla Torre unterschieden. Von Bilek wurden in der Brennergruppe (Wolfendorn)weissblühende Exemplare konstatiert.

949. Dianthus neglectus 1 ) Loisel. ( D. alpinus All., D. glacialis Seringe). Ver-nachlässigte Nelke. Fig. 590e bis g und Fig. 589.

Ausdauernd, 4 bis 12 cm hoch, rasig. Grundachse kurz, mehrere Blattbüscheltreibend. Stengel kahl, aufrecht, 2 bis 3 Blattpaare tragend, 1- bis 3-blütig. Laubblätterlineal, nach der Spitze zu nicht verbreitert, dünn, steiflich, blaugrün, unterseits meist mit3 deutlich hervortretenden Nerven, am Grunde nur wenig verwachsen, die grundständigenrelativ lang, zu Rosetten gehäuft. Kelchschuppen steif, + krautig, selten trockenhäutig,lebhaft gefärbt, aus eiförmigem Grunde allmählich in die Spitze verschmälert, fast so langals die Kelchröhre. Kelch verhältnismässig breit, kurz, häufig purpurviolett gefärbt. Kelch-zähne bleich, trockenhäutig, steif. Kronblätter sehr gross (fast stets grösser als beiD. alpinus), purpurrot, unterseits grünlichgelb. Platten am Rande sich nicht berührend,zur Nachtzeit sich schliessend. VII.

Sehr selten auf Alpen von Tirol (einzig auf der Alpe La Denna im Tovel-Tale ander Brenta-Kette in Nonsberg. Hier 18/0 von Josef Loss entdeckt). Fehlt in der Schweiz(nicht am Umbrail) vollständig.

Allgemeine Verbreitung: Oestliche Pvrenäen, Seealpen, Piemont, Dauphine,Vaucluse und Nonsberg.

D. neglectus ist eine ziemlich veränderliche westalpine Art, welche in ihrem Habitus ganz den Ein-druck eines einblütigen Gebirgsexemplares von D. Seguierii macht. Nach Vierhapper (Zur Systematik undgeographischen Verbreitung einer alpinen Dianthus-Gruppe, k. k. Akademie der Wissenschaften in Wien,Bd. CVII, 1898) gehört D. neglectus überhaupt in die Verwandtschaft der Glauci (dahin zählt auch D. Seguierii)und nicht zu den Alpini. Jedenfalls handelt es sich um eine mit D. Seguierii zunächst verwandte, in An-passung an die hochalpinen Vegetationsverhältnisse entstandene Art. Denn überall, wo D. neglectus im Hoch-gebirge vorkommt, findet sich in niederen Lagen auch D. Seguierii. Was die Alpini (D. alpinus, glacialis, sur-sumscäber Borbas in Albanien, nitidus in den Kalkgebirgen der nördlichen Karpaten, microlepis Boiss. imBalkan, Freynii Vandas in der nördlichen Herzegowina und gelidus Schott, Nymann et Kotschy aus Sieben-bürgen) selbst anbetrifft, so bilden sie eine Gruppe gut umgrenzter Arten, welche namentlich im Gegensatzzu vielen anderen alpinen Dianthi (D. Sternbergii, Silvester) mit zu derzeit lebenden Formen der Ebene keineoder doch nur sehr lockere Beziehungen aufweisen. Jedenfalls handelt es sich um sehr alte Typen, welchesich bereits in der Tertiärzeit aus einer gemeinsamen Stammart herausentwickelten und uns heute scharf

') Lat. = vernachlässigt, übersehen. Die Art wird leicht verwechselt.