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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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unbeständig. Von der Ebene bis in die Alpentäler (Casaccia am Malojapass in Graubünden,1600 m). Besonders auf schwerem Boden.

Allgemeine Verbreitung: Süd- und Mitteleuropa (nördlich bis Dänemarkund Schweden), Nordasien, Orient, gemässigtes und zentrales Asien, Himalaya, Indien,Korea; in Nordamerika, Australien und Neu-Seeland eingeschleppt.

Aendert ab: var. typica Beck. Kronblätter kaum 20 mm lang, etwa 1 /s, länger als der Kelch. Nägelnicht deutlich sichtbar, Platte vorn meist abgerundet. Kanten des Kelches bis zur Spitze grün und hier schmalhäutig berandet oder bei der f. nöbilis A. Schwarz an der Spitze purpurn und daselbst breit-weisshäutigberandet. var. grandiflöra (Jaub. et Spach) Celak. (= Saponaria Vaccaria L. ß grandiflöra Fisch.). Kron-blätter 20 bis 23 mm lang und 5 bis 6 mm breit, fast um die Hälfte länger als der Kelch, Nägel deutlich ausdem Kelch herausragend. Platte 6 bis 8 mm lang, ausgerandet oder ausgeschweift (Besonders im Süden). Die var.Sauteri (Wohlfarth), welche für Tirol angegeben wird, ist zu streichen. Diese prächtige, ursprünglich wohlsüdeuropäische oder asiatische Art wird vielfach mit russischem Getreide oder Rotklee, mit ostindischem Weizenoder mit Luzerne eingeschleppt und findet sich deshalb als Archaeophyt meist aber nur vorübergehend in Getreide- oder Kleefeldern, zuweilen mit Delphinium Consolida, Scandix Pecten Veneris, G'aucalis dau-coides, Bifora radians, Agrostemma Githago (pag. 273), Centaurea Cyanus, Neslea paniculata, Silene Gallica(pag. 282) etc. Ausserdem wird sie gelegentlich auf Getreideverladestellen der Eisenbahnen, bei Mühlen, anBahndämmen, auf Schutt etc. verwildert angetroffen. V. pyramidata repräsentiert eine schwach proterogyneTagfalterblume, welche am Grunde des Kelches nur wenig Honig absondert. Durch die oben stark verengteKelchröhre werden die Kronblätter und die Geschlechtsorgane, wozu auch die Falten der Kronblätter beitragen,so verschlossen, dass nur der Schmetterlingsrüssel zum Nektar vordringen kann.

CCLIX. DiänthllS *) L. Nelke. Franz.: CKillet; engl.: Pink und carnation;

ital.: Violine a mazzetti, viola, garofano.

Ein- oder meist mehrjährige Kräuter mit schmalen, grasartigen, oft blaugrünen, amGrunde scheidenartig verwachsenen Laubblättern. Blüten zwitterig, einzeln, in Büscheln oder± lockeren Dichasien. Kelch röhrig, 5-zähnig, krautartig, mit Aussenkelch; letzterer aus 2 oder3 Paaren schuppenförmiger, begrannter Vorblätter (Kelchschuppen) bestehend. Kronblätterdunkelrot bis rosa (selten weiss oder gelb), plötzlich in einen langen, meist mit Flügelleistenversehenen Nagel verschmälert (Taf. 102, Fig. 4 a, 6 a), ohne Krönchen. Platte wagrechtabstehend, vorn ganzrandig, gezähnt bis gefranst. Staubblätter 10. Narben 2. Kapsel1-fächerig (Fig. 583 e), sich mit 4 nach auswärts sich krümmenden Klappen öffnend (Fig. 583 d),bei der Reife nicht zerreissend. Samen flach, oval oder länglich, schalenartig. Keimlinggerade, das Nährgewebe teilend (Taf. 102, Fig. 3 b, 3 c).

Die Gattung umfasst eine grosse Zahl (ca. 270) von Arten, deren Artberechtigung allerdings sehrverschieden beurteilt wird. Das Verbreitungszentrum liegt im Mittelmeergebiet, von wo einzelne Spezies bisMitteleuropa (D. Seguieri, caesius), durch Sibirien bis Japan und durch Abyssinien bis ins Kapland ausstrahlen.Dem endemisch-alpinen Florenelement gehören D. Silvester sowie die hochalpinen D. alpinus, glacialis undneglectus an, dem pontischen D. plumarius, serotinus und arenarius.

Fast alle einheimischen Dianthus-Arten (ausgenommen D. superbus) sind trockenheitliebend und zeigeneinen + xerophilen Habitus. Einzelne Arten (z. B. D. caesius, Tergestinus, plumarius) erscheinen durchWachsüberzug bläulich. Die proterandrischen Blüten sind in der Regel gross, schön und auffällig gefärbt.Da der Nektar im Grunde der Kronröhre abgesondert wird, ist er nur Faltern (zuweilen sogar nur den lang-rüsseligsten Schwärmern) zugänglich. Dadurch dass die äussern Staubblätter zuerst verstäuben und sich dabeietwas über die Blüte erheben, werden zum Honig 5 Zugänge geschaffen (Fig. 583 g). Die Nägel der Kronewerden durch die derben, gegen Hummeleinbruch schützenden Kelchschuppen sowie durch den festen, kahlen Kelchzu einer langen Röhre zusammengehalten. Die meist schildförmigen, ziemlich flachen, zuweilen mit einemFlügelrand ausgestatteten Samen sind einigermassen der Verbreitung durch den Wind angepasst. Von Ab-normitäten werden gelegentlich Durchwachsungen, Bildung von belaubten Zweigen mit Terminablüte an Stellevon Einzelblüten, getrennte und offene Fruchtblätter, trikotyle Keimblätter etc. beobachtet.

') Verkürzt aus gr. ZUöc ävftog [diös änthos] = Blume des Zeus.