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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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Adventiv wurde ausser D. Armeria, arenarius, caesius, Caryophyllus, barbatus und plumarius (die3 letztern als Gartenflüchtlinge!) etc. als Seltenheit einzig konstatiert: D. Cyri Fisch, et Mey. aus Aegypten(Schweiz: Solothurn 1907).

Kultiviert werden ausser den unten näher beschriebenen Arten (besonders D. barbatus, plumarius,caesius, superbus. Carthusianorum) in einer Menge von Farbenspielarten die beiden folgenden Nelken :

1. D. Caryophyllus L., die Garten-Nelke, franz.: oeillet des fleuristes, oeillet ä bouquet; engl.:carnation, ital.: garofano (Fig. 582a, b, c). Das Wort Nelke ist nichts anderes als die (verkürzte) nieder-deutsche Form fürNägelchen", bekanntlich auch Bezeichnung für die Gewürznelke (die getrocknete,geschlossene Blüte von Caryophyllus aromaticus L.) infolge der Aehnlichkeit mit einem kleinen Nagel:Nägelk, Nägelke. Nägelken, Nälken (Nordwest!. Deutschland), Nälchen (Gotha), Ncechela (Erz-gebirge), Nagerl, Nag'l (bayrisch-öster-reichisch), Nägala (Franken), Nägeli(Schweiz). Aus dem griech.-lat. caryophyllusist einerseits Filet t e (Ostfriesland), Flette(Nahegebiet), anderseits Groffeln (Bayr.Gebirge), Groffel (roman. Graubünden)entstanden. Nach den schmalen, grasähn-lichen Blättern heisst die Gartennelke auchGrasblume (Nahegebiet, Frankfurt etc.).Heimat: Südeuropa. 5 bis 60 (90) cm hoheStaude mit kahlem, 1- bis mehrblütigem,einfachem, gabelästigem oder rispig-ver-zweigtem Stengel. Laubblätter lineal-lan-zettlich, am Rande glatt oder nur am Grunderauh, blaugrün. Blüten sehr wohlriechend.Kelchschuppen 4 bis 6, krautig, angedrückt,breit-eiförmig, gestutzt, plötzlich in eineStachelspitze zusammengezogen, ca. l ji solang als die Kelchröhre. Kronblätter 3-eckig,verkehrt-eiförmig, vorn gekerbt oder gezähnt,bei der Stammform dunkel- oder hellrot.Die Garten-Nelke wird seit Jahrhundertenin zahlreichen einfachen, gefüllten, ein-(Simplicen), zwei- (Doubletten) oder mehr-farbigen (Bizarden), sammetigen, glänzendenoder matten Formen gezogen. Auch dieZeichnung der Petalen ist sehr verschieden.Die sog.Remontant-Nelken", welche abervielleicht von dem halbstrauchigen D. suf-fruticosus Willd. abstammen, haben dieNeigung zuremontieren", d. h. mehrmalsoder doch im Spätjahr und im Winter zumzweitenmal zu blühen. Die neueste undbeste lachsfarbene Remontant-Nelke führt die BezeichnungPaul Martin". Sog.Hängenelken" mit sehrgrossen (bis über 10 cm im Durchmesser) Blüten trifft man häufig im Gebirge (Tirol, Engadin, Puschlav) vor- F enstern an. Die Vermehrung geschieht durch Ableger (Senker), Stecklinge oder durch Samen. Derge a lrhchste Feind der Nelken ist die Nelkenfliege (Anthomvia antiqua Meigen). deren Maden sich in dieKnospen einbohren.

. - D. Chinensis L., die Chinesische Nelke, franz.: oeillet de la chine; engl.: china-pink, aus China

. ' verwar >dtmit D. Seguierii. Zweijährig bis ausdauernd, in der Kultur meist zweijährig. Blüten gross, ein-

^ ° CI an Zweigenden gepaart. Kelchschuppen linealisch, spitz, krautartig, meist abstehend, etwa so lang oder

'"Kelch. Kronblätter am Rande unregelmässig gezähnt oder eingeschnitten bis fransig, in Farbe und

orm se r veränderlich, oft samtig, gefleckt oder punktiert. Hierher auch die sog. Kaiser-Nelken, Heddewigs Chine-

sisc ii ; - e etc., welche aber z. T. Bastarde mit D. barbatus darstellen. D. Chinensis ist wie D. Caryophyllus eine all-

un beliebte Zierpflanze. Für alpine Anlagen sind besonders zu empfehlen D. alpinus, neglectus,

a is,Sternbergii aus den Alpen, D. microlepis Boiss. aus den bulgarischen Hochgebirgen (reizende kleine

F elsenpflanze vom Habitus des D. glacialis, mit welchem er aber in gar keiner verwandschaftlichen Beziehung stehen

Fig. 582. Dianthus Caryophyllus L. «Habitus ('/3 natürl. Grösse).b, c Einfache und gefüllte Einzelblüte. Dianthus Chinensis L. d Ha-bitus. c Diagramm von D. plumarius I.. mit 4 Kelchschuppen (nachEichler). / Diagramm von D. Carthusianorum L. (K Kelch, Kr Kron-blätter, Fl Flügel derselben, Af, Ajj äusserer und innerer Staubblaltkreis;nach Heineck). Keimstadien von g D. microlepis, /; i von D. plu-marius, k D. superbus, / D. alpinus.