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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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See [1906] im Kr. Johannesburg), in Westpreussen (Frische Nehrung bei Liep und Kahlberg) und in Westfalen(Wattenscheid). In Oesterreich ziemlich verbreitet im Süden und in den wärmeren Alpentälern (auch in Nord-tirol im ganzen Inntal von Finstermünz abwärts bis Kufstein, im Voralb erg an der unteren Hl bis zur Mündung);fehlt in Mähren, Schlesien und Böhmen (hier nur eingeschleppt zw. Josefstadt und Alt-Pless, Vsetat, Neuhaus,Kaiisch bei Triebsch). In der Schweiz in den Kantonen Waadt, Wallis (wie Achillea tomentosa aufwärts bisGrengiols), Tessin und Graubünden (im Unterengadin [aufwärts bis Zernez], Puschlav [besonders unterhalb desSees], Castiel bei Chur); ausserdem selten adventiv (Bahnhof Zürich).

Allgemeine Verbreitung: Südeuropa (von Spanien und Portugal bis Griechen-land, Corsika, Sardinien, nördlich bis zum fränkischen Jura), Kleinasien, Armenien, Persien,Kaukasusländer.

Diese ursprünglich der Mittelmeerflora angehörende, stark xerophil gebaute Art ist namentlich inden warmen Alpentälern der Südalpen stark vertreten. Hier findet sie sich auf trockenen, kalkreichen, steinigenAbhängen (z.B. im Wallis ob Brig) gern in Begleitung von Andropogon ischaemum (Bd. I, pag. 182), Cynosuruscristatus, Festuca ovina subsp. glauca. Silene Otites (pag. 29Ü), Dianthus Carthusianorum, Astragalus Onobrychis.Ononis Natrix, Coronilla vaginalis, Erysimum Helveticum, Sedum reflexum und album, Sempervivum arach-noideum, Peucedanum Oreoselinum, Pimpinella saxifraga, Vincetoxicum, Stachys rectus, Galeopsis angusti-folia, Veronica spicata, Teucrium montanum und chamaedrys, Globularia cordifolia, Euphrasia lutea und alpina,Thymus serpyllum, Achillea tomentosa, Lactuca perennis, Centaurea Vallesiaca, Artemisia vulgaris undAbsinthium etc., also viele mediterrane und wärmeliebende Spezies der südalpinen Felsenheide. Andrerseitsbildet diese Art in Niederösterreich und in Oberbayern vielfach ein Glied der pontischen bzw. süddeutschenHeidewiesen und tritt daselbst neben verschiedenen pontischen Formen auf, in Niederösterreich neben Alliumflavum (Bd. II, pag. 225), Iris pumila (Bd. 11, pag. 284), Anemone grandis, Erysimum canescens, AstragalusAustriacus, Seseli Hippomarathrum, glaucum und annuum, Verbascum Phoeniceum, Unaria genistifolia, Scabiosaochroleuca, Inula ensifolia und I. Oculus Christi, Artemisia Pontica, Jurinea mollis etc. Die 4 bis 10 mm imDurchmesser erreichenden, honigreichen Blüten sind proterandrisch (die 5 äusseren Staubblätter entwickeln sichzuerst). Wie bei vielen Xerophyten sind die Leitbündel in dem zentrisch gebauten Blatte von einem Kranzgrosser, chlorophyllfreier Zellen umgeben, welche aller Wahrscheinlichkeit nach als Wasserbehälter dienenund grosse Krystalldrusen enthalten (Fig. 581 e, f). T. saxifraga ist eine dankbare Pflanze für alpine Anlagen,wintert indessen gern aus.

CCLVIII. Vaccäria 1 ) Med. Kuhkraut.

Zu der Gattung gehören nur 3 Arten, von denen in Mitteleuropa einzig die folgende vielfachadventiv vorkommt.

938. Vaccäria pyramidäta Med. (= V. parviflora Moench, = V. vulgaris Host, = V.Vaccäria Huth, = Saponaria Vaccäria L., = S. vegetälis Neck., = S. rubra Lam., = Gypsö-phila Vaccäria Sibth. et Sm., = Lychnis Vaccäria Scop.). Gemeines Kuhkraut,Ackernelke. Engl.: Cow-herb; ital: Cetino, mezzetino. Taf. 101, Fig. 5 und Fig. 581 g bis m.Einjährig, 30 bis 65 cm hoch. Wurzel spindelförmig. Stengel kahl, aufrecht, obengabelig verzweigt. Laubblätter lanzettlich, spitz, am Grunde verwachsen, die obern fastherzförmig, kahl, bläulich bereift, am Rande kaum rauh. Blüten in lockern, reichverzweigtenDichasien, lang-gestielt. Kelch bauchig-aufgeblasen, oben verzweigt, 12 bis 17 mm lang,scharf 5-kantig, kahl, blassgrün, an den Kanten dunkler. Kronblätter kaum 20 mm lang,kenig verkehrt-eiförmig, blassrosarot, ohne Krönchen. Platte 3 bis 4 mm lang, vorn ab-gerundet oder schwach ausgerandet. Nägel aus dem Kelch nicht herausragend, mitFlügelleisten (Fig. 581g). Staubblätter 10. Griffel 2 (Taf. 101, Fig. 5 a). Kapsel kugelig,viel kürzer als der Kelch, am Grunde unvollkommen 4-fächerig (Taf. 101, Fig. 5b), mit4 Zahnen sich öffnend. Aeussere Schicht der Kapsel pergamentartig, innere dünn, papier-artig, bei der Reife sich von der äussern lostrennend (Fig. 581 i). Samen schwarz, kugelig,warzig, 2 mm breit (Fig. 581k). Keimling gekrümmt (Fig. 5811, m). -- VI.

Hie und da unter Getreide, auf Brachfeldern, seltener auch in Weinbergen, beiMühlen, bei Bahnhöfen, auf Dämmen, Schutt, an Wegrändern, in Blumenbeeten; aber meist

) Lat. väcca = Kuh; vielleicht wegen der Verwendung der Pflanze als Kuhfutter.