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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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ebracteatum (pag. 158), Myosotis arenaria, Verbascum-Arten, Inula Britannica, Arnoseris minima, Hypochoerisglabra, Chondrilla juncea etc. In Thüringen und in Böhmen tritt diese Art mit Vorliebe auf Gypshügeln auf.in Thüringen (nach Drude) daselbst ähnlich wie Teucrium Chamaedrys und montanum, Stipa pennata, Eryn-gium campestre, Rapistrum perenne, Astragalus exscapus, A. Cicer und Danicus, Campanula Bononiensis, StachysGermanicus und noch viele andere östliche Arten. Die kleinen, honigreichen Blüten stehen dicht beieinanderund bilden einen wirksamen Lockapparat. Neben proterandrischen Zwitterblüten kommen nach Schulz auchgynomonoecische und gynodioecische Pflanzen vor.

935. Gypsophila paniculäta L. (= G. parviflöra Moench, = Arröstia paniculata Rafin.).Rispiges Gipskraut. Engl.: Tall gypsophyll. Fig. 579o bis q.

Diese Art wird in Ostpreussen (Memel) als Schleierkraut oder Schleierblume bezeichnet.

Ausdauernd, 60 bis 90 cm hoch, buschartig. Grundachse kräftig, bis fingerdick.Stengel sehr ästig, aufrecht, stielrund, unten fein-kurzhaarig, oben kahl. Laubblätterlanzettlich, scharf zugespitzt, etwas fleischig, meist 3-nervig. Tragblätter weissrandig.Blütenstand weitschweifig, locker, stark verzweigt (wiederholt gabelig 2- und 3-teilig), ziem-lich dicht und reichblütig (bis 1000 Blüten), kahl. Blüten klein (4 bis 5 mm im Durchmesser).Kelch beckenförmig-glockig, ca. 2 mm lang, tief 5-spaltig, mit rundlichen, eiförmigen, sehrstumpfen, geraden Abschnitten und mit breiten, milchweissen Hautstreifen. Kronblätter weissbis rötlich, ungefähr doppelt so lang als der Kelch, nicht ausgerandet. Staubfäden undGriffel länger als die Kronblätter. Kapsel länger als der Kelch, mit kurzem Mittelsäulchen(Fig. 579q). Samen flach, strahlig-warzig, 1,5 bis 1,7 mm lang, nicht deutlich in Reihenangeordnet. VI bis IX.

Zerstreut auf sandigen Hügeln, felsigen Abhängen, an Bahndämmen: nur im Gebieteder pannonischen Flora in Niederösterreich und Mähren. Ausserdem gelegentlich ausGärten verwildert oder mit Getreide eingeschleppt, stellenweise auch eingebürgert.

In Oesterreich wild im südlichen Mähren (Dürnholz, Nikolsburg, Lundenburg, Czeitsch, Göding,Bisenz) und in Niederösterreich (an der Bahn von Wagram bis Lundenburg, zwischen Gänserndorf undSchlosshof, bei Oberlaa; früher auf der Türkenschanze). In Deutschland bei Memel (vom Sandkruge biszur Nordspitze der Kurischen Nehrung, Immersatt) eingebürgert (hier vor vielen Jahren vermutlich zur Fest-legung der Dünen angepflanzt). Ausserdem mehrfach an Wegrändern und Chausseegräben verwildert, so beiKönigsberg (zw. Haffstrom und Warthen, Kaibahnhof), in Posen (Bahnhof Güldenhof), bei Thorn (zw. BahnhofSchirpitz und Philippsmühle), bei Berlin (Rüdersdorf, Köpeniker Dampfmühle), in Mecklenburg (BahnterrainFürstenberg), in Thüringen (Seebecken zw. Wansleben und der Kärrner Brücke), bei Nürnberg (Schniegling,Deutschherrnwiese), bei Mannheim (seit 1881) und Ludwigshafen (mehrmals, in der Nähe von Friedhöfen; beiMühlau auch auf Sandplätzen), in Schlesien (Breslau, Beuthen und Sagan) und in Mähren (auf Mauern im ParkeRatschitz mit Antirrhinum maius und Centranthus ruber). In der Schweiz auf den Rhonedämmen bei Aigle(Waadt) eingebürgert, sonst selten (Bahnhof Zürich [1903, 1904], Yverdon) adventiv. Da die Pflanze gern zugetrockneten Kränzen und Sträussen verwendet wird, samt sie sich auf Schutthaufen, wohin die Reste geworfenwerden, gern aus. Bei Memel wird ihr zu diesem Zwecke stark nachgestellt und sie in grossen Massen gepflückt(Mitteil, von Dr. Gessner, Memel). Andrerseits wird sie gelegentlich mit Getreide eingeschleppt oder findetsich als Ueberrest einstiger Kultur (die Wurzel wurde früher zur Wollwäsche verwendet!).Noch mehr als bei dervorigen Art wird durch die Vereinigung der vielen kleinen, honigreichen Blüten zu einem grossen Blütenstand dieAuffälligkeit erhöht. Der Nektar wird im Grunde der Blüten an einem grünen, fleischigen Ringe abgesondertund ist auch Insekten mit sehr kurzem Rüssel zugänglich.

Allgemeine Verbreitung: Südöstliches Europa (Süd- und Mitteleuropa durchUngarn, Siebenbürgen bis Mähren; ausserdem verwildert), Kaukasusländer, Westsibirien.In Nordamerika eingeschleppt.

Von Bastarden sind bekannt: G. f astigiata L. X G. paniculata L. (= G. digenea Borb.) ausUngarn (bei Budapest) und G. repensL. X G. Transsilvanica Spreng, syn. mit Bänffya petraea Baumgarten(= G. Sündermänni Fritsch). Letzterer Bastard ist im Alpengarten von Sündermann in Lindau i. B. spontanentstanden (vgl. Oesterr. botan. Zeitschrift Bd. XL VIII [1898], pag. 385).