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Nuancierungen von weiss bis rot. Die Pflanze zeigt wie die meisten perennierenden Arten dieser Gattungüberhaupt einen ausgesprochenen xerophilen Habitus (Blätter schmal, dicklich, mit Wachsüberzug. Pfahlwurzeloft sehr tief [besonders auf durchlässigem Boden] hinabreichend). Sie eignet sich vorzüglich für alpine Anlagenund wird am besten durch Teilung der Stöcke vermehrt.
934. Gypsophila fastigiäta 1 ) L. (= G. arenaria Waldst. et Kit., = G. pulpösa Gilib.,= Saponäria fastigiäta Lam.). Büscheliges Gipskraut. Taf. 101, Fig. 4.
Ausdauernd, 20 bis 45 (100) cm hoch. Grundachse kräftig, bis federkieldick,verholzt,kriechend, verzweigt, verlängerte blühende und kurze nichtblühende Sprosse treibend. BlühendeStengel aus aufsteigendem Grunde aufrecht, ziemlich einfach, oberwärts nebst den Blüten-ästen drüsig-weichhaarig (sehr selten kahl), unten gedrängt, oben entfernt beblättert, oftrot überlaufen. Laubblätter linealisch, etwas fleischig, spitz, nach beiden Seiten hin ver-schmälert, völlig kahl, am Rande etwas rauh, bläulichgrün. Blütenstand eine gedrängte,flache Trugdolde. Kelch glockig, oben 5-spaltig, breit weiss berandet, mit eiförmigen,abgerundeten, geraden Abschnitten (Taf. 101, Fig. 4a). Kronblätter verkehrt-eirund, stumpf,vorn fast ganzrandig, weiss oder rötlich. Staubblätter und Griffel länger als die Kron-blätter. Kapsel bis doppelt so lang als der Kelch, mit kurzem Mittelsäulchen. Samennicht deutlich in Reihen angeordnet. — VI bis VIII.
Zerstreut in sandigen Kieferwäldern, auf sandigen Grasplätzen, an Felsen, auf Hügeln,Feldern der Niederungen, aber nur im Osten. Selten auch auf Eisenbahndämmen (Mähren).Auf Sand- und Gipsboden.
In Deutschland ziemlich verbreitet im östlichen Teile in West- und Ostpreussen, Posen, Pommern,Brandenburg (im nördlichen Deutschland nach Graebner westlich bis Golssen-Jüterbogk-Potsdam-Oranienburg-Eberswalde-Gollnow in Pommern; an der Ostseeküste nur auf Usedom-Wollin), in Schlesien, in der Lausitz, inThüringen und im südlichen Teile von Hannover (Nordrand des Thüringer Triasbecken um Sondershausen,Nordhausen [Petersdorf, Steigertal, Stempeda, Windehäuser Holz, Crimderode, Questenberg], Frankenhausen, amKyffhäuser), Gipshöhen am südlichen Harzrand (Alter Stolberg etc.), Keupergipse an der Schmücke, bei Weimarund in Rheinhessen (Sandgebiet bei Monbach zwischen Mainz und Bingen). Ausserdem früher bei Mannheim(Waldhof, 1889 bis 1901; Standort jetzt durch den Bahnbau zerstört). In Oest err efch zerstreut in Schlesien(Bielitz), Böhmen (Schlan, Raudnitz, Theresienstadt, Hasinalehne oberhalb Lippenz auf Plänerkalk), in Mähren(Sokolnitz, Pratzer Berg, Göding, zwischen Bisenz und Rohatetz auf Eisenbahndämmen) und angeblich in Nieder-österreich. Fehlt in der Schweiz gänzlich (auf keinen Fall an der Scesaplana).
Allgemeine Verbreitung: Südöstliches und mittleres Europa (nördlich bis Süd-schweden und Finnland, westlich bis zum Harz und bis Mainz, Niederösterreich, Kroatienund Dalmatien; fehlt im südlichen Balkan).
Aendert wenig ab: var. arenaria (Waldst. et Kit.) Fries. Pflanze höher (7* bis 1 m hoch) undstärker, rutenförmig, reichlicher verzweigt. Untere Laubblätter in den Achseln mit Blattbüscheln. Deckblätterschmäler, drüsig-bewimpert. Blüten viel grösser, mehr ausgebreitet und mehr violett. Kapsel kugelig, 2 bis3 mm lang. Südliche Rasse, so in Böhmen, Mähren, Ungarn. — var. Molsenii A. Brand (vgl. Helios.Bd. XXII [1905] pag. 80). Pflanze vollständig (auch unterhalb der Trugdolde) kahl (Frankfurt a. O.). —.Diesepontische Art erscheint im östlichen Norddeutschland auf sandigem Boden mit Vorliebe in dürren, lichtenKieferwäldern oder auf dem trockenen Heideboden („Kuseln"), gern in Begleitung von Dianthus arenarius undarthus la norum, Silene chlorantha (pag. 289), nutans und Otites, Scabiosa suaveolens, Potentilla arenaria, rubensrupestris, Cirsium acaule, Carlina acaulis, Filago minima, Hypochoeris maculata, Erigeron Droebachiensis,-• nemone vernalis, pratensis und patens, Epipactis rubiginosa, Laserpitium Prutenicum, Peucedanum Cervariaun Oreoselinum, Pulmonaria ängustifolia, Sempervivum soboliferum, Luzula pallescens, Geranium sanguineum,Melampyrum pratense, Calluna, Pirola secunda, chlorantha und umbellata, von Vaccinien, Arctostaphylos Uvaursi, Empetrum, verschiedenen Heidemoosen (Racomitrium canescens, Syntrichia ruralis, Thuidium abietinum,Ptihdium ciliare var. ericetorum, Brachythecium albicans, Polytrichum piliferum etc.) und Strauchflechten(Cladonia gracilis, fimbriata, furcata, rangiferina). Andrerseits kommt die Art auch auf trockenen, heidekraut-losen Sandfeldern vor neben Weingaertneria, Helichrysum arenarium, Alsine viscosa, Herniaria glabra, Thesium
') — gleichhoch, doldentraubig; von lat. fastigium = Giebel, Gipfel.Hcgi, Flora Bd. III.
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