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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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Baden bei Rheinweiler sowie auf einer Rheininsel bei Ketsch (1892) und bei Speyer (1896), mit der Sihl bisAdliswil ob Zürich, Limmat bis Dietikon, mit der Aare bis Wildegg (mehrlach auch im alten Aarbett bei Lyss,Suberg und Dotzigen), mit der Rhone bis Aigle (auch noch bei Culoz), mit der Arve bis Genf, mit der SaLach bisSalzburg. Enns bis Steyr, Erlaf bis Scheibbs, Mur bis in die Härenschütz bei Mixnitz (Steiermark), mit der Save bis Krain-berg, Ratschach, Jezica und Crunce bei Laibach, mit dem Jsonzo bis St. Andrae südlich Görz ur d Sagrado, mitdem Tessin bis Bellinzona (ca. 230 m), mit dem Toce bis Domodossola etc. Ausserdem im westlichen Schweizerjura(Dole. Reculet). im bayer. Ries (Magerbein), in Hessen (am Vogelsberg zw. Elpenrode und Ruppertenrod). sowie aufGips (Senon) am Südharz (Sachsenstein bei Walkenried). Vereinztlt auch adventiv verschleppt, so in Über-bayern (auf dem Bahnkörper zwischen Langenbach und Haag [1910]. auf Isarschotler) und in der Schweiz(Bahnhofareal Buchs im Rheintal 450 m, Bahnhof Brunnen, in Kahlschlägen bei Blickensdorf im Kanton Zug).

Allgemeine Verbreitung: Pyrenäen, Auvergne, Alpen, Jura, Apenninen,Mittelgebirge, Karpaten, Siebenbürgen, Polen (nach Rostafinski bei Vuelce).

Aendert etwas ab: var. archetypa Murr (Allg. Botan. Zeitschrift 1906, pag. 1/7). Pflanze hoch-wüchsig (bis 55 cm), habituell den steppenbewohnenden Gypsophila-Arten genähert. Blütenstand reich ver-ästelt, bis 50-blütig. Kronblätter klein, stets rein weiss. Stengelblätter stärker entwickelt (Südtirol: Kronmetz.Hier mit Fumana ericoides). var. alpigena Bruegger. Wurzelstock stark, dichte Rasen bildend. Pflanzewenig- und grossblütig. Stengel steifer als beim Typus, mit sehr verkürzter, niederliegender Basis. Laub-blätter breiter und stumpfer. Blütenstand gedrungen ebensträussig (Graubünden. Triglav). var. m ont an a Rchb.Pflanze bis fusslang. Blütenstand grösser. Blüten grösser, zuweilen intensiv rot (f. rubrifdlia Borb.) mitrötlichen Antheren. Weitere, jedoch wenig ausgesprochene Formen sind var. alpestris (Jord. et Fourr.)Rouy et Fouc. (= var. prosträta Rchb.), var. erectiüscula (Jord. et Fourr.) Rouy et Fouc, var. SabaüdaRouy. et Fouc. und f. diceca Beauverd, welche aus den Westalpen genannt werden.

G. repens ist eine Charakterpflanze der alpinen Geröllhalden auf kalkreicher Unterlage, wo sie sehroft grössere, allerdings selten zusammenhängende, mit dicken und langen (bis 2 m) Pfahlwurzeln versehene

Rasen bildet. Sehr häufig er-scheint sie auch in der Latschen-zone oder in den Beständenvon Erica carnea neben Carexsempervirens, Sesleria caerulea(Bd. I, pag. 268), Calama-grostis varia, Thesium alpinum(pag. 157), Tofieldia calycu-lata, Gyrnnadenia odoratissima(Bd. 11, pag. 370). Epipactisatrorubens, Saxifraga aizoidesund caesia, Teucrium mun-tanum, Parnassia palustris. Eu-phorbia Cyparissias, Helian-themum vulgare, Arctostaphy-los Uva ursi, Campanula pu-silla und Scheuchzeri, Carduusdefloratus, Leontodon incanusund L. hispidus var. pseudo-crispus, Dryas, Daphne striata,Polvgala Chamaebuxus. Thy-mus serpyllum, Salix grandi-folia, Hieracium silvaticum und bifidum, Athamanta Cretensis, Saponaria ocymoides etc., also vorwiegend xerophileBegleitschaft. Ebenso verbreitet ist diese Art auf den Alluvionen der Alpenflüsse (vgl. Silene inflata subsp.alpina, pag. 281) und steigt mit diesen ähnlich wie Hutchinsia alpina, Linaria alpina, Arabis alpina, Campanula pusilla,Hieracium staticifolium, Chondrilla prenanthoides, Petasites niveus etc. aus den Alpen weit in die vorgelagerteHochebene hinaus (vgl. auch Bd. II. pag. 271). Auf Urgestein wird G. repens nur selten angetroffen (auf kalkhaltigerHorn-blende, Gneissfelsen oder Glimmerschiefer am Simplon [neben Rhamnus pumila]. Giacomopass im Tessin, östlich vomBrenner). Ueberhaupt ist die Art in den Zentralalpen auf Kalkbänder beschränkt, wo sie dann gern in Begleitung dergleichfalls kalkanzeigenden Dryas octotopetala. von Hieracium villosum,Leoritopodium alpinum. Kernerasaxatilis etc.auftritt. Die + proterandrischen, zuweilen gynodioecischen (selten gynomonoecischen) Blüten besitzen einereichliche Nektarabsonderung. Durch Vereinigung mehrerer Pflanzen zu grösseren Rasen wird die Auffälligkeitder an und für sich ziemlich unscheinbaren Blüten bedeutend erhöht. Die Blütenfarbe durchläuft alle

Fig. 580. Gypsophila repens L. Phot. Hans DopfeTj München.