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Ziemlich häufig (aber stellenweise ganz fehlend) auf sandig-lehmigen Aeckern(besonders nach der Ernte), Brach- und Getreidefeldern, auf überschwemmt gewesenensandigen Stellen, an Gräben, Wegrändern, auf Mauern, auf feuchtem, moosigem odergrasigem Heideboden; nur in den Niederungen, und zwar nur auf kalkarmem Boden.
Allgemeine Verbreitung: Mittel- und Südeuropa (nördlich bis Südschweden undFinnland), Kleinasien, Kaukasusländer, Sibirien (bis zum Baikalsee); in Nordamerika adventiv.
Aendert wenig ab: f. serötina (Hayne) Hofft. Laubblätter länger als die Stengelglieder. Perigon-blätter ausgerandet (Mit der Hauptform). Weitere Formen wie f. capilläris Fiek et Schübe (mit sehr dünnen^verlängerten Blütenstielen), möntis dpi um Kuntze und ramosissima Schübe sind sehr unbedeutende Ab-änderungen. — G. muralls erscheint häufig — jedoch nur auf quarzhaltigem Boden (fehlt deshalb in vielen Gegendenvollständig!) — apophytisch als Unkraut auf Aeckern und Stoppelfeldern (vgl. pag. 205). In Ost- und West-preussen tritt die Art gern in Roggenstoppelfeldern in Gesellschaft von Centunculus minimus und Juncuscapitatus (Bd. II, pag. 162) auf (Abromeit), in Mähren (hier besonders im gebirgigen Teil) in Kartoffelbrach-feldern mit Delphinium consolida, Galeopsis angustifolia, Mentha arvensis, Trifolium arvense und agrarium,Euphrasia Odontites, Filago arvensis, Papaver Rhoeas, Anthemis arvensis etc. (Laus). Andrerseits gehört diese Art(in Ost- und Westpreussen) der Schlamm- und Uferflora an, welche sich mit Vorliebe auf den oberflächlichtrocken erscheinenden Plätzen ansiedelt und sich zum grossen Teil aus einjährigen, kurzlebigen Arten zusammen-setzt. Als häufige Arten der freien, massig feuchten Uferränder erscheinen neben G. muralis verschiedeneBinsen (Juncus bufonius und ranarius [Bd. II, pag. 155], J. alpinus, glaucus), Alopecurus fulvus, Cyperus fuscus(Bd. II, pag. 13), Scirpus lacustris, Rumex Hydrolapathum, crispus und obtusifolius, Polygonum aviculare,Persicaria, amphibium (in den Formen coenosum, terrestre) und Hydropiper, Chenopodium glaucum und rubrum(in Zwergformen), Spergularia campestris, Sagina procumbens, Herniaria glabra, Ranunculus repens undsceleratus, Potentilla anserina, Medicago lupulina, Veronica Anagallis und Beccabunga, Bidens tripartitus undcernuus, Gnaphalium uliginosum etc. An vielen Orten stellt G. muralis einen Kulturbegleiter der pontischenGruppe dar. — Die kleinen Blüten dieser Art sind proterandrisch. Nach Kirchner entwickeln sich zuerst dieStaubbeutel des äussern, dann die des innern Kreises. Nach dem Verstäuben biegen sich die Staubfäden soweit nach aussen, dass sie von den inzwischen hervorgewachsenen Griffeln nicht berührt werden (Selbst-bestäubung deshalb unmöglich 1). In dem zweiten oder weiblichen Stadium rollen sich die bis dahin flach aus-gebreiteten Kronblätter der Länge nach etwas zusammen, wodurch die Blüten weniger auffällig werden als imersten (männlichen) Zustand.
933. Gypsophila repens L. Kriechendes Gipskraut. Taf. 101, Fig. 3 und Fig. 580.
Ausdauernd, 8 bis 25 (55) cm hoch, kahl, blaubereift. Wurzelstock holzig, rasig, ver-ästelt, kriechend, mehrere bis viele fruchtbare und zahlreiche kurze, unfruchtbare Sprosse treibend.Stengel aufsteigend, einfach oder oben ästig, vollständig kahl, etwas fleischig, locker be-blättert. Laubblätter sitzend, lineal (1,5 bis 2,5 mm breit), oft etwas sichelförmig gekrümmt,spitz, ganzrandig, kahl, blaugrün. Blüten in endständigen, reichblütigen Dichasien. Kelchkreiseiförmig-glockig, 4 bis 5 mm lang, grün oder rötlich, mit weissen, häutigen Verbindungs-streifen, bis zur Mitte gespalten, mit 5 eiförmig-länglichen, stumpfen, kahlen Zähnen. Kron-blätter weiss oder helllila bis rötlich, über doppelt so lang als der Kelch, ausgebreitet bis1 cm im Durchmesser. Staubfäden und Griffel kürzer als die Krone (Taf. 101, Fig. 3a).Kapsel rundlich (Taf. 101, Fig. 3b), etwas länger als der Kelch. Samen abgerundet nieren-förmig, schwarz, 1,5 mm lang und 1 mm breit, mit 8 bis 10 konzentrischen Reihen massiver,kegelförmiger Spitzen besetzt (Taf. 101, Fig. 3c, 3d). — V bis VIII.
Sehr häufig und verbreitet auf Kies, Gerolle, im Felsschutt, zwischen Gebüsch(namentlich Erica), auf Felsen der Alpen, von ca. 1300 bis 2/00 m (Wallis); sehr oft in dieTäler und auf die Hochebene hinabsteigend. Fast ausschliesslich auf kalkreicher Unterlage,deshalb in den Zentralalpen selten (hier fast nur auf Kalkbändern).
Gypsophila repens steigt in den Alpentälern häufig bis in die Talsohle hinab, andrerseits geht sie mit denGebirgsflüssen ziemlich weit in die Hochebene hinaus, so mit der Isar abwärts bis Freising (selten auch beiLandshut und Landau), mit dem Lech bis nahe an die Mündung bei Rain, mit der Hier bis Ulm, mit demRhein von der Via Mala über Chur abwärts bis zum Bodensee, dann ob Schaffhausen, bei Rüdlingen, in