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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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etwas aufgeblasen. Kronblätter verkehrt-eiförmig, milchweiss (selten etwas rötlich), in dengewimperten Nagel verschmälert, vorn mit 4 bis 6 Kerbzähnen. Krönchen 2-lappig. Staub-beutel völlig weiss. Kapsel eiförmig, auf kurzem Träger, doppelt so lang als der Kelch(Fig. 578 d). Samen 1 bis 1,3 mm breit, auf der ganzen Oberfläche deutlich gebuckelt.Buckel gegen den Rücken etwas ausgezogen, schliesslich in Papillen übergehend (Fig. 5/8 e). VI bis VIII.

Ziemlich häufig an steinigen, etwas feuchten Stellen, im Felsschutt der südöstlichenKalkalpen, von ca. 1250 bis 2200 m; zuweilen in die Talsohle hinabsteigend.

Fehlt in Deutschland und in der Schweizgänzlich. In Oesterreich in den Kalkalpen vonNieder- (herabgeschwemmt in den Oetschergräbenca. 600 m) und Oberösterreich, Salzburg (RadstadterTauern), Steiermark (häufig bei Liezen, Admont,Kalkalpenkette bis zum Semmering, auf dem Lantschund Schöckel, bei Gösting, Weizklamm, Karawanken,Sanntaler Alpen, Gstoder, Hohenwarth, Königsstuhl,Erzberg, Kainachtal bei Voitsberg etc.), in Kärnten(scheint nach Prohaska im westlichen Teile derkarnischen Alpen, etwa von der Plöcken an, sehrselten zu sein. Tiefe Standorte: Garnitzenklammund Vorderbergerklamm im Gailtal; Miess [500 m]und Ebriachgraben [600 m] in den Karawanken.Scharfetter briefl.) in Krain (herabgeschwemmt imSavetal zwischen Mojstrana und Lengenfeld und imPischenzatal), in Tirol (am Venediger. in Praegraten,Kalsertal, Villnöss, Seiseralpe, Fassa, Fedajopass,Marmolata, Fleims, Primör, Monte Viderne, Bondone,Scanuppia. Roveretaneralpen. Colsanto etc.; erreichtan Bondone für Tirol die Westgrenze) und im Küsten-land. H. alpestre ist namentlich in den nordischenKalkalpen vertreten und gehört daselbst wie Dianthusalpinus und plumarius, Arenaria grandiflora, Linumalpinum, Viola alpina, Primula Clusiana, Campanulapullaund Achillea Clusiana zu den relativ endemischenTypen dieser Alpen. In den Zentralalpen von Oester-reich ist sie wie nr. 927 auf Kalk beschränkt. Nichtselten findet sie sich im Gebüsch von Rhododendronferrugineum neben Gymnadenia odoratissima, Helle-borus niger, Rubus saxatilis, Astrantia Bavarica,

Laserpitium peucedanoides, Pirola rotundifolia, Digitalis ambigua, Globularia bellidifolia, Valeriana montana

und tripteris, Senecio abrotanifolius, Buphthalmum salicifolium etc.

Allgemeine Verbreitung: Südöstliche Kalkalpen (von Oberitalien bis Nieder-österreich und Krain), Bosnien.

Aendert wenig ab: f. typica Beck. Laubblätter schmal-lineal, höchstens 4 mm breit. f. lanceo-läta Beck. Pflanze kräftiger. Laubblätter lanzettlich, 6 bis 9 mm breit. Diese Art ist eine reizende, rasen-bildende, leicht zu kultivierende Pflanze und für alpine Felsgruppen sehr zu empfehlen.

929. Heliosperma eriöphorum 1 ) Juratzka (= H. glutinösum [Zois] Rchb., = H. VeselskyiJanka, = Silene glutinosa Zois, = S. Heufleri Hausm., = S. pusilla Freyer). Wolliger

Strahlensame. Fig. 578f bis 1.Ausdauernd, bis 25 cm hoch, weisslich-wollig. Wurzelstock ästig, vielköpfig. Stengelzahlreich, aufsteigend oder aufrecht, von der Mitte an ästig, wie die Laubblätter mit langen

Fig. 578. a bis e Heliosperma alp e st re (Jacq ) Rchb, a Ha-bitus C/3 natürl. Grösse), b Blütenlängsschnitt. c Querschnittdurch den Fruchtknoten, d Fruchtkapsel mit Kelch, e Samen.Heliosperma eriöphorum Juratzka. /, g Habitus einerschmal- und breitblätterigen Pflanze. //, i Kronblatt, k Frucht-kapsel. / Samen.

') Vgl. Bd. II, pag. 15, Anm. 1.