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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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am Rande wellig, ungleich gekerbt oder gezähnt, mit kräftigem Mittelnerven, die oberstenin eine lange Spitze verschmälert. Blütenstand traubenartig, reichblütig, aus 7 bis 10 Schein-quirlen zusammengesetzt. Blütenstiele klebrig geringelt. Kelch walzlich, später keulenförmig,14 bis 17 mm lang (Fig. 577 b), mit 5 kurzen, stumpfen Zähnen. Kronblätter gross, milchweiss,2-spaltig, ohne Krönchen (Fig. 577 c). Nagel behaart. Staubfäden behaart. Griffel 3(Fig. 577 d), wie die Staubblätter aus der Krone herausragend. Kapsel länglich, gestielt(Fig. 577 e), mit 6 zurückgeschlagenen Zähnen sich öffnend, vom Kelch eingeschlossen.Samen 0,5 mm breit, stachelig-warzig, am Rande kaum ver-tieft. V, VI.

Selten auf sandigenTriften, Aeckern, Bahndämmen,an Wegen und Zäunen der Ebene.Wild einzig im nordöstlichenDeutschland und in Oester-reich; ausserdem selten adventiv.

In Deutschland wild nurauf der Insel Rügen (Insel Hiddensee,Ployshagen und Neuendorf, Neu-Bessin-sche Inseln, Wittower Bug); adventivangeblich bei Magdeburg und in West-preussen (kürzlich von Bonte beiKönigsberg aufgefunden; wahrscheinlichmit Getreide aus Südrussland einge-schleppt). In Oesterreich spontanin Niederösterreich (im Gebiete derpannonischen Flora im östlichen March-feld), im südlichen Mähren (besonderszwischen Lundenburg, Klobouk undBisenz, bei Nikolsburg, Neusiedl, Gruss-bach, Eisgrub, Kostel, Göding, Gaza,Czeitsch, Keltschau) und in Böhmen(Umgebung von Raudnitz, VeltriesiLiebisch). Adventiv in Niederösterreich(zufällig mehrfach um Wien und 1884bei Unter-Nalb), in Tirol (am Eisenbahn-damm zwischen Mittewald und Franzens-feste 1883 angepflanzt) und vielleichtinfCärnten (Petzen).Fehlt in der S c h w eizauch adventiv vollständig.

Allgemeine Verbreitung: Südöstliches und östliches Russland (nördlichbis Südfinnland, Rügen, Dänemark, westlich bis Niederösterreich und Böhmen), Kaukasus-länder, Sibirien, Zentralasien.

Diese südosteuropäische Art findet sich nach Laus im südlichen Mähren neben verschiedenen anderenim Gebiete wild wachsenden, z. T. pontischen Arten nicht selten als Neuansiedler an Eisenbahndämmen,zwischen Bisenz und Rohatetz neben S. Otites (pag. 290) und nutans, Plantago arenaria, Jasione montana,Hehchrysum arenarium, Euphorbia Cyparissias, Verbascum Phoeniceum, Peucedanum Oreoselinum, Arenariavulgaris, Salsola Kali ( pag . 258), Kochia prostrata (pag. 249), Saponaria officinalis, Sisymbrium Sinapistrum,Seseli glaucum, Linaria genistifolia, Gypsophila fastigiata und paniculata (pag. 313, 314), Lathyrus latifolius, Ane-mone nigricans, Onosma arenarium, Artemisia scoparia, Eryngium campestre, Achillea setacea, Anthemis Ruthenica,Centaurea Rhenana, Scabiosa ochroleuca, Cynodon dactylon (Bd. I, pag. 264), Asparagus officinalis, Carex hirta(Bd. II, pag. 122) etc. Die nickenden Blüten dieser Art sehen am Tage wie diejenigen anderer Artenetwas verwelkt aus, breiten sich aber abends weit aus und besitzen einen der Nachtviole ähnlichen Duft.

Fig. 577. Melandrium viscosum Celak. a, 'ai Habitus ( l js natürl. Grösse).b Kelch, c Kronblatt, d Fruchtknoten mit Griffel, e .Fruchtkapsel mit Kelch. M. Elisabethae Rohrbach. / Habitus (*/3 natürl. Grösse), g Kelch, h Kron-blatt, i Fruchtknoten mit Griffel, k Kapsel.