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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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starken Duft erzeugt. Die Bestäubung erfolgt durch Abendfalter, langrüsselige Noctuiden und Sphingiden. DerNektar, welcher von der fleischigen Unterlage des Fruchtknotens abgesondert wird, ist in den weiblichen Blüten 20bis 25. in den männlichen 15 bis 18 mm tief geborgen. Wie bei M. rubrum kommen in den männlichen Blütengelegentlich Rudimente des Frui htknotens, in den weiblichen solche von Staubblättern vor (vgl. Fig. 576q, t).Ausserdem werden nicht allzuselten zweigeschlechtliche Blüten angetroffen, und zwar zeigt es sich dann, dassdiese Erscheinung auf den Einfluss eines Brandpilzes (Ustilägo violä c ea Pers.) zurückzuführen ist. Werdennämlich die weiblichen Blüten zweihäusiger Pflanzen von diesem Pilze befallen, so wird bei ihnen dieBildung von Staubblättern ausgelöst. Allerdings sind solche Blüten geschlechtlich funktionslos, indem Frucht-knoten und Griffel unvollkommen ausgebildet werden, während die Staubblätter von einer schwarzviolettenSporenmasse (Chlamvdosporen) erfüllt sine» Dieser Pilz übt also in den weiblichen Blüten eine doppelte Tätigkeitaus. Zunächst löst er in den Protoplasten formative Vorgänge aus, welche die Ausbildung von Staubblattanlagen zu Staubblättern veranlassen; hernach wird er auf einem bestimmten Entwicklungszustande (vielleichtinfolge kräftiger Ernährung) virulent, tötet und verzehrt den Staubbeutelinhalt (vgl. hierüber Strassburger[Biolog. Centralblatt Bd. XX, 1900] sowie die älteren Arbeiten von Tulasne, Cornu, Giard, Magnin undVuillemin). Samen dieser Art wurden mehrfach in den Pfahlbauten der Schweiz (Steckborn, Wangen, Roben-hausen, Burgäschi) festgestellt. Die Wurzel war früher als Weisse Seifenwurzel (Radix Saponariae albae)offizineil und wurde wie die Rote Seifenwurzel zum Waschen verwendet. Gelegentlich wurde M. album auch schonals Ueberpflanze auf Weiden angetroffen. Aendert wenig ab: var. colorätum (Lange). Blüten rosa. Bei Hu-bach in Tirol zwischen normalen Pflanzen. Auch im Pinzgau (Kaprun) und im Lungau in Salzburg nach Fritschsehr häufig blassrosa. In Gärten, wo sie zuweilen mit gefüllten Blüten gezogen wird, ist M. album perennierend.

924. Melandrium noctlflörum 1 ) (L.) Fries (= Silene noctiflora L., = S.. dichötoma Gilib.nee Ehrh. = Lychnis noctiflora Schreb., = Cucübalus noctiflorus Mill., = Elisanthe noctiflora

Doell). Acker- Waldn elke. Engl.: Night-flowering catschfly. Fig. 576g bis n.

Einjährig, 15 bis 45 cm hoch, unterwärts rauh, oberwärts drüsenhaarig, klebrig.Stengel aufrecht, einfach oder oberwärts verzweigt. Untere Laubblätter verkehrt-eiförmigbis eilanzettlich, in den kurzen Stiel verschmälert, zugespitzt, spitz oder fast stumpf, oberelanzettlich bis linealisch-lanzettlich, spitz, sitzend, alle zerstreut behaart. Blütenstand gabel-ästig (selten Blüten einzeln, endständig). Blüten zwitterig, gegen Abend sich öffnend, desNachts duftend. Kelch röhrig, stark angeschwollen, '20 bis 22 mm lang, dicht kurz drüsen-haarig und langhaarig-zottig, 10-nervig, weisslich mit grünen Nerven. Kelchzähne linealisch-pfriemlich, 7s so lang als die Kelchröhre. Kronblätter blassrosarot bis weisslich, 6 bis8 mm lang, 2-spaltig (Fig. 5761). Krönchen vorhanden, stumpf, etwas gekerbt. Staub-blätter 10, in der Blüte verborgen. Griffel 3 (Fig. 576m). Kapsel breit-eiförmig, mitzurückgerollten Zähnen aufspringend (Fig. 576n). Samen 1 bis 1,2 mm breit, warzig, amRücken etwas furchig. VII bis IX.

Zerstreut und nicht überall als Unkraut auf schwerem Ackerboden (Lehm, Kalk,Mergel), auf Brachen, wüsten Plätzen, auf Gartenland, in Weinbergen, bis ca. 1600 m(Lugnetz in Graubünden). Oft nur vorübergehend.

Allgemeine Verbreitung: Süd- und Mitteleuropa (nördlich bis Finnland),Orient, Sibirien (östlich bis zum Altai).

Die erst gegen Abend sich öffnenden und alsdann angenehm und kräftig nach Nelken duftendenBlüten werden von Noctuiden und Sphingiden sowie von Hymenopteren besucht. Ausserdem kommt spontaneSelbstbestäubung vor. Samen dieser Art werden nach Stebler im nordamerikanischen Bastardklee angetroffen.

925. Melandrium viseösum Celak. (= Silene viscosa Pers., = S. Royeni Pers., = Cucü-balus viscosus L., = C. viseidus Krock., = C. Royeni Bieb.). Klebrige Nachtnelke.

Fig. 577 a bis e.Zweijährig, 30 bis 70 cm hoch, in allen Teilen dicht drüsenhaarig, klebrig. Stengelsteif aufrecht, in der Regel einfach. Laubblätter eiförmig-lanzettlich, sitzend, zugespitzt,

] ) Lat. nox [Genitiv noctis] = Nacht und flos es Blüte; die Blüten öffnen sich während der Nacht.