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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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Getreidefelder zeigen nach dem Schnitt im August und September ein ähnliches rotes Bild. Andrerseits trittdiese Art allerdings fast immer nur vereinzelt in unsern Laubwäldern auf. Nach Scharfetter (briefl.)ist um Salzburg ein strichweises Wechseln von M. rubrum und album zu konstatieren.

923. Melandrium älbum (Miller) Garcke (= M. verspertinum Fries, = M. pratense

Roehling, = Lychnis diceca a L., = L. alba Mill., = L. verspertina Sibth.). Weisse

Tagnelke. Franz.: Compagnon blanc, Jacee Robinet; engl: White Campion, Evening

Lychnis, Bachelor's button. Taf. 100, Fig. 4 und Fig. 5/6 o bis v.

Volksnamen dieser Art sind: Dooenblome, Doodenblome (Oldenburg), Manntjeblöme(Ostfriesland), Weisse Rade [vgl. Agrostemma Githago] (Anhalt), Hemdknopf, J u nggesell en-Knopf(Oberösterreich). Zu B üchsenpuf f er t (Ostfriesland). Klöpfeta (Schwäbische Alb) vgl. Silene inflata!

Ein- oder zweijährig (selten ausdauernd), 45 bis 120 cm hoch. Stengel aufrecht,ästig, dicht kurz-kraushaarig. Laubblätter spitz, zerstreut behaart, die untersten verkehrt-eiförmig, in den Stiel verschmälert, die oberen lanzettlich, verschmälert, zugespitzt, sitzend.Blüten etwas nickend, zweihäusig, kurzgestielt, in armblütigen, lockeren Dichasien, wenigriechend, am Nachmittag sich öffnend. Kelch weisslich und grün gestreift (seltener rötlich),wie die Blütenstiele und obersten Laubblätter kurz drüsig - flaumig (zuweilen klebrig), 18bis 25 mm lang, mit länglichen, stumpfen Zähnen, die der männlichen Blüten walzlich-röhrenförmig (Taf. 100, Fig. 4b; Fig. 576u) und 10-nervig, die der weiblichen eiförmig(Taf. 100, Fig. 4 a, Fig. 576 r) und 20-nervig. Kronblätter milchweiss (selten rötlich), bis 4 cmlang, tief 2-spaltig (die der männlichen etwas schmäler), mit tief 2-teiligem, etwas gelapptemKrönchen (Fig. 5/6 o). Griffel 5 (Fig. 576p), fädlich, aus dem Schlünde herausragend.Kapsel breit-eiförmig, von dem stehenbleibenden Kelch umhüllt. Kapselzähne aufrecht,paarweise (d. h. die zu einem Fruchtblatt gehörenden) zusammenhaltend (Fig. 576 s). Samen

warzig, 1,3 bis 1,5 cm breit (Taf. 100, Fig. 4 c). VI bis IX.Stellenweise häufig auf

Kulturland (Kartoffel-, Mais-äcker, Aecker von Panicum

miliaceum, Getreidefelder;

vgl. pag. 274), auf wüsten

Plätzen, sonnigen Flügeln, auf

Schutt, an Bahndämmen,Weg-

rändern, Hecken, Zäunen,

Wegen, Mauern, in Gebüschen;

von der Ebene bis in die

grossen Alpentäler (Maloja

im Oberengadin 1800 m, Vig-

garalpe imOberinntal 1900 m).

Oft nur vorübergehend.

Allgemeine Ver-breitung: Europa (nördlich

bis England, Skandinavien,

Kola), Nordafrika, Kleinasien

bis Armenien, Sibirien (östlich

bis zum Baikalsee).

M. album ist als eine fastdioezische Nacht- und Abendfalter-blume zu bezeichnen, welche wäh-rend des Tages wie verwelkt aus-sieht und erst des Abends einen

b Kapsel (im Kelch), c Samen.

Fig. 576. Lychnis Flos cuculi L, a Kelch.

d Keimpflanze. Melandrium rubrum Garcke. e Kronblatt. /Kapsel.

M noctiflorum Fries, g, h Habitus (1/3 natürl. Grösse,, i Längsschnitt durch die

Blüte, k Kelch. / Kronhlatt. m Fruchtknoten mit Griffel. « Kapsel mit Kelch.

album Garcke. o Kronblatt. Weibliche Blüte: jS Fruchtknoten mit Griffel.

h den uniern Teil der Blüte. r Fruchtkelch. Männliche Blüte:

t Längsschnitt durch die Blüte, u Kelch. V Samen.

u

q Längsschnitt durch

5- Fruchtkapsel.