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lanzettlich, alle spitz, etwas rauh. Blüten kurz gestielt, in rispig angeordneten, lockerenTrugdolden. Kelch röhrig-glockig, kahl, 8 bis 10 mm lang, krautartig, grün oder rosa,mit 10 breiten, dunklen Rippen (Fig. 576a). Kelchzähne ca. 3 mm lang, kurz, eiförmig,zugespitzt, etwas kürzer als die halbe Kelchröhre. Kronblätter rosarot (selten weiss),handförmig 4-spaltig (Taf. 100, Fig. 2a), mit linealen, spreizenden Zipfeln. Krönchen vor-handen, tief 2-zähnig, an der Aussenseite noch mit kleinen Zähnchen versehen. Kapselunten etwas bauchig-eiförmig, nach oben sich verschmälernd, mit 5 kurzen, spitzen, nachaussen abstehenden Zähnen sich öffnend (Fig. 5/5 b), von dem bleibenden Kelch umgeben.Samen zahlreich, braun, warzig-stachelig, am Rücken flach (Fig. 576c), 0,5 bis 0,7 mmbreit. — V bis VIII.
Häufig und verbreitet auf fruchtbaren Wiesen, in Auen, feuchten Gebüschen,Wiesenmooren, Kartoffelfeldern, an Ufern; von der Ebene bis in die höheren Voralpen(Bernina in Graubünden noch bei 2100 m, Pasterze in Kärnten 2500 m). Fehlt auf Helgoland.
Allgemeine Verbreitung: Europa (fast ganz Europa; nördlich bis Norwegenund Island), Sibirien, Kaukasusländer; in Nordamerika adventiv.
Von Abnormitäten sind mehrfach weissblühende, selten kronblattlose (f. apetala Murr), kleinblütige(Kelch aufgeblasen), gefüllt blutige (wild bei Schwartau bei Lübeck beobachtet. Im Handel nach langjährigerKultur als „Adolf Muss" bekannt; wird in Töpfen auch als Winterblüher gehalten) und Formen mit (unter denKnoten) nicht klebrigen Stengeln (f. eglutinösa. Bei Sangershausen in Thüringen unter Luzerne) und breitenBlättern (f. latifölia [Bolle]. Blätter bis über 1 cm breit. Pflanze grün, nicht rötlich) beobachtet worden. — DieBlüten sind ausgesprochen proterandrisch und der Bestäubung durch Bienen, Schmetterlinge und langrüsseligeFliegen angepasst. Lychnis Flos cuculi ist eine minderwertige Futterpflanze, welche stellenweise auf Wiesenund in Wiesenmooren (mit grosser Vorliebe im Molinietum; vgl. Bd. I, pag. 277) in grösserer Zahl auftritt. FürGärten eignet sie.sich, weil sie nach wenigen Jahren eingeht, wenig. Samen wurden in den Pfahlbauten derSchweiz (Robenhausen) beobachtet. —. Aus Südtirol (Monte Baldo) wird der Bastard L. Flos Jovis Desr. X L.Coronaria Desr. (= L. media Fisch, et Mey.) angegeben. Zwischen Melandrium rubrum Garcke undLychnis Flos cuculi L. erzeugte Gärtner künstlich einen Bastard.
CCLIL Melandrium 1 ) Roehling. Nachtnelke.
Ein- und mehrjährige Kräuter, in der Tracht vieler Silenen. Blüten zweihäusigoder zwitterig. Kelch aufgeblasen, röhrig-bauchig, 10- bis 20-nervig (Fig. 576 r, u). Kron-blätter 2-spaltig, mit 2- bis 4-spaltigem Krönchen (Taf. 100, Fig. 3a; Fig. 577h). Staubblätter10, meist in verschiedener Höhe stehend (Taf. 100, Fig. 4b). Fruchtknoten durchaus 1-fächerig.Griffel 3 bis 5 (Fig. 576m, p; Fig. 577 d). Kapsel kurz gestielt (Fig. 576 f, 577 e, k), mit 6 bis10 (16) Zähnen aufspringend. Samen nierenförmig, höckerig (Taf. 100, Fig. 4c; Fig. 576n).
Die Gattung umfasst gegen 60 in den gemässigten Zonen verbreitete Arten, von denen aber inMitteleuropa nur ganz wenige vorkommen. Adventiv wurde einzig M. m acro c ärpum Willk. (aus Südeuropa)bei Erfurt (Ilversgehofen) und Bremen (1895) konstatiert.
1. Blüten zwitterig............................ 2.
1*. Blüten 2-häusig. Griffel 5 (Taf. 100, Fig. 4a), selten mehr............. 4.
2. Kräuter mit endständigem Blütenstand.................... 3.
2*. Niedere Staude, deren Blütenstengel seitlich aus der Blattrosette entspringen. Südalpen (Südtirol
bis Lombardei) .... ...............M. Elisab e thae nr. 926.
3- Laubblätter am Rande wellig, ungleich gekerbt oder gezähnt. Kronblätter milchweiss, ohneKronchen (Fig. 5/7c). Böhmen, Mähren, Niederösterreich..........M. viscosum nr. 925
3*. Laubblätter ganzrandig. Kronblätter bleichrosa bis weiss . . . . M. noctiflorum nr. 924.
4. Blüten dunkelrot (selten blassrosa oder weiss), am Tage geöffnet. Fruchtzähne zurückgerollt(Fig. 576f) ...... ...............M. rubrum nr. 922.
4*. Blüten weiss, selten hellrosa, sich am Nachmittag öffnend. Fruchtzähne aufrecht (Fig. 576 s).
M. album nr. 923.
') Pflanzenname bei Plinius (wohl aus gr. fii'laq [melas] = schwarz und ögvg [drys] = Eiche; be-deutet eigentlich „der schwarze Kern").
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