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Selten an warmen Abhängen, zwischen Gebüsch; wild nur im Süden der Alpen.Ausserdem in Obst- und Bauerngärten, an Waldrändern, bei Schlössern, Klöstern, altenBurgen und Kapellen hie und da verwildert.
Fehlt in Deutschland wild vollständig, dagegen gelegentlich verwildert (z. B. in der mittleren Pfalz beialten Burgen, Rinkenberger Hecken bei Speyer, bei Aschaffenburg, Dolomitfelsen bei Krögelstein im fränkischenJura, bei Freiburg [Thellung], mehrfach in Schlesien [Grünberg, Liegnitz, Bolkenhain, Leubus, Gorkau undKoppitz bei Zobten etc.]). In Oesterreich wild wohl nur in Südtirol (Vintschgau von Meran abwärts, Val-sugana, Val Cia, Masetti di Telve etc.), im südlichen Krain und Küstenland (z. B. Kaiserwald bei Pola); in Nordtirol,Vorarlberg (Feldkirch, Tosters, Schellenberg, Felsenau), Steiermark (um Graz, Schloss Herberstein, Thomaskapellenächst Hochenegg) und Kärnten nur verwildert. In der Schweiz wild einzig im Wallis (Folaterres, Branson,Fully, Tassoniere); selten verwildert (z.B. bei der Madonna del Sasso bei Locarno).
Diese Art ist eine sehr dankbare, leicht zu kultivierende Nelke, welche, wenn einmal gepflanzt, sichvon selbst weiter versamt. Aus diesem Grunde wird sie bei uns sehr häufig in Bauerngärten und Friedhöfenangepflanzt. Im ersten Jahre entwickelt die junge Pflanze nur den Wurzelstock mit einer grundständigen, weiss-lichen Blattrosette. In Gärten werden auch Formen mit weissen, weissen mit rotem Kranz und gefüllten Blütengezogen. Wie die vorhergehende Art repräsentiert L. Coronaria eine Falterblume, welche von grösseren Tag-faltern (Pieris- und Vanessa-Arten, Schwalbenschwanz und Segelfalter) besucht wird.
Allgemeine Verbreitung: Südeuropa (von Portugal bis Griechenland, Ungarn,Siebenbürgen), Kleinasien, Kaukasusländer, Turkestan, Himalaya.
921. Lychnis Flos cuculi 1 ) L. (= Coronaria Flos cuculi L., = : Meländrium Flos cuculi
A. Br.). Kuckucks-Lichtnelke. Franz.: Fleur de coucou, ceillet des pres; engl.:
Ragged robin, cuckooflower, Meadow-Lychnis; ital.: Fior-cuculo, femerone, margaritine
rosse, violine da prato. Tai 100, Fig. 2 und Fig. 576 a bis f.
Wie viele andere im Frühjahr blühende Pflanzen wird auch unsere Art fast allerorts mit dem Kuckuckin Verbindung gebracht: Kuckucksblöm e, Kuckucksblome (Nordwestl. Deutschland), Kuckucks-blaume (Braunschweig), Kuckucksspie [= Kuckucksspeichel; auf der Pflanze findet man häufig die inden bekannten speichelähnlichen Schaum eingehüllten Larven der Schaumzikade, Aphröphora spumäria L.](Schleswig), Kuckuckskraut (Schwaben), Guggerblume, Guggernägeli, Guggunägeli, Guggoches-blueme (Schweiz). Eine Reihe anderer Benennungen bezieht sich auf die rote Blütenfarbe (vgl. VIscariavulgaris und Meländrium rubrum): Fleeschblome, Fleeskblom (Nordwestl. Deutschland), Fleisch-bloa m e (Braunschweig); Fleis chb lum e (Hessen, Egerland, Riesengebirge), Fläschblume (Nahegebiet);Ziegenfleisch (Riesengebirge), Fl ois chhockarr oashe (Krain: Gottschee); Fleischblüamli, Fleisch-nägeli, Fleis ch-Maie(n), H ergottaf 1 eis c h (Schweiz); Blutblümel, Bloutspeier, Nosnblouder[= Nasenbluter] (Egerland); Franzosen [vgl. Pulmonaria officinalisl] (Böhmerwald, Niederösterreich);Haonblam [Hahnenblume] (Altmark), Gick elhcensk am m chen (Gotha), Kickeriki (Böhmerwald),Gigerigkibleaml (Tirol), Gockeler, Go ckelerkamm e (Schwaben). Nicht minder erregt auch dieGestalt der zerschlitzten Kronblätter die Aufmerksamkeit des Volkes: Fetzalan (Böhmerwald), Fahnl(Niederösterreich); Zoddelblom (Schwäbische Alb), Fo t z ein ägeli, Schli tznägeli, Zozelnäg eli(Schweiz); Bocksbert (Schwäbische Alb), Harrschle [die gefranzten Kronblätter werden mit einem Hirsch-geweih verglichen!] (Gotha); Schwizerhosa [vgl. Melandrum rubrum, Aquilegia vulgaris], Schlotterhose[= Pluderhose] (Schweiz). Die glatten glänzenden Kronblätter veranlassten ferner die Bezeichnungen Seiden-bleaml (Böhmerwald, Niederösterreich), Muttergotteskleid (Riesengebirge), Spiegelblueme (Schweiz:Thurgau). Auf den Standort in Wiesen deuten hin: W ise (n)-Nägeli, M atte(n) -N ägeli, Gras-Nägeli,Heu-Nägeli (Schweiz). Als Ros sn ägeli (Churfirstengebiet, St. Gallen), wilde Pf riesli (Zürich: Masch-wanden), wildi N ägeli wird die Art in der Schweiz von den echten Nelken unterschieden. In der schwä-bischen Alb bringt man die Kuckucks-Lichtnelke mit dem Gewitter in Verbindung, daher dort Wettern ägele,Donnernägele, Hagelnägele genannt.
Ausdauernd, 30 bis 90 cm hoch. Grundachse ästig, vielköpfig, rasig, blühende undnichtblühende Sprosse treibend. Blütenstengel aufrecht, kantig, zerstreut kurzhaarig, unterden Gelenken klebrig, einfach oder etwas gabelästig, häufig rot überlaufen. Untere Laub-blätter länglich-spatelförmig, in den kurzen Blattstiel verschmälert; Stengelblätter lineal-
] ) Lat. flos = Blüte und lat. cüculus = Kuckuck; vgl. oben Kuckucks-Lichtnelke etc.