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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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im Wallis 3600 m, an der Jungfrau im Berner-Oberland bis 3350 m), vereinzelt auch tiefer{herabgeschwemmt bis 830 m). Auf Urgestein und (mit Vorliebe) Kalk.

Allgemeine Verbreitung: Pyrenäen, Gebirge von Arragonien, Corbieres bisMadres, Alpen, Karpaten, nordwestlicher Balkan, Ural, westliche und östliche Arktis (RockyMontains; südlich bis zu 40° nördl. Breite).

Diese arktisch-alpine Spezies lässt sich nach Vierhapper (Verhandl. der zool.-botan. Gesellschaft Wien.Bd. LI [1901]) in die folgenden geographischen, allerdings (morphologisch) von einander ziemlich wenig verschiedenen

Rassengliedern: subsp. exscäp a (All.) Koch (Fig.574h, i). Pflanze im Wuchs an Aretia erinnernd. Polster dichter,meist von typischer Kugelform. Laubblätter sehr kurz, auf-recht. Scheidenteile an verlängerten Sprossen sehr gross, als

weite, bleiche Hüllen die Internodien umgebend. Blütenstieletwas geflügelt. Blüten klein, im Rasen sitzend, hellrosa. Kelch

nach abwärts allmählich verschmälert, nicht genabelt. Kapsel

kürzer und wenig aus dem Kelch herausragend (Fig. 574 i).

Höhere Lagen der Westalpen (durch die Schweiz östlich

bis zur Silvrettagruppe und bis ins Montafun, Pyrenäen

und Spanien. subsp. Nörica Vierhapper. Pflanze dicht

rasig. Laubblätter aufrecht abstehend, ca. 4 bis 10 mm

lang. Blüten sitzend oder ganz kurz gestielt. Kelch am

Grunde genabelt oder abgestutzt, 3,5 bis 5 mm lang. Kron-blätter hell rosarot (sehr selten weiss), doppelt so gross als

bei exscapa. Kapsel elliptisch, 4 bis 7 mm lang, wenig

länger bis doppelt so lang als der Kelch. Blütenstiele zur

Fruchtzeit zuweilen verlängert und etwas länger als die

Kapsel. Zentralalpen von Steiermark, Salzburg, Kärnten,

Tirol, Karpaten. subsp. longiscäpa (Kerner) Hayek.

Wuchs lockerer. Laubblätter länger (bis 12 mm lang),

aufrecht abstehend, oft etwas zurückgekrümmt. Kelch

grösser (5 bis 8 mm lang), am Grunde abgerundet oder

abgestutzt. Kronblätter grösser, dunkler gefärbt. Kapseln

elliptisch, länger (6 bis 8 mm lang), stets länger als der

Kelch (Nördliche und südliche Kalkalpen). subsp. Pan-

nönica Vierhapper ( var. dianthifölia Rchb.). Der vorigen

Rasse sehr nahestehend, jedoch lockerrasig. Laubblätter

breiter und bis 15 mm lang, getrocknet oft gelblichgrün.

Blüten grösser, meist lang gestielt. Der Stiel oft ein

Blattpaar tragend. Kelch weiter. Kalkalpen von Süd-steiermark, Südkärnten und von Krain (z. B. Hochobir,

Steiner Sattel. Oistrizza). Ausserdem wird für die West-alpen und Pyrenäen eine subsp. Ceni'sia Vierhapper

(Pflanze dichtrasig. Laubblätter breiter) sowie für den

Norden eine subsp. Norwegica Pers. (Pflanze sehr lockerrasig, mit langen, stets ein Hochblattpaar tragendenAchsen) erwähnt. Eine besondere geographische Rasse kommt auch dem Balkan zu. Die Gliederung in diesegeographischen Rassen dürfte sich erst nach der Eiszeit vollzogen haben dafür sprechen auch die relativgeringen gegenseitigen Abweichungen und ist heute noch nicht vollständig abgeschlossen. S. acaulisist trioezisch und entwickelt dreierlei Polster, solche (allerdings selten) mit proterandrischen Zwitterblüten,andere mit lauter männlichen und drittens solche mit lauter weiblichen (und zwar dann kleineren) Blüten.Daneben gibt es noch andro- und gynomonoecische Stöcke. Auch gefüllte und weisse Blüten kommengelegentlich vor. Die in grosser Zahl dicht nebeneinanderstehenden Blüten werden von Insekten (namentlichFaltern) reichlich besucht. S. acaulis gehört zu den auffallendsten und verbreitetsten Alpenpflanzen, welche nurvereinzelt unterl 700 m hinabsteigt (Blegnotal in Tessin 1200 m, Grindelwaldgletscher im Berner-Oberland bis 1000 m);ausserdem selten herabgeschwemmt (bei Matt im Kanton Glarus 845 m, bei Steyr an der Enns in Oberösterreich). Sierindet sich in den verschiedensten Formationen (Weiden, Matten, Felsen, Geröll), allerdings mit Vorliebe aufkalkreicher Unterlage. S. acaulis gehört zu den alpinenFlachpolster«-Pflanzen, deren kompakte, aus denEndverzweigungen der dicht gedrängt stehenden, beblätterten Triebe bestehende Oberfläche zur Zeit derBlüte von zahlreichen brennend roten Blütensternen bedeckt ist. Das Innere des Polsters ist von zahlreichen

Fig. 574. Silene acaulis L. a Blütenpolster (längsdurchschnitten; wenig; verkleinert), b Habitus der Einzel-blüte (vergrössert). c Längsschnitt durch die weiblicheBlüte, d Kronblatt, e Samenkapsel mit Kelch. f,g Samen. subsp. exscapa (All.) Koch, h Habitus (natürlicheGrösse), i Samenkapsel mit Kelch (vergrössert).