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im Wallis 3600 m, an der Jungfrau im Berner-Oberland bis 3350 m), vereinzelt auch tiefer{herabgeschwemmt bis 830 m). Auf Urgestein und (mit Vorliebe) Kalk.
Allgemeine Verbreitung: Pyrenäen, Gebirge von Arragonien, Corbieres bisMadres, Alpen, Karpaten, nordwestlicher Balkan, Ural, westliche und östliche Arktis (RockyMontains; südlich bis zu 40° nördl. Breite).
Diese arktisch-alpine Spezies lässt sich nach Vierhapper (Verhandl. der zool.-botan. Gesellschaft Wien.Bd. LI [1901]) in die folgenden geographischen, allerdings (morphologisch) von einander ziemlich wenig verschiedenen
Rassengliedern: subsp. exscäp a (All.) Koch (Fig.574h, i). Pflanze im Wuchs an Aretia erinnernd. Polster dichter,meist von typischer Kugelform. Laubblätter sehr kurz, auf-recht. Scheidenteile an verlängerten Sprossen sehr gross, als
weite, bleiche Hüllen die Internodien umgebend. Blütenstieletwas geflügelt. Blüten klein, im Rasen sitzend, hellrosa. Kelch
nach abwärts allmählich verschmälert, nicht genabelt. Kapsel
kürzer und wenig aus dem Kelch herausragend (Fig. 574 i).
Höhere Lagen der Westalpen (durch die Schweiz östlich
bis zur Silvrettagruppe und bis ins Montafun, Pyrenäen
und Spanien. — subsp. Nörica Vierhapper. Pflanze dicht
rasig. Laubblätter aufrecht abstehend, ca. 4 bis 10 mm
lang. Blüten sitzend oder ganz kurz gestielt. Kelch am
Grunde genabelt oder abgestutzt, 3,5 bis 5 mm lang. Kron-blätter hell rosarot (sehr selten weiss), doppelt so gross als
bei exscapa. Kapsel elliptisch, 4 bis 7 mm lang, wenig
länger bis doppelt so lang als der Kelch. Blütenstiele zur
Fruchtzeit zuweilen verlängert und etwas länger als die
Kapsel. Zentralalpen von Steiermark, Salzburg, Kärnten,
Tirol, Karpaten. — subsp. longiscäpa (Kerner) Hayek.
Wuchs lockerer. Laubblätter länger (bis 12 mm lang),
aufrecht abstehend, oft etwas zurückgekrümmt. Kelch
grösser (5 bis 8 mm lang), am Grunde abgerundet oder
abgestutzt. Kronblätter grösser, dunkler gefärbt. Kapseln
elliptisch, länger (6 bis 8 mm lang), stets länger als der
Kelch (Nördliche und südliche Kalkalpen). — subsp. Pan-
nönica Vierhapper ( var. dianthifölia Rchb.). Der vorigen
Rasse sehr nahestehend, jedoch lockerrasig. Laubblätter
breiter und bis 15 mm lang, getrocknet oft gelblichgrün.
Blüten grösser, meist lang gestielt. Der Stiel oft ein
Blattpaar tragend. Kelch weiter. Kalkalpen von Süd-steiermark, Südkärnten und von Krain (z. B. Hochobir,
Steiner Sattel. Oistrizza). Ausserdem wird für die West-alpen und Pyrenäen eine subsp. Ceni'sia Vierhapper
(Pflanze dichtrasig. Laubblätter breiter) sowie für den
Norden eine subsp. Norwegica Pers. (Pflanze sehr lockerrasig, mit langen, stets ein Hochblattpaar tragendenAchsen) erwähnt. Eine besondere geographische Rasse kommt auch dem Balkan zu. Die Gliederung in diesegeographischen Rassen dürfte sich erst nach der Eiszeit vollzogen haben — dafür sprechen auch die relativgeringen gegenseitigen Abweichungen — und ist heute noch nicht vollständig abgeschlossen. — S. acaulisist trioezisch und entwickelt dreierlei Polster, solche (allerdings selten) mit proterandrischen Zwitterblüten,andere mit lauter männlichen und drittens solche mit lauter weiblichen (und zwar dann kleineren) Blüten.Daneben gibt es noch andro- und gynomonoecische Stöcke. Auch gefüllte und weisse Blüten kommengelegentlich vor. Die in grosser Zahl dicht nebeneinanderstehenden Blüten werden von Insekten (namentlichFaltern) reichlich besucht. — S. acaulis gehört zu den auffallendsten und verbreitetsten Alpenpflanzen, welche nurvereinzelt unterl 700 m hinabsteigt (Blegnotal in Tessin 1200 m, Grindelwaldgletscher im Berner-Oberland bis 1000 m);ausserdem selten herabgeschwemmt (bei Matt im Kanton Glarus 845 m, bei Steyr an der Enns in Oberösterreich). Sierindet sich in den verschiedensten Formationen (Weiden, Matten, Felsen, Geröll), allerdings mit Vorliebe aufkalkreicher Unterlage. S. acaulis gehört zu den alpinen „Flachpolster«-Pflanzen, deren kompakte, aus denEndverzweigungen der dicht gedrängt stehenden, beblätterten Triebe bestehende Oberfläche zur Zeit derBlüte von zahlreichen brennend roten Blütensternen bedeckt ist. Das Innere des Polsters ist von zahlreichen
Fig. 574. Silene acaulis L. a Blütenpolster (längsdurchschnitten; wenig; verkleinert), b Habitus der Einzel-blüte (vergrössert). c Längsschnitt durch die weiblicheBlüte, d Kronblatt, e Samenkapsel mit Kelch. f,g Samen.— subsp. exscapa (All.) Koch, h Habitus (natürlicheGrösse), i Samenkapsel mit Kelch (vergrössert).