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lanzettlich, sitzend, spitz, alle dicht kurzhaarig. Blütenstand aufrecht, meist reichblütig.Blüten aufrecht, in langgestielten, rispig angeordneten 3- bis vielblütigen Trugdolden.Blütenstiele schwach drüsig-flaumig, kürzer oder so lang als der Stiel. Kelch länglich-keulenförmig, 15 bis 22 mm lang, an der Basis plötzlich abgestutzt, 10-nervig, grünlichweiss(zuweilen rötlich überlaufen), drüsig-flaumig, mit 5 stumpfen Zähnen (Fig. 573 f, g). Kron-blätter bis zur Hälfte 2-spaltig, oberseits weiss, unterseits grünlich-rötlich, grau oder grüngeädert. Krönchen fehlend (Fig. 573h) oder höchstens 2 kurze Höckerchen vorhanden.Kapsel eiförmig, etwa so lang oder kürzer als der Fruchtträger. — V.Selten an Hügeln, Wegrändern; wild nur im Süden.
Wild nur im südlichen Oesterreich in Südtirol (Margreid. Buchholz bei Salurn, Castell Stenico,bei Borgo) und wohl in Kärnten (Ziggeln und hinter dem Kalvarienberg bei Klagenfurt), aber sicher nicht inder Schweiz (im Tessin Verwechslung mit S. nutans var. livida!), ausserdem selten eingeschleppt, so inSteiermark (am Grazer Schlossberg, jetzt verwildert) ehemals ausgesät und in der Schweiz (Bahnhof Zürich).
Allgemeine Verbreitung: Mittelmeergebiet (von Spanien bis zum Taurus, bisArmenien und Persien). In England eingeschleppt.
Aendert ab: var. nemorälis (Waldst. et Kit.) Heuffel (= S. Italica Pers. ß. floccösa Rohrb., = Cucü-balus fioccösus Ficin.). Fig. 573 k, 1. Aehnlich, aber meist höher (bis 120 cm hoch). Untere Laubblättereiförmig, in den Stiel rasch verschmälert, spitz, mittlere verkehrt-eilanzettlich, obere lanzettlich bis lineal, spitz,alle dicht kurz-flaumig. Blüten aufrecht, in dichtblütigen, lang gestielten Trugdolden, weisslich, sehr selten rötlich(f. rubriflöra Evers; in Südtirol beobachtet). Wild an sonnigen Hügeln, steinigen Bergabhängen, zwischenGebüsch, in Holzschlägen, auf trockenen Bergwiesen im südlichen O esterreich in Südtirol, Steiermark (be-sonders in Mittelsteiermark; stellenweise, wie bei Peggau, Gratwein, Stübing, Rein, Judendorf sehr häufig),Kärnten (um Klagenfurt), Krain und Küstenland. In Niederösterreich (auf Kunstwiesen bei Wartenstein seit 1880),in Böhmen (Aussig, St. Ivan, St. Prokop, Karlstein bei Prag, zwischen Tschersing und Sel)usein), in Mähren(erst in letzter Zeit innerhalb der Kunstbestände [namentlich an Eisenbahndämmen] beobachtet; so bei Königs-feld, Zwittau, bei Paulowitz und Blatze nächst Olmütz; zwischen Hullein und Holleschau, Kremsier, Trebitsch,Friedland, Mitrow) und in Schlesien (Weidenau) wohl überall nur adventiv (Ephemerophyt). In Deutschlandwohl überall nur eingeschleppt, so im Königrech Sachsen (südlicher Teil des Elbhügellandes um Pillnitz, zwischenPirna und dem Cottaer Spitzberg, unterhalb Dresden nur bei Lössnitz), in Posen (einmal im Kr. Ostrowo), beiFrankfurt a. M. und in Württemberg (Menelzhofen im Oberamt Wangen und früher [1890] Hagelloch beiTübingen). Fehlt in der Schweiz.
918. Silene acaÜÜS L. (= S. caespitösa Salisb., = Cucübalus acaulis L., = Lychnis
acaulis Scop.). Stengelloses Leimkraut. Franz.: Silene ä courte tige; engl.: Stal-
kless silene, moss campion. Tai 99, Fig. 1 und Fig. 574.
Auf das Aussehen und den Standort dieser Alpenpflanze gehen die Benennungen: Polsternagerln(Oberösterreich); Alpäpolster (Churfirstengebiet); Moosbleaml (Niederösterreich); Miesnagerl, Mies-veigl (Salzburg); Steinkraut (Berner-Oberland). Teufelspeitschen (Niederösterreich) und Zigeuner-kraut (Kärnten) scheinen auf Aberglauben, der sich an die Pflanze knüpft, hinzuweisen.
Ausdauernd, 1 bis 4 cm hoch, + dichte Flachpolster bildend. Stengel stark ver-kürzt, bis 4 cm hoch, dichtdachig beblättert, 1-blutig (Fig. 574b). Laubblätter lineal-pfriemlich, lederig, spitz, einnervig, am Rande stachelig gewimpert. Blüten einzeln, sitzendoder kurz gestielt, dreihäusig (siehe unten!). Kelch + glockig, 4 bis 10 mm lang, kahl,10-nervig, grün oder oft rötlich überlaufen, 5-zähnig.- Kelchzähne stumpf, bis halb so langals die Röhre. Kronblätter dunkel- bis blassrosarot (selten weiss), vorn ausgerandet.Krönchen klein, zweihöckerig oder Höcker fehlend. Kapsel kugelig bis eiförmig, im Kelcheingeschlossen oder denselben überragend (Fig. 574 e, i). Samen rundlich-nierenförmig, mit4 bis 6 konzentrischen Linien von Buckeln versehen, am Rücken abgerundet, zuweilen amRücken gefurcht und auf den Flächen vertieft (Fig. 574f, g). — VI bis IX.
Häufig und ziemlich verbreitet auf steinigen Weiden, felsigen Hängen, im Geröll, aufFelsblöcken, in Spalten und Schneetälchen der Alpen; von ca. 1700 bis 3600 m (Monte Rosa