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Blattresten erfüllt, während die einzelnen Stämmchen reichlich wurzeln. Die Pflanze liefert höchstens denSchafen etwas Futter. Für alpine Anlagen im Tieflande eignet sich S. acaulis nicht gut, da sie daselbst nursehr spärlich Blüten erzeugt.
CCLI. Lychnis 1 ) L- Lichtnelke. Franz.: Lychnis; engl.: Campion; ital.:
Crotonella, corona.
Ausdauernde, rauhhaarige oder filzig bis dicht zottig behaarte Kräuter von der Trachtvieler Silenen. Blüten gross, zwitterig, in lockeren Trugdolden. Kelch röhrig-glockig,.10-rippig. Kronblätter ungeteilt, ausgerandet oder 2- bis 4-spaltig, rot oder weiss, mitdeutlichem Krönchen (Fig. 575 c, k). Staubblätter 10. Fruchtknoten durchaus (d. h. bis-zum Grunde) einfächerig (Fig. 575 e), im Kelch gestielt. Griffel meist 5 (Fig. 575 h), seltener3 oder 6. Frucht eine mit 5 Zähnen aufspringende Kapsel (Fig. 575 d, 1). Samen nieren-förmig, höckerig (Fig. 575f, m).
1. Laubblätter dicht seidenhaarig-weissfilzig. Kronblätter ungeteilt, ausgerandet oder 2-spaltig . 2..1*. Laubblätter etwas rauh. Kronblätter tief 4-spaltig, mit schmalen, linealen Zipfeln.
L. Flos cuculi nr. 92L
2. Blütenstand meist dicht trugdoldig. Kronblätter 2-spaltig, mit breiten, abgerundeten Lappen,(Fig.575c)............................L. Flos Jovis nr. 919.
2.* Blüten einzeln. Kronblätter ungeteilt oder ausgerandet......L. Coronaria nr. 920..
Zu der Gattung gehören ca. 10 Arten der alten Welt (namentlich in Sibirien), von denen nördlich derAlpen spontan einzig L. Flos cuculi in Betracht kommt. Ausser den beiden seidenfilzig-behaarten, südalpinenArten (nr. 919 und 920) werden bei uns in Gärten als Zierpflanzen die drei folgenden Spezies gezogen: L. Ch a I c e -dönica L. Brennende Liebe, Jerusalemsblume. Engl.: Scadlet Lychnis. Fig. 575n. Ausdauernd, 30 bis 45 cmhoch. Stengel aufrecht, rauhhaarig. Laubblätter eiförmig, spitz, beiderseits rauh. Blüten in dichter Trug-dolde. Kelch länglich-keulenförmig, behaart. Kronblätter leuchtend scharlachrot, seltener weiss oder fleischrot,.2-spaltig. Diese aus Sibirien, dem mittlem und südlichen Russland stammende Art wird in Sibirien wegen,ihres hohen Saponingehaltes zum Waschen (Tataren- oder Kuckucksseife) verwendet. — L. fülgens Fisch.,aus Sibirien. Aehnlich. Blüten aber in lockerer, wenigblütiger Trugdolde und grösser. Kelch verkehrt-eiförmig. Kronblätter 4-spaltig, scharlachrot. — L. grandiflöra Jacq., aus Japan. Kronblätter scharlachrot,,ungeteilt. — Adventiv wurde L. läeta Ait. aus dem westl. Mittelmeergebiet in dem Hafen von Mannheim (1901).angetroffen. Gelegentlich als Gartenflüchtling ausser L. Chalcedonica auch nr. 919 und 920.
919. Lychnis Flos JÖvis 2 ) (L.) Desr. (= Coronaria Flos Jovis A. Br., = AgrostemmaFlos Jovis L.). Jupiter's Lichtnelke, Zeus-Nelke. Franz.: Oeillet de Dieu, coquelourdefleur de Jupiter; engl.: Jove's fiower. Fig. 575a bis f.
Ausdauernd, 20 bis 90 cm. hoch, dicht seidenhaarig-weissfilzig und zottig. Stengelziemlich steif aufrecht, unten ziemlich gedrängt beblättert, einfach oder oben etwas ästig-Unterste Laubblätter länglich-spatelförmig, spitz, in den kurzen, scheidenartigen Blattstielverschmälert, die obern länglich, spitz. Blütenstand meist dicht-trugdoldig. Kelch lederartig,,länglich-glockig, 1,0-rippig (alle Rippen gleich stark), zottig-filzig, mit 5 spitzen Zähnen(Fig. 575 b). Krone 2 bis 3,5 cm im Durchmesser. Kronblätter karmin- oder hellpurpurrot (selten^weiss), 2-spaltig, mit breiten, abgerundeten Lappen. Krönchen vorhanden (Fig. 575 c). Frucht ei-rund-länglich. Samen zahlreich, spitz, ziemlich flach, gezähnelt, gekörnelt (Fig. 575 f). — VI, VII.
Selten und vereinzelt an sonnigen Abhängen, steinigen, kräuterreichen Wiesen dersüdlichen Alpentäler; bis ca. 1900 m.
Fehlt in Deutschland gänzlich. In Oesterreich einzig in Tirol (im südwestlichen Teile irmVintschgau bei Mals, Sulden, St. Gertraud, Juvalalpe in Schnals, bei Meran, Ulten, im Nonsberg am Tonale-pass, Rabbital, Gantkofel, Monte Maranza und an der Marzola bei Trento, Monte Baldo [1500 bis 1700 m]),.Levico. In der Schweiz zerstreut in den Kantonen Wallis (Haupt- und Seitentäler, Simplon, Binn), Tessin
') Gr. Xtiftvig Pflanzenname bei Theophrast (Hist. plant. VI, 7) ; wird als Agrostemma Coronaria gedeutet-2 ) Lat. flos = Blume und Jupiter (Genitiv Jövis), welchem diese stattliche Pflanze geweiht war.