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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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Säckingen 350 m, Albruck 350 m, bei Brombach 300 m, an der Wiese bei Lörrach und Basel 250 m, Karthausbei Freiburg 300 m, Dreisamtal 300 m, Höllental usw., im Schwarzwald; bei Freiburg auch in einer Kiesgrubeverschleppt) hinabsteigt, erscheint sie in den Wäldern an freien, humosen Stellen gern in Begleitung vonSarothamnus, Calluna, Cytisus pilosus, Melampyrum arvense, Jasione perennis, Galium Hercynicum, Trifoliumprocumbens, Origanum, Calamintha Clinopodium, an sonnigen Stellen der Vogesentäler auch neben TeucriumScorodonia, Senecio viscosus, Sedum reflexum und Her echt mediteranen Linaria striata. Wenn auch Silenerupestris im allgemeinen als kalkfeindliche Art bezeichnet werden muss, so kann sie doch in den Wäldern dersüdlichen Kalkalpen, namentlich wenn die Unterlage eine ziemlich dichte Humusschicht ist, neben Cardamineresedifolia und Ajuga pyramidalis etc. auch im Kalkgebirge vorkommen. Die Zwitterblüten sind proterandrisch,doch scheint Selbstbestäubung nicht ausgeschlossen zu sein. Als Seltenheit werden von He 11 weger aus Tirol(Bruneck) gefüllte Exemplare erwähnt. Die Pflanze ist nicht einjährig, wie oft angegeben wird. Für alpineAnlagen eignet sich diese Art weniger gut, da sie nach wenigen Jahren eingeht.

909. Silene linfcola 1 ) Gmel. ( S. stricta Spreng., = S. eranthema Wibel). Lein-oder

Flachsnelke. Fig. 570a bis f.

Einjährig, 30 bis 60 cm hoch. Stengel schlank, aufrecht, unten meist einfach,oberwärts ästig, kurzhaarig-flaumig. Untere Laubblätter gestielt, spatelig-lanzettlich, inden Stiel verschmälert, die obern sitzend, lineal-lanzettlich, viel kleiner, alle (besondersunterseits) an den Nerven kurzhaarig-flaumig. Blüten klein, aufrecht, lang gestielt, inlockeren, armblütigen Dichasien. Kelch keulenförmig, an der Spitze verengt, zuletzt fastkugelig, 12 bis 14 mm lang, grünlichweiss, 10-rippig, mit eiförmigen, stumpfen, ca. 1 mmlangen Zähnen (Fig. 570b). Kronblätter wenig länger als der Kelch, mit kleinem Krönchen(Fig. 570 c). Platte hellrosarot, mit 3 purpurroten Streifen, verkehrt-länglich, 2 mm lang,ausgerandet. Kapsel kugelig, im Kelch eingeschlossen, etwa so lang als der Kapselstiel(Fig. 570 d). Samen braun, warzig, am Rücken gefurcht, 0,5 mm breit, eingerollt (Fig. 570 e, f). VI bis IX.

Selten in Leinfeldern oder auf Aeckern der Ebene.

In Deutschland selten und oft nur vorübergehend in Baden, Württemberg und Bayern. InOesterreich sehr vereinzelt (in Kärnten im Becken von Klagenfurt); wird aus Böhmen, Mähren, Schlesien,Salzburg und Krain nicht genannt. Fehlt in der Schweiz vollständig. Als Heimat dieser heute in Mittel-europa und Oberitalien vorkommenden Art ist wohl das Mittelmeergebiet anzusehen, obgleich sie heute daselbstnicht mehr wild auftritt. Im Gegensatz zu andern Leinunkräutern (z. B. Camelina foetida und microcarpa,Raphanus Raphanistrum, Lolium remotum [Bd. I, pag. 377). Cuscuta Epilinum, Sonchus arvensis, zuweilen auchConringia orientalis, Lepidium sativum, Galium spurium) besitzt S. Iinicola ein sehr beschränktes Verbreitungs-areal. Nach Mitteleuropa wurde sie mit fremder Leinsaat gebracht. In ihrem Habitus hat sie sich ganz denVerhältnissen der Flachsfelder angepasst. Der schlanke Stengel verzweigt sich erst oberwärts und entsendet dielang gestielten Blüten in den Horizont des Leinfeldes. Infolge des spärlichen Lichtes fangen die untern Laub-blätter frühzeitig an zu welken (ähnlich wie bei Polygonum BIstorta; vgl. pag. 195).

910. Silene longtflöra Ehrh. ( S. bupleuroides Ledeb., = S. staticifölia Sibth. et Sm.,

= S. pällida Schur). Langblütiges Leimkraut. Fig. 571a bis f.

Ausdauernd, 50 bis 125 cm hoch. Grundachse blühende und nichtblühendeSprosse erzeugend. Stengel steif aufrecht, unten fast rosettenartig beblättert, oben entfernt-blätterig, kahl, nur oberwärts drüsig-klebrig, meist rot angelaufen. Untere Laubblätterlanggestielt, zungenförmig, in den Stiel verlaufend, stumpf. Stengelblätter graugrün,lineal-lanzettlich, fast sitzend, sehr spitz, die obersten tragblattartig. Blütenstand eineeinfache, aufrechte Scheintraube. Wickel 1- bis 3-blütig, Blüten 'gross. Blütenstiele vielkürzer als der Kelch. Kelch lang, keulenförmig-zylindrisch, 20 bis 30 mm lang, kahl, grün,unten purpurrot, mit abwechselnd stumpferen und spitzeren Zähnen (Fig. 571 b, d). Kron-

J ) Lat. h'num = Flachs, Lein und cölere = wohnen: die Art kommt in Flachsfeldern vor.