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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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908. Silene rupestris L. Felsen-Leimkraut. Franz.: Silene des rochers. Fig. 569p bis s.

Zweijährig bis ausdauernd, zart, 10 bis 25 cm hoch, vollständig kahl. Wurzelstock kurz,astig, mehrköpfig. Stengel zart, aufsteigend oder aufrecht, meist stark gabelig verzweigt. Laub-blätter eilanzettlich, sitzend, spitz, bläulichgrün, die untersten lanzettlich, nach dem Grundeverschmälert. Blüten lang gestielt, in lockerenDichasien. Kelch blassgrün, 5 bis 7 mm lang,kreiseiförmig, am Grunde etwas gestutzt, 10-nervig, kahl, mit 5 stumpfen, eiförmigen Zähnen(Fig. 569 r). Kronblätter milchweiss bis rosarot, fastdoppelt so lang als der Kelch. Platte keilig-eiförmig,2 bis 3 mm lang, tief ausgerandet. Krönchen sehrkurz oder fehlend. Kapsel ellipsoidisch, ca. 6 mmlang, im Kelch eingeschlossen bleibend (Fig. 569 s)und bei der Reife denselben oft zerreissend.Samen nierenförmig, am Rücken abgerundet, aufden Flächen gekörnelt, braun. VII, VIII.

Häufig und verbreitet an trockenen Fels-hängen, auf Magermatten, in der Zwergstrauch-heide, auf dürrem, gelichtetem Waldboden, aufkahlen Erdstellen, Erdabrissen, Steinhalden, Mur-brüchen, Moränen, Felsen der Alpen und Vor-alpen; von ca. 1600 bis 2800 m (nicht selten auchtiefer [bis 800 m] in die Täler hinabsteigend),jedoch nur auf kalkarmem Boden.

Ausser den Alpen in den Vogesen (ziemlich häufigauf den Höhen; doch auch in die Täler hinabsteigend, soz. B. beiWildenstein und am Retournemer)und im Schvvarzwald(in Baden: Feldberg, Belchen, Blauen, bis Badenweiler undMullheim herab; Schwarzachtal von der Walznauer Mühlebis Schwarzabruck; auf württembergischem Gebiet einzigim Berneckertal bei Schramberg im Oberamt Oberndorf).Fehlt im Jura.

Allgemeine Verbreitung: Pyrenäen,Sierra Nevada, Cevennen, Forez, Vivarais,Auvergne, Alpen, Karpaten, Siebenbürgen, südl.Skandinavien, Altai.

S. rupestris ist eine Charakterpflanze aller Urgebirgs-alpen und erscheint daselbst auf Gneiss, Granit, Grauwacke,Bunfsandstein, Porphyr, Kalkhornstein, Hornblende, Verru-

'-ano, Schiefer, Tonmergel etc. in den verschiedensten For-j^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^mationen. I n den Kalkalpen fehlt sie fast vollständig und tritt

ganz vereinzelt bei toniger oder kieselhaltiger Beschaffenheit der Unterlage auf. So fehlt sie dem Kalkgebirgev er ~ und Ot> er österreich vollständig, ebenso in einem grossen Teile der bayerischen Alpenkette (zuweilen wohl

' h t Ungmit H en °sperma quadrifida!). Von den offenen Matten- und Felsformationen der Hochalpen lässt siel - t> ^ ge vielerorrs bis ln die Talsohlen hinab verfolgen. Daselbst erscheint sie häufig als Felsenpflanze

.... . . ! Ung von Sempervivum arachnoideum, Dianthus Silvester, Sedum album, annuum und dasyphyllum,

, rrimula viscosa, Hieracium alpinum, Polypodium vulgare, Thymus, Rumex scutatus. Aspleniumseptentnonale in den <; i 1

" öuaaipen auch neben SaxifragaCotyledon. Festuca varia, Bupleurum stellatum etc.); andrerseits

. ' le auf Meiern, dürrem, belichtetem Waldboden grössere Flächen. In Fichtenwäldern (seltener

a ern ) kommt sie gern in Gesellschaft von Arnica montana, Deschampsia flexuosa (Bd. I,

uca ofncinalis, Melampyrum silvaticum, Phyteuma betonicifolium, Blechnum Spicant etc. vor.

Im Schwarzwald und in H \r o-i .. i i i- ^. , , i im i_ * i , .

in aen Vogesen, wo Silene rupestris vielerorts bis in die Talsohlen (Wehratal, bei

Fig:. 570. Silene linicola Gmel. a Habitus f 1 /^ natürl.Grösse), b Kelch, c Kronblatt, d Reife Kapsel, e, /Same(von aussen und im Schnitt). Silene Cretica L. subsp,an n ul ata Hayek.^-, g\ Habitus ('/3 natürl. Grösse). // Kelch.i Kronblatt. 1c Kapsel. / Samen.