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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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10-rippig, 12 bis 16 mm lang, gelblichgrün, oft rot überlaufen, mit 5 eiförmigen, kurzen,stumpfen Zähnen. Kronblätter fleischfarben bis hellpurpurrot (selten weiss), mit ziemlichlangem, spitzem Krönchen. Platte 5 bis 7 mm lang, ungeteilt, abgerundet oder schwachausgerandet. Kapsel länglich, auf einem langen Träger im Kelch eingeschlossen bleibend,ca. 8 mm lang, kaum länger als der Kelch, mit 6 zurückrollenden Zähnen sich öffnend. Samenklein, nierenförmig, am Rücken schwach rinnig, gekörnelt. V bis X.

Stellenweise an felsigen Abhängen, trockenen Wiesen, in Gebüschen, Hecken, aufAeckern, an Strassenrändern, in Weinbergen, trockenen Rainen; nur im Gebiete der Mittel-meerflora und deren Ausstrahlungen. Ausserdem nicht allzu selten verwildert.

Allgemeine Verb r eitung: Südeuropa und zerstreut in Mitteleuropa; in Amerika,Brasilien und Ostindien eingeschleppt.

In Deutschland wild im Rheingebiet, im Mosel-, Nette-, Nahe-, Ahr- und Saartal (besonders auf demMaifelde), nördlich bis in die Rheinprovinz und nach Westfalen, ausserdem im Rhöngebiet (Milseburg, Bubenbad)und im Harz (Bodetal zwischen Treseburg und Rosstrappe). In Oesterreich wild in Südtirol, in Krain und imKüstenland. In der Schweiz wild im Kanton Waadt, Wallis (häufig; bei Goppisberg ob Gampel bis 1250 m),Tessin und Puschlav (mehrfach; bei Viano bis 1200 m). Ausserdem wird S. Armeria, welche eine dankbare,leicht zu kultivierende Sommerblume unserer Gärten darstellt, nicht allzu selten in der Nähe von Dörfern undan alten Schlössern, an Bahndämmen, in Bauerngärten, Weinbergen, auf Schutt, vereinzelt selbst in abgelegenenWäldern, auf Kartoffeläckern und in Rietwiesen als Gartenflüchtling angetroffen. Gelegentlich erhält sich diePflanze auf diese Weise während längerer Zeit und macht dann den Eindruck einer wild wachsenden Pflanze(nach Ade auf der Nordseite des Hesselberges in Franken mit Chrysanthemum Parthenium). Im Süden derAlpen (insubrische Region, Südtirol) stellt S. Armeria eine Charakterpflanze der Kastanienregion dar. NachBrockmann-Jerosch erscheint sie daselbst auch in dem Festuca Vallesiaca-Typus (Bd. I, pag. 334) nebenAndropogon ischaemum, Carex nitida, Muscari comosum, Tunica saxifraga, Sempervivum tectorum, Potentillaargentea, Trifolium striatum, Vicia lathyroides, Myosotis collina, Verbascum phlomoides, ^Chondrilla iuncea,Artemisia campestris und Absinthium, Lactuca perennis etc. Die rosaroten Blüten sind ausgesprochen prote-randrische Tagblüten und werden von fliegenden Faltern (Macroglossa, Plusia) besucht. Den klebrigen Ringenam Stengel kommt wohl die gleiche Bedeutung zu wie bei Viscaria (vgl. pag. 276).

907. Silene Cretica 1 ) L-(= S. parviflöra Moench). Kreta-Leimkraut. Fig. 570g bis k.Zweijährig, bis 70 cm hoch. Stengel zahlreich, aufrecht, am Grunde behaart (sonstkahl), oben klebrig beringelt, gabelspaltig-ästig. Grundständige Laubblätter spatelig-eiförmig,in den gewimperten Blattstiel rasch verschmälert, kahl. Stengelblätter lanzettlich, spitz,kahl, voneinander weit entfernt. Blüten auf langem, unter dem Kelch klebrigem Stiel inarmblütigen Dichasien (sehr selten einblütig). Kelch röhrig-glockig, an der Spitze verengt,ca. 10 mm lang, kahl, hellgrün, 10-rippig (Fig. 570h), mit 5 spitzen, häutig-berandeten Zähnen.Kronblätter klein, rosarot. Platte 4 bis 5 mm lang, kurz 2-spaltig, am Grunde mit einembis zum Grunde geteilten, spitzen Krönchen (Fig. 570i). Kapsel kugelig-eiförmig, 10 bis12 mm lang, viel länger als der Kapselträger (Fig. 570k), bei der Reife im Kelch einge-schlossen bleibend und denselben oft zerreissend. Samen 1,73 mm breit, nierenförmig, imUmriss unregelmässig, am Rücken schwach rinnig, stumpf warzig (Fig. 5701). VI, VII.

Bei uns fast nur die Unterart subsp. annuläta (Thore) Hayek (= S. rubella Suffren). Einjährig.Stengel einzeln, bis 70 cm hoch, reichästig, ohne grundständige Blattrosette. Perigonblätter kleiner, mitunterfehlend. Kapsel fast kugelig, 10 mm lang, ihr Träger kaum 2 mm lang. Selten in Leinäckern als Unkraut.Seit langem aus Unter-Steiermark (bei Gleichenberg, Ankenstein, Wurmberg, Stattenberg, Wisell, Drachenburg)bekannt. Ausserdem selten adventiv, so im Hafen von Mannheim (1889, 1897), in der Schweiz (Bahnhof Buchs[1905], Solothurn [1906, 1907]), bei Triest. Die von Heer mit S. Cretica identifizierte Pfahlbau-Silene kannnach den neueren Untersuchungen von Neu weil er nicht aufrechterhalten werden. Allerdings ist es nichtmöglich die Zugehörigkeit der Pfahlbau-Silene, welche damals nördlich der Alpen wohl ziemlich verbreitet war,zu einer bekannten Art festzustellen. S. Cretica, welche heute im ganzen Mittelmeergebiet vorkommt, stammtwohl ursprünglich aus dem Orient.

') Benannt wie Athamanta Cretensis nach der Insel Kreta oder Candia.

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