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blutrot. Krönchen vorhanden. Kapsel eiförmig, im Kelch eingeschlossen, lang gestielt(Fig. 569 e). Samen nierenförmig, 1,5 mm lang, 1 mm breit, am Rücken abgeplattet bisschwach gefurcht (Breitflächen mit 7 bis 9 Reihen stumpfer, länglicher Höcker. Rückenmit 3 Reihen stumpfer Kegelhöcker). — VII.
Selten auf felsigen Abhängen der westlichen Schweizer-Alpen.
Einzig in der Schweiz im Wallis (hier fast nur [ausgenommen Praghorn über Rarogne] in derSüdkette, besonders in den Tälern von Visp und am Simplon bis Gondo; am Gletscher von Durand-Zinal bis3128 m). — Diese Spezies ist ein mediterran-südalpiner Typus, welcher östlich — ähnlich wie Anemone Halleri.Saponaria lutea, Trifolium saxatile, Saxifraga diapensoides und Oxytropis foetida — nicht über das Wallis hinaus-geht. Wie die folgende Art eignet sie sich sehr gut für alpine Anlage.
Allgemeine Verbreitung: West- und Südalpen (Französische Alpen, Wallis,Piemont); in den dinarischen Alpen die var. graminea (Vis.), im Kaukasus die var.Caucasica (Boiss.) Bunge.
904. Silene saxffraga L. (= S. polygama Stokes, = Cucübalus saxifragus Lam., = Lychnissaxifraga Scop.). Steinbrech-Leimkraut. Taf. 99, Fig. 3 und Fig. 569h bis i.
Ausdauernd, 15 bis 20 (30) cm hoch. Grundachse zart, kriechend. Stengel zart,dünn, rasig, entfernt beblättert, kurz flaumig, 1-, 2- oder 3-blütig. Laubblätter lineal, bislineal-lanzettlich, spitz, sitzend, nach dem Grunde verschmälert, die untern in den Achselnkurze Blattsprosse tragend. Blüten an langen, dünnen Zweigen endständig. Kelch fasthäutig, keulenförmig, kahl, 10-rippig, mit eiförmigen, stumpfen Zähnen. Kronblätter weiss,unterseits rötlich oder gelbgrün, nur wenig aus dem Kelch herausragend (Fig. 569g), tief2-spaltig (Taf. 99, Fig. 3 a), mit abgerundetem, 2-teiligem Krönchen. Kapsel eiförmig, solang oder kürzer als der Kapselträger, wenigstens der untere Teil im Kelch eingeschlossen(Fig. 569h). Samen grau, 1 mm breit, am Rande tief furchig, radiär streifenwarzig(Fig. 569i). — VI bis VIII.
Sonnige Felsen, buschige, steinige Abhänge der südlichen Alpen, von ca. 1000 bis2400 m; namentlich auf Kalk, selten auf Urgestein.
Fehlt in Deutschland vollständig. In Oesterreich im südlichen Tirol (nordwestlich bis ins ValVestino, Campiglio, Gantkofel, Sarnerzoll, Peitlerkofel, Prags, Bergeralpen, Rottenkogel), Kärnten (hauptsächlichin den südlichen Kalkalpen), Krain und Küstenland, aber nicht in Steiermark. In der Schweiz selten imWallis (Simplon, Gondo, Zwischbergen, Zermatt), häufig im südlichen Tessin und in Graubünden (Puschlav).
AllgemeineVerbreitung: Pyrenäen, Sierra Nevada, Südalpen, Italien, Sizilien,Südungarn, Karpaten, Balkan.
Diese für die südlichen Kalkalpen stellenweise sehr charakteristische kleine Silene kommt gelegentlichmit rötlichen (f. rubella Neilr.), selten auch mit dunkelbraunen (f. füsca Evers) Blüten vor. An warmen,sonnigen, nach Süden exponierten Felshängen tritt sie oft in Gesellschaft von Lasiogrostis Calamagrostis(Bd. I, pag. 206), Gypsophila repens, Vincetoxicum, Laserpitium Siler, Potentilla caulescens und Rhammuspumila (in Felsspalten), Plantago serpentina, Coronilla Emerus, Arctostaphylos Uva ursi, Juniperus communis,Hippophae rhamnoides, Globularia cordifolia, Daphne alpina, Teucrium montanum, Buphthalmum salicifolium,Medicago falcala, Artemisia Absinthium, Dianthus Silvester etc. auf, also ein Gemisch von alpinen und süd-europäischen Formen. Beim Bad Bormio (Bagni vecchi, ca. 1500 m) findet sich S. saxifraga auf den erwärmtenTufffelsen neben dem echt mediterranen Adiantum Capillus Veneris (Bd. I, pag. 38).
905. Silene Hayekiäna 1 ) Handel-Mazzetti et Janchen (= S. saxifraga Maly, = S. fruti-culösa Rohrb., = S. Dalmätica v. Hayek nee Scheele). Karst- Leimkraut. Fig. 569k bis o.
Ausdauernd, 20 bis 40 cm hoch (in der Tracht von nr. 904). Wurzelstock ästig,rasig. Stengel zahlreich, aufsteigend oder aufrecht, am Grunde ästig, kahl, wenigblütig.Laubblätter lineal, spitz, 1 bis 1,5 mm breit, bis 3 cm lang. Blüten auf langen Stielen auf-recht, einzeln oder zu zweien endständig. Kelch schmal keulig, 11 bis 14 mm lang, weisslich,
] ) Nach Dr. med. August v. Hayek, Privatdozent an der Universität 'Wien, Herausgeber der z. Z.erscheinenden „Flora von Steiermark".