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Westend, Reetz [scheint sich hier einzubürgern], Frauenhagen bei Greifenberg, Frankfurt a. O.), in Westpreussen (mehr-fach), Ostpreussen (um Pillau), Schleswig-Holstein (Wandsbeck), früher bei Hamburg (am Diebsteich, 1885) und beiRatzeburg (Goldensee), in Mecklenburg (ca. 1850 aufgetreten, z.B.Gadebusch, Bützow, Rostock, Tessin), in Thüringen(Eberstadt), in Schlesien (einst bei Rotenburga.O.), im nördl.Bayern (um Nürnberg, Erlangen, Bayreuth). In O ester-reich wild einzig im Küstenland und vielleicht in Südtirol (Serravalle, Santa Margherita), sonst vereinzelt adventivin Böhmen (Stradonitz bei Budweis), in Mähren (Czeitsch, Bisenz, zwischen Lundenburg und Neudorf), in Nieder-österreich (hie und da um Wien, namentlich auf der Türkenschanze, häufiger im Marchfeld von Marchegg bis gegenGänserndorf), in Kärnten (am Eisenbahndamm zwischen Guttawitz und Iserau) und in Krain. In der Schweiznur adventiv (bei Genf, Chur, Eisenbahndamm bei Brugg [1905] und Basel [1907]).
Allgemeine Ve rbreitung: Ganzes Mittelmeergebiet (nördlich bis Mitteldeutschland,Schottland, Holland),Transkaukasien, westl. Sibirien (zw.Tobolsk undTomsk bis 58° nördl. Breite).
Diese echt mediterrane Silene, deren ursprüngliches und adventives Vorkommen in Mitteleuropa nichtimmer leicht auseinanderzuhalten ist, erscheint wohl am häufigsten in dem warmen und trockenen (40 bis 50 cmjährliche Niederschläge) Becken von Mainz, hier in Gesellschaft von verschiedenen anderen südlichen odersüdosteuropäischen Steppenpflanzen wie Adonis vernalis, Helianthemum Fumana, Euphrasia lutea, Alsine Jacquini,Scabiosa suaveolens, Jurinea cyanoides, Kochia arenaria (pag. 250), Globularia vulgaris, Onosma arenaria,Armeria plantaginea, Cytisus sagittalis, Medicago minima, Trifolium alpestre, Carex supina (Bd. II, pag. 86) ;Helichrysum arenarium, Silene Otites (pag. 290), Peucedanum Oreoselinum, Trinia glauca etc. —Nach Steblerfinden sich die Samen zuweilen als Verunreinigung im französischen Inkarnat'Klee (Trifolium incarnatum).
Fig. 568. Silene d i e ho toma Ehrh. a Blütenspross (V.i natürl.Grösse), b Kelch, c Längsschnitt durch die Blüte, d Kron-blatt, e Keife Fruchtkapsel. / Querschnitt durch die Kapsel.ir Same. — Silene Gallica L. h Habitus ( l ß natürl. Grösse).i Kelch. k, /Kronblatt (von innen und von der Seite), vi ReifeKapsel, n Same.
901. Silene dichötotna Ehrh. (= S. mem-
branäcea Poir., S. trinervis Soland.).
Gabeliges Leinkraut. Engl.: Forked
catchfly. Fig. 568 a bis g.
Einjährig, 20 bis 50 (100) cm hoch,zerstreut kurzhaarig. Stengel starr, auf-recht, oberwärts gabelig verzweigt, entferntbeblättert. Laubblätter länglich-lanzettlich,die untern spateiförmig, in den kurzenBlattstiel verschmälert, stumpf oder abge-rundet, die obern sitzend, lanzettlich, spitz,alle von 3 bis 5 Nerven durchzogen, dichtkraushaarig. Traubenähnliche Wickel end-ständig, gegabelt, einseitswendig, bis 10Blüten aufweisend, mit einer gabelständigenBlüte. Blütenstiele bärtig - zottig. Kelchlänglich - zylindrisch, nur unten etwas an-geschwollen, über 10 mm lang, 10-rippig,rauhhaarig (Fig. 568b), zur Blütezeit etwasnickend, zur Fruchtzeit eirund - länglich,aufrecht, mit 6 kurzen, eiförmigen, spitzenZähnen. Kronblätter weisslich (sehr seltenpurpurn), bis doppelt so lang als der Kelch,tief 2-spaltig, mit abgerundeten Lappen(Fig. 568 d). Krönchen in der Regel vor-handen , kurz, stumpf. Kapsel eiförmig,länglich, viel länger als der Fruchtträger(Fig. 568 e), sehr kurz gestielt. Samen grau,nierenförmig, spitzwarzig, 1,5 mm lang(Fig. 568 g). — VII, VIII.