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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
Entstehung
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275
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sind nur wenige bekannt: f. Nie Mensis (Link) Willd. Kelchzipfel lanzettlich, doppelt bis 3 mal so lang alsdie Kronblätter. Platte klein (Selten, z.B.Helgoland). f. brachy calix Opiz (= f. micröcalyx Doli).Kelchzipfel das Ende der Kronblätter bei weitem nicht erreichend (Extrem der vorigen Form). var. KilliäsisBrügger. Blüten kurzgestielt, fast sitzend, dicht gedrängt. Kronblätter blassrötlich, etwa so lang oder etwalanger als die Kelchzipfel (Unterengadin). Mehrfach wurden auch Laubsprosse in der Blütenregion beobachtet,erfüllte Blüten werden ab und zu in Gärten kultiviert.

CCXLLX. Viscäria 1 ) Roehling. Pech- oder Klebnelke.

Ausdauernde, meist dichtrasige Kräuter. Stengel kahl oder unter dem Knotenklebrig. Laubblätter schmal. Blüten rot (ausnahmsweise weiss), in Wickeln, welche zueiner endständigen Traubenrispe vereinigt sind. Kelch 10-rippig. Kronblätter mitKrönchen (Tai 98, Fig. 4b, 5a). Staubblätter 10 (Fig. 564f). Griffel 5 (seltener 4 oder 3).Frucht in der Mittellinie der Fächer an der Spitze aufspringend.

Die Gattung umfasst 5 Arten, von denen ausser nr. 897 und 898 in Europa im Balkan noch V.

atropurpürea Grisebach und V. Sartörii Boiss. vorkommen. V. grandiflöra Fisch. (China, Japan),

welche wie V. Sartörii und V. vulgaris (llore pleno) gelegentlich in Gärten kultiviert wird, ist als

Seltenheit schon als Gartenflüchtling beobachtet worden.

1. Pflanze niedrig (5 bis 15 cm hoch). Stengel nicht klebrig. Hochalpen . . V. alpina nr. 897-1*. Pflanze höher (30 bis 60 [100] cm hoch). Stengel unter den obern Knoten stark klebrig. Nur

auf kalkarmen Böden........................ V. vulgaris nr. 898.

897. Viscäria alpina (L.) Don (= Lychnis alpina L., = Viscäria Suecica Sweet). Alpen-Pechnelke. Engl.: Red alpine catschfly. Taf. 98, Fig. 5.

Ausdauernd, 5 bis 15 cm hoch. Wurzelstock rasig, mehrköpfig (1 bis 7 Stengeltreibend), mit spindelförmiger Pfahlwurzel und mehreren grundständigen Blattrosetten.Stengel aufrecht, unverzweigt, nicht klebrig, nur 1 bis 3 Blattpaare tragend. Laubblättersitzend, länglich-lanzettlich bis lineal, spitz, am Grunde bewimpert, die grundständigenetwas breiter als die Stengelblätter. Blütenstand endständig, + dichtkopfig. Blüten zumgrossen Teil zweigeschlechtig, 10 bis 12 mm im Durchmesser, weibliche 6 bis 8 mm. Kelchglockenförmig, mit undeutlichen Nerven, kahl. Kronblätter hellpurpurn, 2-spaltig, mitKrönchen (Taf. 98, Fig. 5 a). Kapsel eiförmig. Griffel 5 (seltener 4 oder 3). Samennierenförmig, braunschwarz, mit Papillen (Taf. 98, Fig. 5 b), sehr klein (höchstens 0,4 mmim Längsdurchmesser). VII bis VIII.

Zerstreut auf Gerolle und im Rasen der Hochalpen, von ca. 1900 bis 3100 m; nurauf kalkarmem Gestein.

Fehlt in Deutschland gänzlich. In Oesterreich vereinzelt im mittleren Tirol (Reintal bei Taufers,Defereggen, Kalsertal [zahlreich]), in Kärnten (Bergertörl zwischen der Leiter und Kais, auf Kalkglimmerschiefer)und in Salzburg (Südwestseite der Zentralkette : Kalsertauern). In der Seh w eiz im Wallis, Berner-Oberland (Kiental,Lämmerengletscher ander Gemmi), Avers, Puschlav (einzig Lagalb) und im Engadin. Auch im angrenzenden Italien(Veltlin, Livigno, Lombardei, Piemont). V. alpina, welche gewissermassen eine Miniaturausgabe der gemeinenPechnelke der Ebene darstellt, ist eine typische hochalpine, kalkfeindliche Spezies. Auf dem Gornergrat(3000 m) erscheint sie in den kurzgrasigen, steinigen Abhängen zusammen mit Gentiana brachyphylla,Saxifraga exarata, planifolia, bryoides und Seguieri, Arenaria ciliata, Phyteuma pauciflorum, Sibbaldia, Potentillafrigida und villosa, Ligusticum simplex, Alchimilla pentaphylla und subsericea. Veronica fruticans, Oxytropiscampestris, Plantago alpina, Leontodon Pyrenaicus, Trifolium alpinum, Salix retusa, Pedicularis recutita,Antennaria Carpatica, Elyna spicata (Bd. II, pag. 49), Carex curvula (Bd. II, pag. 70), Campanula Scheuchzeri,Luzula lutea, spicata und spadicea etc. Sie eignet sich sehr gut für alpine Anlagen. V. alpina ist eine pro-terandrische Falterblume. Die Samen sind sehr klein und leicht (0,08 mg schwer).

Allgemeine Verbreitung: Pyrenäen, Alpen (besonders West- und Zentral-alpen), Gebirge von Schottland und Nordengland, nördliches Europa, östliche und westlicheArktis, Kanada, Altai; fehlt den Karpaten.

') Nach dem klebrigen Stengel vom lat. vfscus = Vogelleim (vgl. Viscum, pag. 146, Anm. 1).