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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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nur eingeschleppt. Ausserdem ursprünglich in Mecklenburg (Sülzer Saline) um Magdeburg (Schönebeck [Gradierwerkbei Salze, Soolkanal], Rote Mühle, Sohlen, Sülldorf, Stassfurt, Hecklingen), im Salzgebiet bei Artern, DornbockerBruch, bei den Mansfelder Seen, bei Frankenhausen und bei Rathmannsdorf. Ferner adventiv beobachtet beiHamburg (auf Schutt), um Hannover (vereinzelt), in Anhalt (bei Zerbst), bei Dresden, im Hafen von Mannheim(1880, 1884, 1901) und bei Ludwigshafen a. Rh. (1901 bis 1905). In Oesterreich spontan in Niederösterreich(im Pulkatale von Laa bis Hadres, bei Retz, Gallbrunn, Margarethen am Moos), in Mähren (zwischen Satschanund Mönitz, Nusslau, Poppitz, Bahnhof Auspitz [wohl adventiv!], Saitz, Czeitsch, Guttenfeld bei Dürnholz), imKüstenland (Küste der Adria): ausserdem gelegentlich adventiv, so in Niederösterreich (um Wien, bei Mödling,.Gross-Enzersdorf) und in Vorarlberg (Bregenz). Ist für Untersteiermark (an der Save zwischen Cilli und Tüffer)trotz eines sog.Belegexemplares" nach v. Hayek zu streichen. Fehlt in der Schweiz (auch adventiv) vollständig.

Allgemeine Verbreitung: Kosmopolitische Küstenpflanze aller Erdteile undvereinzelt im Binnenlande.

Aendert ab: var. flexilisW. O. Focke (= S. Jacquinii Dum., = S. filiförmis Dum., = Schoberiasalinaria Schur). Pflanze zarter, meist rot überlaufen, mit aufrechten, oft kurzen Aesten. Laubblätter 1 bis2,5 cm lang, zuweilen spitzlich. Samen 1 bis 2 mm lang (Vornehmlich an der Meeresküste). Eine Form mitgrösseren Früchten und Samen wird als f. macrocärpa G. Beck unterschieden. var. prostrata W.O.Focke ( var. vulgaris Moqu.). Pflanze derber, meist rot überlaufen. Stengel und Aeste niederliegend, oftverkürzt. Laubblätter unterseits etwas flacher gewölbt, in der Mitte etwas breiter. Samen kleiner (Häufig aufden Inseln). var. sälsa (Pall.) G. Beck (= Chenopodium salsum L , == Salsöla salsa L., = Chenopodinasalsa Moqu.). Fig. 55/r. Zweijährig (?), meist seegrün, trocken oft schwärzlich werdend, bis 1 m hoch,reichlich verzweigt, mit abstehenden (seltener herabgeschlagenen) Aesten, am Grunde zuweilen etwas holzig.Laubblätter länger (1 bis 4,5 cm lang), öfters stumpf (Niederösterreich). Suaeda maritima überzieht mit dervorhergehenden Art, mit Obione und andern Halophyten oft grössere Strecken längs der Meeresküste. DieBlüten sind homogam oder schwach proterandrisch; spontane Selbstbestäubung ist leicht möglich. Ueber dieStengelanatomie vgl. Fig. 556g. Im Gegensatz zu Salicornia fehlt hier das Assimilationsgewebe.

CCXLIV. Salsöla 1 ) L. Salzkraut.

Zu dieser Gattung zählen ca. 40 in Europa, Nord- und Südafrika und im gemässigten Asien ver-breitete Arten, welche im Habitus mit den Vertretern der Gattungen Corispermum und Polycnemum grosseAehnlichkeit besitzen. Von den 19 in Südeuropa verbreiteten Arten erscheint ausser nr. 889 im Österreich.Litorale sowie in Ungarn (Com. Pest, Solt, Bacs [am Salzsee], Bihar) und Dalmatien einzig S. Soda L. rfranz.: Herbe au verre, Marie vulgaire; ital.: Riscolo, roscano, bacicci. Stengel kahl. Aeste aufgerichtet.Laubblätter lineal, mit kurzer Stachelspitze. Fruchthülle häutig (adventiv Südbahnhof München). Adventivwurde im Hafen von Mannheim (1900) S. colh'na Pall. (Sibirien, Himalaya) konstatiert.

889. Salsöla Kali 2 ) L. (= S. decümbens Lam., = S. aciculäris Salisb., = S. scariösaStokes, = Kali Soda Moench). Kali-Salzkraut. Franz.: Soude; engl.: Common salt-wort; ital.: Erba-Cali, riscolo, soda. Taf. 97, Fig. 4, Fig. 557s bis y und 556h bis m.Einjährig, (10) 25 bis 60 cm hoch, graugrün (zuweilen rötlich überlaufen), meistzerstreut-kurzhaarig. Stengel in der Regel vom Grunde an verzweigt, mit ausgespreizt-abstehenden oder aufsteigenden Aesten. Laubblätter sitzend, lineal-pfriemenförmig, stechend-stachelspitzig, am Grunde verbreitert, hautrandig, die untern gegenständig, die obern ab-wechselnd, breiter und kürzer. Blüten zwitterig, meist zu 1 bis 3 blattwinkelständig(seltener kurze Aehren bildend). Vorblätter 2, (wie das Tragblatt) die Blüten über-ragend, eirund-dreieckig, starr, ziemlich lang grannig-bedornt, häutig berandet (Fig. 557 s).Blütenhüllblätter 5 (seltener 4), auf dem Rücken quer gekielt (Taf. 97, Fig. 4b), eirund,fast spitz, zuweilen etwas ungleich lang, oben dünnhäutig, unten pergamentartig und dieFrucht einschliessend. Staubblätter 5 (Fig. 557 t), am Grunde ringförmig verbunden (Ringzwischen den Staubbeuteln zuweilen kleine Lappen tragend). Narben 2 bis 3, lang (Taf. 97,Fig. 4 a). Frucht eine 1-sämige Schlauchfrucht, unten von dem gekielten oder flügelartig

') Von lat. sälsus = salzig.

s ) Der Name dürfte wohl aus dem Arabischen, wo kaljun oder kiljun die Asche von mehreren Sodaliefernden Salzpflanzen bedeutet, auf die Pflanze übertragen worden sein.