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Häufig auf Schlickfeldern, auf festem (oft steinhartem) aber feuchtem Ton- undLehmschlamm (oft in grösseren, fast reinen Beständen) der Meeresküsten, auf Aussenweidenund am Wattstrand der Inseln sowie zerstreut auf salzhaltigen Stellen im Binnenland.
In Deutschland verbreitet an den Küsten und auf den Inseln der Ost- (östlich bis Stolpmünde) undNordsee (an der Weser aufwärts bis Brinkamas Hof und Blexen, an der Elbe bis oberhalb Altenbruch). ImBinnenlande im Wemdlande (mehrfach), in Mecklenburg (Suiten bei Brüel und bei der Sülzer Saline), inHannover (Salzgitter, Siedegrund bei Predöhl, im Lemgo, Hitzacker, Blutungen), um Magdeburg (Schönebeck[Sal/.e]. Barby, Sülldorf, Stassfurt, Hecklingen etc.), in Thüringen (Numburg, Dodendorf, Artern, Mansfelder Seen),in der Altmark (Salzwedel), bei Halle, in Brandenburg (früher bei Nauen beim Selbelanger Jägerhause), inPommern (bei Kolberg an allen Salzsümpfen gemein), in Posen (Schubin, Inowrazlaw), im nördl. Bayern (beider Saline Orbe), in Lothringen (Dieuze, Remilly, Chateau-Saüns, bei Forbach und Kochern) etc. In West-preussen bei Danzig eingeschleppt; ebenso bei Gradierwerken am Soolbade Ciechocinek im benachbarten Gouv.Warschau. In Oesterreich zerstreut in Niederösterreich (im Pulkatale von Platt und Watzelsdorf bis Laaund Staatz; bei Lassee und Breitensee im Marchfelde, zwischen Gallbrunn und Margarethen am Moos), inMähren (Czeitsch, Mönitz, Saitz, zwischen Dürnholz und Guttenfeld, Neu-Prerau, beim Bahnhof Auspitz) undim Küstenland. In Ungarn rings um den Neusiedlersee, bei Komäron, Bacs etc. Fehlt in der Schweiz gänzlich.
Allgemeine Verbreitung: Fast Kosmopolit (fehlt einzig dem Erdteil Austra-lien vollständig). Küstengegenden und salzhaltige Stellen im Binnenlande von fast ganzEuropa (nördlich bis Norwegen), Nord- und Südafrika, Orient, Transkaukasien, Turkestan,Sibirien, Zentralasien, Ostindien, Amerika.
Diese auffallende, in ihrem Habitus mehr an höhere Algen als an eine Blütenpflanze erinnernde Art istihrem Habitus äusserst vielgestaltig. Als Formen werden unterschieden: var. stn'cta (Willd.) G. F. W. Mey,(= var. erecta Peterm., = var. maior Uechtr.). Pflanze dunkelgrün, im Herbst oft rötlich überlaufen. Stengelentweder vollständig oder nach einer kurzen horizontalen Krümmung aufrecht. Aeste steif aufrecht, demStengel + angedrückt. Aehren gewöhnlich dünn, schlank, 3 bis 6 cm lang, nach der Spitze zu verdünnt (Nichtselten). — var. myosurofdes Rom. et Schult. (= var. procümbens [Sm.] Mert. et Koch, = S. prosträtaPall.). Pflanze fast stets dunkelgrün. Hauptstengel aufrecht oder aufsteigend, bis 20 cm hoch, am Grunde oftwurzelnd, ästig (Aeste etwas abstehend, wagrecht aufsteigend, die längeren am Grunde auch gelegentlichniederliegend, dann jedoch steil aufgerichtet). Aehren verlängert (3 bis 9 cm lang), oft spitz. Samen mit langenHaaren. Eine in allen Teilen zierliche Form ist f. gräcilis G. F. Mey.— var. pätula (Duval-Jouve) Grepin.Pflanze weniger fleischig und dunklergrün als die übrigen Formen, meist rot überlaufen (bis blutrot), verzweigt.Stengel aufrecht oder aufsteigend, mit längeren, abstehenden Aesten. Aehren kurz, 1 bis 2 cm lang, stumpf,holperig-knotig (mit deutlichen Einschnürungen). Samen kleiner. — Zwergige Exemplare erreichen zuweilen nureine Höhe von 2 bis 3 cm (f. pygmaea Moqu.).
Die eigenartig gestaltete, mit armleuchterartig verzweigten Stengeln versehene Salicornia herbaceaist wohl die bezeichnendste Halophytenpflanze der deutschen Flora. Sie verträgt das stärkste Salzwasser (sieverlargt 2'/i bis 3°/o Salzgehalt) und erscheint stellenweise auf den vom Wasser befreiten schlammigen Flächenallein oder in Gesellschaft von Obione (pag. 235) und Echinopsilon (pag. 248) in praller Sonne. Auf demSchlickboden der einförmigen Seemarschen tritt Salicornia, nachdem sich auf dem Boden einige Algen aus demWasser abgesetzt haben, häufig als erster Ansiedler der Blütenpflanzen auf. Später gesellen sich der Pflanzeandere Phanerogamen, wie Salsola Kali, Armeria maritima, Statice Limonium, Aster Tripolium, Poa pratensis var.costata, Atropis distans und maritima (Bd. I, pag. 323) bei, welche sie allmählich verdrängen können. So bildensich aus der Wattenformation allmählich die Strandwiesen. Andererseits erscheint Salicornia auch in den Salz-sümpfen der Strandformation, hier dann gern begleitet von Cochlearia officinalis und Anglica, Spergulariasalina und marginata, Apium graveolens („Sellerie"), Bupleurum tenuissimum, Oenanthe Lachenalii, Aster tri-polium, Artemisia maritima, Samolus Valerandi, Statice Limonium, Suaeda maritima (pag. 257), Obione(pag. 235), Atriplex litorale (pag. 240) und laciniatum, Triglochin maritima (Bd. I, pag. 149), Juncus Gerardi(Bd. II, pag. 159) und J. maritimus (Bd. II, pag. 165), Schoenus nigricans, Carex extensa (Bd. II, pag. 116),Atropis etc. — Biologisch ist Salicornia herbacea als eine Stammsucculente (Chylocaule) zu bezeichnen, beiwelcher die Laubblätter zu scheidenartigen Schuppen reduziert sind. Ueber die Anatomie der Stengelgliedervgl. Fig. 556 f. (das mehrschichtige Assimilationsgewebe umgibt ein grosses Wassergewebe). Die Blüten sindschwach proterandiisch (Schulz); doch besitzen sie langlebige Narben, so dass bei der Nähe der StaubbeutelSelbstbestäubung leicht möglich ist. Gelegentlich sind auch schon 3 Staubblätter in einer Blüte beobachtetworden. — Die Pflanze, welche einen etwas bitteren, salzigen Geschmack aufweist, kann — frisch gekochtoder in Essig eingemacht — als Salat benutzt werden. In Lothringen, wo sie die Region der terrains argilo-calcaires bewohnt, ist der Salat unter dem Namen „passepierre" bekannt (Solm s-L aub ach).