Druckschrift 
3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
Entstehung
Seite
252
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

252

Zu dieser Gattung zählen ca. 12 im südöstlichen und südlichen Europa, in Zentral- und Ostasienbeheimatete Arten. Die wenigen europäischen Arten sind typische Repräsentanten des pontischen Florenreiches,welche sich aber stellenweise eingebürgert haben. Im Hafen von Mannheim wurden ausserdem adventiv be-obachtet C. Stauntdnii Moqu. aus China und C. Redöwskii Fisch, aus Sibirien.

1. Tragblätter der Blüten kürzer oder so lang als die Blüten (Fig. 5551, m). Aehren schmal, locker.Niederösterreich, Nordmähren .....................C. nitldum nr. 885.

1*. Tragblätter der Blüten länger als die Blüten (Fig. 555 d). Aehren breiter........ 2.

2. Blütenhüllblätter 1 bis 3 (Fig. 555b), sehr selten 5 oder fehlend. Staubblätter 5 bis 2, ungleich] an _ ..........................C. hyssopif olium nr. 884.

2*. Blütenhüllblätter 1 bis 2 oder fehlend (Fig. 555 o). Staubblätter 1 bis 3 (5). Fehlt in Oesterreichvollständig, in Deutschland (Baden, West- und Ostpreussen) nur die var. Marschallii C. canescens nr. 886.

884. Corispermum hyssopif Ölium J ) L. Ysopblätteriger Wanzensame.

Fig. 555 a bis g, q und 556 d.

± sternhaarig (Fig. 556 d). Stengel aufrecht,bis fast lanzettlich, beidendig verschmälert,

nervig, kurz zuge-

Einjährig, 10 bis 50 cm hoch,rutenförmig, ästig. Laubblätter lineal

1

kurz>* spitzt, die obern (zu-gleich die Tragblätter derBlüten) oval, mit einemhäutigen Rand von derhalben Breite des krau-tigen Teiles. Aehrenunten locker-, oben dicht-blütig, unten mit langen,lanzettlichen Stützblät-tern versehen. Blüten-hüllblätter 1 bis 3 (5), hieund da verwachsen, sehrselten fehlend (Fig. 555b).Staubblätter 5 bis 2, meistungleich lang. Früchte(2,5) 3,5 bis 4,5 mm lang,kahl, rundlich-eiförmig,+ geflügelt, schwach ge-kielt, bedeutend kürzerals das Tragblatt (Fig.555d). Flügel ganz-randig (Fig. 555 e), ander Spitze mit 2 Stachelspitzchen (Teile des Griffelgrundes). VII bis IX.

Hie und da an sandigen, unfruchtbaren, unbebauten Orten, auf Schutt, an Bahn-dämmen, auf Meeressand. In Mitteleuropa fast überall nur eingeschleppt, stellenweise ein-gebürgert (z. B. um Berlin, bei Mannheim etc.).

Diese Spezies kann in die beiden Unterarten (1 und 2) gegliedert werden (vgl. hierüber auch Schulz, Roman.Verhandl. des Botan. Vereins der Provinz Brandenburg. Bd. XL VIII, pag. 103): 1. subsp. typicum (G. Beck),(= C. hyssopifolium sensu strictiore, = C. squarrösum L.) Blütenhüllblätter 1 bis 3 (sehr selten 5). Staubblätter3 oder 5. Frucht am Rande schmal geflügelt (Fig. 555 e), oft fast gekielt, nur am Rande ganz schmal durch-scheinend. Hieher ferner als Formen: var. densiflörum Fenzl. Aeste stark spreizend. Aehren dichtblütig,verlängert, oft dick, walzlich oder kürzer, zuweilen aus kleinen Aehrchen zusammengesetzt. Obere Tragblätterca. 5 mm breit. Früchte 3,5 bis 4,5 mm breit. var. gräcile Beck. In der Tracht des C. nitidum. Aeste

J ) Nach der Aehnlichkeit der Laubblätter von Hyssopus officinalis.

Fig. 555. Corispermum hyssopifolium L. a Habitus (»/* natürl. Grösse), b Blüte.c Längsschnitt durch den Fruchtknoten, d Frucht mit Tragblatt, e Längsschnitt durch dieFrucht (em Keimling, na Nährgewebe). / Querschnitt durch die Frucht, g Frucht der subsp.macropterum Fenzl. C. nitidum Kit. h Habitus, i Blüte (von innen), k Stück einesFruchtzweiges. /, m Früchte mit Tragblättern. C. canescens Kit. var. Marschallii(Steven) Beck, n Habitus, o Blüte (von innen), p Frucht, q Diagramm von C. hyssopi-folium L., r von C. Marschallii Steven (q, r nach Eichler).