Druckschrift 
3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
Entstehung
Seite
251
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

V

251

883. Kochia SCOpäria 1 ) (L.) Schrad. (= Chenopodium scopariaL., = Atriplex scoparia Crantz,= Salsola scoparia L.). Besen-Radmelde, Besenkraut. Fig. 554k bis u und 556a bis c.Einjährig, bis 1,5 m hoch. Wurzel spindelförmig. Stengel aufrecht, stumpfkantig,hellgrün oder rot, zottig-filzig oder kahl werdend, meist reichlich verzweigt. Aeste zahl-reich, aufrecht-abstehend, rutenförmigf. Laubblätter lanzettlich oder lineal-lanzettlich, flach,lüenchg zu gespitzt, am Grunde fast gestielt, angedrückt und länger bewimpert, zuletztOtt verkahlend, dicht netzaderig. Blüten einzeln oder zu wenigen blattachselständig(i 1 ig. 5541). Blütenhülle fast kahl, zur Fruchtzeit bis über 2 mm lang, mit breit-dreieckigen,krautigen, sehr kurzen, nicht deutlich voneinander getrennten, verschieden gelappten, weniggeäderten (überhaupt oft undeutlich ausgebildeten) Anhängseln (Fig. 554 r). Frucht 3,5 bis4 mm lang. Die Abschnitte der Blütenhülle zur Fruchtzeit am Rücken meist quergekielt(big. 554m, n); der Kiel in der Mitte höckerig, an den weiblichen Blüten oft fehlend oderundeutlich. VII bis IX.

K. scoparia wird stellenweise (besonders in Bauerngärten) alsBesenkraut" (in Trient bestehen dieesen des Corpo della pubblica nettezza aus diesem Kraut, welches zu diesem Zwecke eigens in einem deraüt gehörigen Weinberge kultiviert wird) oder für die Kultur des Seidenspinners gebaut, aus welchen dienanze nicht selten entweicht und sich dann gelegentlich auch eingebürgert. In Deutschland mehrfach>eobachtet, z. B. bei Köpenick bei Berlin, bei Danzig (Westerplatte), Bromberg, früher am Salzigen See beiEisfeld, im Mansfeldischen, bei Erfurt (OVersgehofen), bei Königsberg, Hamburg (Winterhuder Alsterufer 1885,Diebsteich 1835), Hafen von Mannheim (1885 bis 1906), bei Ludwigshafen a. Rh. (1898 bis 1906), in Bayern (Baumwoll-spinnerei Laineck bei Bayreuth [1889], bei Nürnberg [1892, 1899], Südbahnhof und Schwabing bei München) etc.In Oesterreich in allen Kronländern beobachtet, namentlich mehrfach in Mähren, Böhmen, Steiermark, Tirol(bei Lienz bereits 179/ beobachtet, offenbar durch Militärtransporte eingeschleppt), reichlich auch in Ungarn.In der Schweiz bei Basel (Ruchfeld 1902, 1903) und VIdy bei Lausanne beobachtet. K. scoparia ist in denWüsten und Steppen des pontischen Florenreiches (Russland, Orient, West- und Mittelasien) beheimatet. Sieerscheint in den folgenden Formen: var. pubescens Fenzl. Stengel flaumig oder fast filzig. Laubblätterangedrückt. Hieher auch var. remotiflöra G. Beck. Aehren lockerblütig. Blätter öfters schmäler, dieobern hneal. var. densiflöra Moqu. Achselständige Aehren dichtblütig, oft verkürzt. Blätter öfters reichhaarig,ast zottig. f. sangui'nea G. Beck. Pflanze blutrot. var. Soongörica Moqu. (= K. Sieversiäna CA. Mey.,= Salsola Soongörica Siev.). Pflanze ziemlich kahl. Blätter kaum bewimpert, oft völlig kahl. Blätter ab und zui -lanzettlich, 5 bis 10 mm breit (= var. lanceoläta G. Beck, ? = var. macrophylla Zimmermann). var. t r i ch o -a (Stapf), (~ K. trichophylla Schmeiss.). Zweiglein durch zahlreiche lange Haare (besonders im obern Teil)i isgestattet. Diese Form wird in neuester Zeit auch in Gärten als Zierpflanze angebaut; bereits auch verwildertbeobachtet (Puchheim bei München, 1908). K. scoparia ist windblütig. Die Blüten sind gynomonoecisch ver-ei , am untern Teil des Stengels und der Zweige sitzen in den Blattachseln meist zu zweien die kleinenweiblichen Blüten, während an den obern Enden der Zweige die grösseren Zwitterblüten auftreten.

CCXLI. Corispermum 2 ) L. Wanzensame.Einjährige, meist aufrechte Kräuter mit sitzenden, schmalen, nadelartigen, ganz-randigen, zerstreut behaarten (Kandelaber-, Stern- und Drüsenhaare [Fig. 556 d, e]) Laub-ern. Blüten zu kurzen, dichtblütigen oder verlängerten, wenigblütigen Aehren an deri P^f der Zweige vereinigt. Vorblätter fehlend. Blütenhülle fehlend'oder 1 bis 3(5), zuweilenS ros se (das nach hinten gewendete Perigonblatt grösser), unregelmässig buchtig-St Khv-' ZUr Fruchtzeit sich nicht verändernde Schüppchen vorhanden (Fig. 555b, i, o, q, r).a " . ^ tter 1 bi s 5, länger als die Blütenhülle. Narben 2 (Fig. 555 c). Frucht viel längerfl" u enn ülle, ellipsoidisch oder fast kreisförmig, plankonvex, am Rande gekielt oder

H b K ig. 555 p, m ), membranös, bei der Reife frei hervortretend, nackt abfallend (einerer fech ildlaus täuschend ähnlich!). Samen aufrecht. Samenschale mit der Frucht-wachs en. Keimling ringförmig (Fig. 556 e). Keimblätter dem Würzelchen an-liegend. Nährgewebe reichlich (Fig. 555f).

) Lat. scöpae = Besen; nach der Gestalt der Aeste.

OQbg [kons] = Wanze und ojiioßa | sperma] = Samen; nach der Gestalt der Früchte.

70*