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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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Deckhaare in der Regel fehlen. Infolge der gedrängten Blütenstände ist Geitonogamie (= Nachbarbestäubung;vgl. Einleitung pag. CXI1) ermöglicht. Die Blüten sind der Bestäubung durch Insekten angepasst. Da dieBlütezeit lange andauert, bleibt auch die Möglichkeit des Insektenbesuches lange erhalten. Die bleibendenVorblätter bilden an der Frucht Flügelanhänge und dienen dem Windtransport. Bei mehreren Arten (z. B.A. hortense und nitens) sind 3 bzw. 4 verschiedene Formen von Blüten konstatiert worden, nämlich: 1. männ-liche Blüten mit Blütenhülle, aber ohne Vorblätter; 2. weibliche ohne Blütenhülle, aber mit 2 Vorblättern;3. Zwitterblüten ohne Vorblätter und 4. weibliche Blüten ohne Vorblätter. Ebenso vielgestaltig sind dieAtriplex-Arten in der Ausbildung der Samen. Auch trikotyle Keimpflanzen (durch Gabelteilung eines dernormalen Keimblätter entstanden!) sowie verbänderte Exemplare sind vereinzelt beobachtet worden. Diemeisten Atriplex-Arten repräsentieren ruderale Archaeophyten; am häufigsten ist A. patulum anzutreffen. Ein-zelne Arten sind ausgesprochene Salzpflanzen, so vor allem A. litorale, Calotheca, Babingtonii und arenarium.Am Meeresstrande ist die Gattung äusserst formenreich, so dass es zuweilen schwer hält, die einzelnen Artenauseinanderzuhalten. A. hortense wurde ehemals als Gemüse kultiviert und erscheint deshalb heute noch abund zu als Kulturflüchtling oder Ergasiophygophyt. A. nitens, oblongifolium und roseum gehören dem pon-tischen Florenreich an. Verschiedene Arten sind typische Wüstenbewohner, so A. Halimus L. (Nord- undSüdafrika, Syrien, Südeuropa), A. leucoclädum Boiss. (Arabien, Aegypten) etc.

1. Fruchthülle (= Vorblätter) bis zur Mitte verbunden, bei der Fruchtreife knorpelig erhärtend,weisslich. Stengel weisslich. Obere Blätter sitzend (vgl. auch A. Babingtonii)...........2.

1*. Fruchthülle meist nur am Grunde verbunden, krautartig oder häutig (oder doch höchstens nuram Grunde knorpelig verhärtend). Stengel grün und weiss gestreift. Alle Blätter gestielt......3.

2. Scheinähren bis zur Mitte beblättert, unterbrochen. Laubblätter buchtig gezähnt, die obereneiförmig..............................A. roseum nr. 878.

2*. Scheinähren endständig, nicht oder nur am Grunde beblättert. Laubblätter tief buchtig-gezähnt,die oberen länglich........................A. Tataricum nr. 879.

3. Laubblätter linealisch-lanzettlich, scharf-gezähnt oder ganzrandig, ohne deutlich sichtbare Seiten-nerven. Vorblätter deutlich gezähnt (Fig. 552d). Verbreitet am Meeresstrand . . . . A. litorale nr. 872.

3*. Laubblätter verschieden gestaltet, mit deutlichen Seitennerven............ 4.

4. Weibliche Blüten z. T. ohne Vorblätter,"\iackt, z. T. mit rundlich-eiförmigen, ganzrandigen, netz-aderigen Vorblättern (Fig. 550 e, 1, m).......................... 5.

4*. Alle weiblichen Blüten mit Vorblättern; letztere nicht geädert............ 6.

5. Laubblätter glanzlos, beiderseits gleichfarbig. Kulturpflanze in Gärten . A. hortense nr. 871.5*. Laubblätter oberseits glänzend dunkelgrün, unterseits grau- oder weiss-schülferig. A. nitens nr. 870.

6. Fruchthülle rhombisch-eiförmig. Laubblätter spiralig...............7.

6*. Fruchthülle + dreieckig. Untere Laubblätter oft gegenständig...........8.

7. Fruchthülle meist ganzrandig, ohne Stacheln (Fig. 552g). Aeste aufrecht A. oblongifolium nr. 873.7* Fruchthülle meist mit 2 Seitenecken, zuweilen gezähnelt oder weichstachelig, spiessförmig vor-gezogen. Untere Aeste spreizend....................A. patulum nr. 874.

8. Fruchthülle nur am Grunde verbunden, ganz krautartig..............9.

8*. Fruchthülle bis zur Mitte verbunden, am Grunde bei der Fruchtreife knorpelig erhärtend. Zerstreut an

der Meeresküste in Norddeutschland.................A. Babingtonii nr. 877-

9. Fruchthülle klein gezähnt (Taf. 96, Fig. 3 d) oder ganzrandig .... A. hastatum nr. 875.9*. Fruchthülle tief und pf riemenförmigzugespitzt, gezähnt (Fig.552m). Meeresstrand A. C a 1 o t h e c a nr. 876.

870. Atriplex nitens Schkuhr (= A. acuminätum Waldst. et Kit., = A. sagittatum Borkh.,= A. lucidum Desf., = A. Hermanni Willemet.). Glänzende Melde. Fig. 550a bis g.Einjährig, 60 bis 150 (250) cm hoch. Stengel aufrecht, stumpfkantig-gestreift, ein-fach oder ästig (Aeste aufrecht abstehend). Untere Stengelglieder verlängert. Laubblätterabwechselnd (seltener die unteren gegenständig), die unteren gestielt, herzförmig- oderspiessförmig-dreieckig, grob buchtig-gezähnt (seltener ganzrandig), lang zugespitzt, die obernlänglich-lanzettlich, oft fast ganzrandig, alle oberseits dunkelgrün, unterseits glänzendschülferig, silberweiss oder aschgrau (seltener [namentlich bei Schattenformen!] fast gleich-farbig). Weibliche Blüten z. T. mit 3- bis 5-teiligem Perigon (Fig. 550 c), mit oder ohneVorblätter (letztere bis zum Grunde frei. Fig. 550 e). Blütenknäuel zu traubigen oderrispenartigen Scheinähren vereinigt. Fruchthülle netzartig, eirautenförmig, spitz (seltenerstumpf), ganzrandig, 5 bis 17 mm lang. Samen 3 bis 3,5 mm lang, scherbenfarbig (seltener