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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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eckig-verkehrt herzförmig, stumpf, zweilappig, in der Ausrandung mit einem sehr kurzenZahn (f. capselliförmis Beck. In der Form an die Frucht von Capsella Bursa pastoriserinnernd!) oder durch einen grösseren, spitzen Mittelzahn dreilappig (f. trilobum G.Beck), mit Ausnahme der Spitzen miteinander verwachsen, glatt (ohne Stacheln), 4 bis6 mm lang (Fig. 549f). Same rotbraun. Ende VII bis X.

Meist gesellig an sehr salzreichen Stellen, namentlich an den Meeresküsten, seltener (besonders beiSalinen) auch im Binnenlande.

In Deutschland hin und wieder an der Ostsee (Mecklenburg [Wismarer Bucht, Grossenbrode beiHeiligenhafen, Warnemünde], Pommern [Greifswalder Saline, Kolberg], auf Rügen, nicht selten an der Nordsee(auch auf Rom und Sylt) und zerstreut im herzynisch-thüringischen Gebiet, an der Numburg bei Nordhausen,bei Magdeburg (Schönebeck: Gr. Salze, Solkanal, a. d. Sülze, Sohlen, Beiendorf, Sülldorf, Dodendorf, Rote Mühleiind häufig bei Stassfurt), im anstossenden Anhalt und in der Gegend von Halle (Hecklingen, Leau [früher], Artern).Ausserdem vereinzelt adventiv (im Hafen von Mannheim). Fehlt in O esterreich und in der Schweiz gänzlich.

Allgemeine Verbreitung: Südschweden, Dänemark, England, Belgien, Holland,Nord- und Mitteldeutschland, nordwestl. Frankreich, Südrussland, Krim, Turkestan, Sibirien.

O. pedunculata erscheint in Norddeutschland besonders auf dem kahlen, vom Wasser befreiten, oftmit ausgewittertem Salze bedeckten Boden der Strandregion, und zwar meist sehr gesellig und fast stets vonSuaeda maritima (pag. 257) und Salicornia herbacea (pag. 254) begleitet. Von den beiden letztern unterscheidetsie sich sofort durch ihr charakterisches silbergraues Kolorit. An andern Stellen bewohnt die Pflanze diehöheren Teile der Aussendeichsländereien des Festlandes oder der Aussenweiden der grösseren Inseln. Im

mitteleuropäischen Binnenlande tritt sie im Salzgebiet desSaalbezirkes an mehreren Stellen auf. Letzterer enthält diereichste Halophyten-Flora des deutschen Binnenlandes und stehtnur wenig hinter der des mährisch-österreichischen Bezirkeszurück. Sie setzt sich hauptsächlich aus den folgenden Artenzusammen: Ruppia maritima (Bd. I, pag. 140), Zanichelliapalustris var. pedicellata (Bd. 1, pag. 141), Triglochin maritima(Bd. I, pag. 149), Atropis distans (Bd. I, pag. 323), Scirpusparvulus (Bd. II, pag. 41), Blysmus rufus (Bd. II, pag. 43), Carexhordeistichos und secalina (Bd. II, pag. 112, 113), JuncusGerardi (Bd. II, pag. 159), Obione pedunculata, Salicorniaherbacea (pag. 257), Suaeda maritima (pag. 257), Saginamaritima, Spergularia salina und marginata, Ranunculus Bau-dotii, Capsella procumbens, Melilotus dentatus, Althaea offici-nalis, Apium graveolens, Bupleurum tenuissimum, SamolusValerandi, Glaux maritima, Erythraea linariifolia, Plantagomaritima, Aster Tripolium, Artemisia rupestris, A. laciniataund maritima. Das interessante Solgebiet von Artern (Re-gierungsbezirk Merseburg in der Provinz Sachsen) ist dauerndgeschützt worden, so dass es in seiner Ursprünglichkeit er-halten bleibt. Aendert nur wenig ab: f. latifölia Junge.Laubblätter breit, spateiförmig, fast so breit wie lang.

869. Obione portulacoides 1 ) Moqu. (= Ätriplexportulacoides L., = Chenopödium portulacoidesThunb., = Halimus portulacoides Dum.). Portulak-Salzmelde. Taf. 97, Fig. 3a und Fig. 549g bis o.

Fig. 549. Obione pedunculata Moqu. a MännlichePflanze (1/s nat. Grösse), b Blüte derselben, c Staub-blätter, d Weibliche Blüte, e Dieselbe im Längsschnitt./Scheinfrucht. Obione p ortula coid es Moqu.g Männliche, h weibliche Pflanze, i Männliche Blüte.k Weibliche Blüte im Längsschnitt. /, m Scheinfrucht(von aussen und im Längsschnitt). «, o Same (vonaussen und im Längsschnitt).

Ausdauernd, 30 bis 80 (150) cm hoch. Pflanzehalbstrauchig, grauschülferig oder weisslich. Stengelniederliegend oder aufsteigend, gestreift-kantig, amGrunde holzig, ästig, mit aufsteigenden, fast knie-förmig gebogenen, rutenförmigen Aesten. Laub-

*) Nach Portulaca (siehe pag. 269) benannt; wegen der Aehnlichkeit der Blätter.