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867. Spinäcia oleräcea L. Spinat. Franz.: Epinard; engl.: Spinage; ital.: Spinaccio.Tai 96, Fig. 1, Fig. 547 d bis m und Fig. 548.
Man vermutet, dassdas Wort Spinat denArabern (arab. isfinäg =Spinat) entlehnt ist und sichüber Spanien nach demübrigen Europa verbreitete(vgl. franz. epinard, engl,spinage, poln. Szpinak,tschech. Spinäk, serb.Spanac): Speunat (Schle-sien), Schpennät (Nord-böhmen, Niederösterreich),Spinez (Aargau, Solo-thurn). Besonders in derSchweiz (auchin der Rhein-pfalz) findet sich die FormBinätsch, ähnlich lautenBeenet (Nahegebiet),
Baenet (Moseltal).
Ein- oder zwei-jährig, 30 bis 40 (100)cm hoch. Stengel auf-recht, kahl, einfachoder ästig. Wurzelspindelförmig. Laub-blätter flach, lang ge-stielt, die unteren ei-rund, die mittleren all-mählich pfeilförmig,spitz, ganzrandig oder
nach dem Grunde zu buchtig gezähnt, die oberen aus keilförmigem Grunde länglich; alleweich, lebhaft grün, unterseits (besonders die jüngeren Blätter) behaart (Blasenhaare sitzendoder mit einzellreihigem, schlankem Stiele und mit grosser, ballonförmiger [60 bis 80 ,a] oderkeulenförmiger Endzelle. Vgl. Fig. 547f). Blüten zweihäusig (mit vereinzelten Zwitterblüten),in gabelig beginnenden, geknäuelten Wickeln, sitzend. Blütenknäuel der männlichen Pflanzenzu unterbrochenen, unbeblätterten, end- und achselständigen Scheinähren vereinigt; die derweiblichen Pflanzen unmittelbar in den Achseln der Laubblätter (Fig. 547 d). Männliche Blütenmit (2) 4- (seltener 5-) teiliger, grüner Blütenhülle (Taf. 96, Fig. 1 a). Staubblätter 4 oder 5,vor den Perianthblättern stehend, am Grunde verbunden. Weibliche Blüte mit 2- (bis 4-)zähniger Blütenhülle (Fig. 547 e), später erhärtend (je 2 gegenüberstehende Zähne ver-wachsen nach der Blüte miteinander, so dass die Frucht in das erhärtete Perigon eingeschlossenwird. (Vgl.Taf. 96, Fig. 1 c bis e). Narben 4 bis 5, lang-fadenförmig (Taf. 96, Fig. lb). Fruchtkugelig, bewehrt oder unbewehrt, bis 10 mm lang, sich nicht öffnend, mit harter Hülle, eineneinzigen aufrechten, am Grunde geschnäbelten Samen enthaltend. Keimling ringförmig,das Nährgewebe einschliessend (Taf. 96, Fig. lc; Fig. 5471). —■ VI bis IX.
Ueberall — in den Alpen bis 2000 m — als Gemüse gebaut; zuweilen auch einzelnals Gartenflüchtling verwildert.
S. oleräcea stammt wahrscheinlich aus dem Orient; die wilde Stammform ist allerdings nicht bekannt.Im 15. Jahrhundert kam der Spinat nach Europa, und zwar nach Spanien zuerst durch die Araber. Die Blätter
Fig. 547, Chenopodium ambro sioi de s L. a Habitus (t/s nat. Grösse). & Blüte, c Drüsenhaar
des Fruchtknotens. — Spinacia oleräcea L. d Habitus der weiblichen Pflanze (!/3 nat. Grösse).
e Weibliche Blüte. / Verschiedene Haartypen, g, h, i, k Keimstadien. / Schnitt durch den
Samen, m Diagramm einer Zwitterblüte (nach Eichler).