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861. Chenopodium opulifölium*) Schrad. (= Ch. erösum Bast., = Ch. viride LoiseL).Schneeballblätteriger Gänsefuss. Fig. 544.
Einjährig, 30 bis 100 cm hoch, meist graugrün mehlig, unangenehm riechend.Stengel aufrecht, stumpf-kantig, meist ästig, mit aufrecht abstehenden oder fast aus-gespreizten Aesten. Laubblätter glanzlos, matt, dicklich, seegrün bis grün, unterseits auchim erwachsenen Zustande mehlig-kleiig, gestielt, fast rundlich- oder eirund-rautenförmig,gewöhnlich so lang als breit, über dem kurzkeiligen Grunde beiderseits mit 1 bis 2 Zähnen(dadurch fast 3-lappig), ungleich oder fast gleichartig gezähnt. Erste Blätter über denKeimblättern breit dreieckig-rautenförmig, die obern rautenförmig. Blütenknäuel in ziemlichdichten, trugdoldig-rispigen Blütenständen, zuerst einander genähert, später entfernt. Perianth-blätter 5, etwas stumpf, zuweilen am Rücken stumpf gekielt, dicht mehlig bestäubt. Staub-blätter 5. Frucht 1 bis 1,2 mm breit, glanzlos, von oben her zusammengedrückt, von derBlütenhülle fest umschlossen. Samen linsenförmig, am Rande abgerundet, schwarz, glänzend,fast glatt. — VII bis IX.
Ziemlich selten und zerstreut auf Schutt, wüsten Plätzen, an Strassen, auf Aeckern,Gartenland; bis ca. 900 m.
Allgemeine Verbreitung: Zerstreut in Süd- und Mitteleuropa, Nordafrika,Abessinien, Orient, Kaukasusländer, Sibirien.
Aendert ab: var. obtusätum Beck (Fig. 544t). Laubblätter sehr stumpf, über dem kurzkeiligen Grundebeiderseits undeutlich 1- bis 2-zähnig, sonst ganzrandig. Ganze Pflanze reichlich mehlig-kleiig (Zerstreut). —var. platyphyllum Issler (= Ch. trianguläre Issler nee R. Br.). Laubblätter sehr gross, freudiggrün odermehlig - kleiig, fast ganzrandig, die untern breit - dreieckig, fast dreilappig, die folgenden dreieckig-rautenförmig,die obersten lanzettlich, etwas spitz (gehört nach Murr als nächstverwandte Art neben Ch. Berlandieri Moq.).—var. parvifölium Schur. Blätter sehr klein, kaum 1 cm lang, in der Gestalt mit der vorhergehendenForm übereinstimmend (Selten).—var. Orientale Murr. Blätter kaum 3-lappig, gleichmässiger buchtig- oderausgefressen-gezähnt, oberseits grünlich, unterseits weiss-mehlig, zuweilen purpurn berandet. Aeste oft purpurngestreift (Nicht selten). — var. typicum Beck (— var. betulifölium Murr). Blätter über dem keiligen Grundebeiderseits durch einen + zweizähnigen Lappen fast 3-lappig. Mittlerer Lappen 4- buchtig-gezähnt, spitz oderfast stumpflich (= var. obtusätum Murr). Verbreitet. — var. mucronulätum Beck. Blattzähne spitzer,feingespitzt, an der Blattspitze fast grannig. Sonst wie var. typicum. Selten in Anhalt (Aken, HanfwollfabrikRodleben), in Niederösterreich (Weidling), bei Prag und in Tirol beobachtet.
862. Chenopodium serötinum L. emend. Huds. (= Ch. fieifölium Sm., = Anserinaficifölia Montand.). Spätblühender Gänsefuss. Fig. 545a bis e.
Einjährig, 30 bis 90 cm hoch, etwas grau bestäubt. Stengel stumpf kantig, zu-weilen rot-gestreift, einfach oder ästig. Aeste fast aufrecht abstehend, den Gipfel beinaheerreichend. Laubblätter dünn, lang gestielt, viel (bis 3 mal) länger als breit, ziemlichschmal, stumpf, am Grunde keilig, normal tief 3-lappig (Seitenlappen 3-eckig, oft wieder-gezähnt, im untern 1 /z bis l /s der Blattspreite stehend, Mittellappen verlängert [mehrmalslänger als die Seitenlappen], länglich, parallel-randig, meist stumpf, buchtig - gezähnt, zu-weilen mit kleiner Stachelspitze, zuerst mehlig-kleiig, später ± verkahlend, seegrün bis grün.Obere Laubblätter länglich, ausgeschweift, die obersten lanzettlich, ganzrandig. ErsteBlätter über den Keimblättern lineal. Blütenknäuel klein-, zu einem ziemlich lockeren,weitschweifig trugdoldigen Gesamtblütenstande vereinigt. Aeste aufrecht, meist blattlos,unterbrochen. Perianth 5-blätterig, mehlig bestäubt, mit gelblichem Rande, etwas gekielt,die Frucht vollständig einhüllend (Fig. 545b). Samen am Rande abgerundet (Fig. 545 d),feinkörnig, grubig-punktiert, schwarz, glänzend, 0,7 bis 1 mm breit. — VII bis IX.
*) Nach der Aehnlichkeit der Blätter mit denen des Schneeballs (Viburnum Opulus).