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(Hannover), Baukwaite (Nördl. Braunschvveig). Hauptsächlich auf Süd- und Mitteldeutschland beschränkensich die Bezeichnungen Heidenkorn, heidnisch Korn („Korn" wird meist weggelassen!), die sich auf dieHerkunft des Buchweizens aus dem Osten (den Ländern der ,,Heiden") beziehen: Härekorre (Nahegebiet),Hädelkorn (Würzburg), Haensch, Hensch, Hiensch [aus „heidnisch"!] (Westerwald), Hatsch (Nassau),Hädelisch (Eifel), Haid'n, Hoad'n, Häd'n, Harn (bayerisch-österreichisch), Heide(n) (Schweiz). DieNamen Taterkorn, Tatelkorn, die übrigens wenig mehr im Gebrauche zu sein scheinen, gehen ganzähnlich wie Heidenkorn etc., auf das Volk der Tataren zurück. Die ostpreussischen Benennungen Grick,G rücken stammen aus dem polnischen gryka (— griechisches Korn). In Tirol heisst der Buchweizen fastallgemein Plent, Plent'n, zum Unterschied vom „weissen Plent'n" (vgl. Zea Mays, Bd. I, pag. 179) auchschwarzer Plent'n (von ital. polenta!). In den romanischen Dialekten der Schweiz heisst der Buchweizenfurmentum (Puschlav) oder fraina (Tessin), in Südtirol formentone.
Einjährig, 15 bis 60 cm hoch. Wurzel spindelförmig. Stengel aufrecht, saftig,wenig ästig, kahl, zuletzt meist rot. Tuten kurz, schief gestutzt, ungewimpert. Laub-blätter herzpfeilförmig, zugespitzt, fast 5-eckig, mit weit abgerundeten, seltener winkeligenBlattlappen, so lang oder länger als breit, die untern lang gestielt, die obern fast sitzend.Blüten in kurzen, zu Doldenrispen zusammengestellten, blattwinkel- und endständigenScheintrauben. Perianth 3 bis 4 mm lang, rosarot oder weiss, am Grunde zuweilen grün,so lang als der über der Mitte gegliederte Blütenstiel. Früchte kastanienbraun, 5 bis 6 mmlang, 3-seitig, zuerst glänzend, später glanzlos, in der ganzen Länge mit scharfen, ganz-randigen Kanten, doppelt so lang als das Perianth (Fig. 537e). — VII bis X.
Stellenweise auf sandigen Böden als Mehlfrucht oder als Bienenpflanze feldmässiggebaut, vereinzelt bis in die Alpentäler (am Ritten in Südtirol bis 1260 m, in Friaul bis1300 m, Puschlav 1475 m). Ausserdem hie und da auf Schutt, wüsten Plätzen, auf Aeckernoder an lichten Waldplätzen verwildert (auf Helgoland nur verwildert).
Die Heimat des Buchweizens liegt in Mittelasien (Nordchina, Südsibirien, Steppen von Turkestan).Durch die Türken- und Mongolenstämme wurde er in die Gegend des schwarzen Meeres und von dort durchden Seehandel über Venedig und Antwerpen weiter nach Deutschland, Frankreich und den Niederlandengebracht. Der Buchweizen gedeiht am besten auf einem leichten Sandboden; auf besseren Böden wird diePflanze leicht zu blattreich. Von grösserer Bedeutung als Mehlfrucht ist er namentlich für Norddeutschland(z. B. Holstein, Lüneburg, Osnabrück, Sauerland, Brandenburg, Oberlausitz) sowie für die österreichischen Alpen-länder, wo der Mais nicht mehr recht gedeiht. Die gemahlenen, etwas schwer verdaulichen Nüsse lieferndie Buchweizengrütze des gemeinen Mannes; in Tirol heisst das Gericht Sterz, in Kärnten „Haidensterz". Im
Süden werden daraus fette Mehlspeisenund eine Art Polenta (Polenta nerastra)bereitet. Als Mehlfrucht wird der Buch-weizen — wenigstens in tiefern Lagen —in der Regel als zweite Frucht angebaut;zu diesem Zwecke wird er Ende Juliausgesät und reift dann im Oktober.In höhern Lagen kann er allerdingsnur als Sommerfrucht kultiviert werden.Der Genuss des frischen (gelegentlichauch des trockenen) Krautes oder derFrüchte ruft bei weissen oder scheckigenTieren unter der Einwirkung des Sonnen-lichtes — abgesehen von andernSymptomen — an den weissbehaartenStellen Hautentzündungen (Fagopyris-mus) hervor (K ann giesser). Ausser;ls Mehlfrucht wird der Buchweizenauch als Bienenpfianze und zur Grün-düngung angebaut. Ebenso kann erals Ausgangsmaterial für die Ge-winnung von Stärke dienen. Die BlütenFig. 536. Buchweizenfeld in Hannover. Phot. O. Feucht, Stuttgart. sind androdromonoecisch-heterostyl und