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Barbarawurzen [volksetymologisch!] (Niederösterreich). Woher kommt die in Bern und in Graubünden sichfindende Benennung Chille(n)? In der Schweiz verdanken verschiedene Alpen der „Blacke" ihren Namen,so die „Blackialp" am Bristen (Kt. Uri), die „Blackenalp" am Surenenpass etc. Im romanischen Graubündenheisst die Art lavaza, lavazin oder platese, im Tessin sclavazz oder rabarbara bastarda.
Ausdauernd, bis 2 m hoch. Wurzelstock dick, wagrecht-kriechend, derb, mehr-köpfig, mit schwarzen, borstenförmigen Fasern (Ueberreste der Ochrea) und mit quer-geringelten Blattnarben besetzt, verlängerte, dickliche, gelbliche Wurzelfasern tragend.Stengel aufrecht-ästig, kräftig, tief gefurcht, spärlich flaumig, zuletzt verkahlend. Grund-ständige Laubblätter sehr gross (bis 50 cm lang und bis 20 cm breit), lang gestielt (Blatt-stiel 10 bis 20 cm lang, stumpf, kantig-gerieft), rundlich-herzeiförmig, fast so breit wie lang,stumpf oder kurz zugespitzt, am Grunde abgerundet oder herzförmig, am Rande etwaswellig, zuweilen klein gekerbt, die stengelständigen eilanzettlich, kurz gestielt, in denBlattstiel rasch verschmälert, die obern gestielt; alle mit grosser, weisslicher Scheide.Blüten zwitterig oder die untern meist weiblich, in zu zusammengesetzten, länglichen, dichten,
grossen, stark rispig-verzweigten Schein-trauben angeordneten,blattlosen oder imuntern Teile spärlichdurchblättertenScheinquirlen.Aeussere Perianth-blätter länglich, zu-letztabstehend. InnerePerianthblätter zur
Fruchtzeit herz-eiförmig, fast häutig,weitnetzig geädert,
breit dreieckig-eiförmig, 4 bis 6 mmlang und 4 mm breit,ganzrandig (Taf. 90,Fig. la) oder undeut-lich gezähnelt,schwielenlos, grünlich.
Fruchtstiele unter der Frucht kreiseiförmig verbreitert, zur Reifezeit gegliedert. — VI bis VIII.Häufig und meist gesellig auf gedüngtem Boden in der Umgebung von Senn- undAlphütten (Fig. 523), auf fetten Wiesen, Weideplätzen der Alpen und Voralpen vonca. 1500 bis über 2500 m (Riffel im Wallis 2550 m), an Bächen zuweilen bis in die Tälerhinabsteigend oder herabgeschwemmt (bis 600 m). Auf Kalk und Urgestein.
Ausser den Alpen kommt R. alpinus vereinzelt in den Mittelgebirgen vor, so im Schwarzwald (Feld-berg, Belchen, Schauinsland, bei Alpersbach, Bankgallihöhe, Fürsatz, Kandel; ob aber wirklich wild?), imRiesengebirge (um die Hampel-, Pudel-, Spindler und Schlesische Baude, Iserwiese), Adler- und Erzgebirge(bei Pressnitz), in Mähren (Altstadt, Saalwiesen, Klein-Mohrau, Kleppel, Altvater, Brünnelheide) und in Schlesien(Thomasdorf, Waidenburg, Reinerz, Einsiedel, Karlsbrunn, Reihwiesen, Landeck, Baranya, Czantory). R. alp:nusist für die Vogesen zu streichen. Ausserdem gelegentlich in Gebirgsdörfern in Gärten angepflanzt und darausverwildert, so im Schweiz. Jura (Chaumont), in Schlesien, Fichtelgebirge (unterhalb Berneck), im Zürcher-Oberland (Schnebelhorngruppe etc.).
Allgemeine Verbreitung: Pyrenäen, Zentralfrankreich, Alpen, Mittelgebirge,Apennin, Karpaten, Balkan, Kaukasus.
Fig. 523. Rum ex alpinus L., auf der Legstein-Alm am Dürrenstein (Niederösterreich).Fhot. Dr. A. Ginzberger. Photographie aus dem botan. Institut der Universität Wien.