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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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817. Rumex Ucränicus 1 ) Fischer (= R. rubellus Moench). Ukrainischer Ampfer.

Fig. 522 c, d, e.

Einjährig, 10 bis 30 cm hoch. Wurzel spindelförmig. Stengel einfach oder meistausgebreitet, zur Zeit der Fruchtreife wie die ganze Pflanze rot. Untere Laubblätterlänglich oder lanzettlich, zugespitzt, in den ziemlich langen, zarten Stiel verschmälert,mittlere länglich-linealisch, am Grunde gestutzt, geöhrt, die obersten linealisch. Blütenstandlocker beblättert. Scheinwirtel voneinander entfernt. Blüten zwitterig. Blütenstiele zart.Innere Perigonblätter rautenähnlich, pfriemlich zugespitzt, 2 bis 3 mm lang, aussen miteiner deutlichen, dicken Schwiele, am Rande jederseits mit 3 borstenförmigen Zähnen besetzt;die letztern kürzer als der Längendurchmesser der Perigonblätter (Fig. 522 d, e). Nüsse zu-gespitzt, hellbraun, 1,5 mm lang. VII, VIII.

Sehr zerstreut an sandigen oder schlammigen Ufern.

In Deutschland nur im nordöstlichen Teile (Weichselgebiet) in Posen und Westpreussen (von Thorn,Hohensalza und Bromberg an der Weichsel und Nogat abwärts bis zur Mündung, ausserdem in der DanzigerBucht bei Zoppot und am Frischen Haff). Diese typische südosteuropäische Art findet sich auf dem trockenenUfetsand der Weichsel nach Scholz in Begleitung von Calamagrostis epigeios und pseudophragmites(Bd. I, pag. 234), Carex arenaria (Bd. II, pag. 62) und hirta, Arabis arenosa, Verbascum thapsiforme,Echium, Cynoglossum officinale, Anchusa officinalis, Petasites tomentosus, Hieracium umbellatum, Artemisiascoparia etc. Der danubialen Flora fehlt sie vollständig.

Allgemeine Verbreitung: Südosteuropa (Süd- und Mittelrussland), Polen(Weichsel und einige Nebenarme), Westpreussen, Posen; uralisches und östliches Sibirien.

818. Rumex ptilcher L. (= Läpathum sinuätum Lam., = L. pülchrum Moench).Schöner Ampfer. Franz.: Parelle violon, p. panduree, belle patience, patience sinuee;

engl.: Fiddle dock; ital.: Cavolaccio. Taf. 91, Fig. 3.

Zweijährig oder ausdauernd, 15 bis 60 (100) cm hoch. Stengel aufsteigend, hin-und hergebogen, gestreift, mit steifen, sparrig-abstehenden Aesten, kahl. GrundständigeLaubblätter lang gestielt, länglich oder geigenförmig, stumpf, am Grunde herzförmig aus-gerandet, am Rande wellig, die mittlem schmäler, spitz, allmählig kürzer gestielt, dieobersten lineal-lanzettlich, sehr klein, alle kahl oder unterseits + papillös-flaumig. Blütenzwitterig. Blütenstand locker, mit entfernten, ziemlich reichblütigen Scheinwirteln, fast biszur Spitze beblättert. Innere Perianthblätter eiförmig-länglich, knorpelig, stark erhabennetzaderig, 2 bis 6 mm lang, aussen mit einer länglichen, oft warzigen oder grubig-kämmigenSchwiele (diese zuweilen ungleich oder fast unterdrückt), am Rande jederseits mit (2) 4 bis9 deutlichen, fast dornigen Zähnen (Taf. 91, Fig. 3 a). Fruchtstiele derb, starr, herab-gekrümmt, meist kürzer als das Perianth, gegliedert (Taf. 91, Fig. 3 b). Früchte kastanien-braun. V bis VII.

Stellenweise an Zäunen, unbebauten Orten, Ufern, an x\cker- und Wegrändern,auf Schutt, an Häusern, in Weingärten, auf Viehweiden, Kulturland, Komposthaufen, inGärten; wild nur im südlichen und südwestlichen Gebiet. Hie und da verwildert.

In Deutschland nur im Südwesten in Baden (Neuenburg, Sasbach, Ketsch und Limburg) und im Elsass(z.B. bei Mkirch, Grafenstaden, Ruprechtsau, Barr, Sulzmatt, am Rheinufer). In Oesterreich einzig inSüdtirol (Eisacktal bis Bozen, Vinschgau bis Meran und Castelbell, Arco, Riva) und im Küstenland. In derSchweiz im südwestlichen Teile (im Kanton Wallis selten) und im Süden (Tessin, Puschlav). Ausserdemgelegentlich verschleppt, z. B. in Bayern um Nürnberg (1897 zwischen Gostenhof und Sankt Johannis),Dillingen, Südbahnhof und Sendling bei München, bei Zürich (mehrfach) und mehrmals in Norddeutschland.Früchte von R. pulcher kommen hie und da als Unkraut in südfranzösischer Luzerne vor.

Allgemeine Verbreitung: Mittelmeergebiet, Kaukasus; eingeschlepptauf Island,in Nordamerika, Brasilien, Kanaren, Südafrika.

') Lat. Ucränia = Ukrain; umfasst jetzt die russischen Gouvernements Tscheringow, Kiew und Poltawa.