166
Arten (siehe unten!) und in alpinen Anlagen einzelne Eriögonum- (über 100 Arten im westlichen Nord-amerika) Spezies angetroffen. In Gewächshäusern werden hie und da gehalten: Anti'gonon leptöpusHook, et Arn. (Rankendes Kraut aus Westmexiko), Mühlenbeckia platycläda Meissn. (von den Salomons-Inseln. Immergrüner Strauch mit flachen Phyllokladien; vgl. Einleitung Fig. 103) und einzelne Coccöloba-Arten aus dem tropischen und subtropischen Amerika mit mächtigen Laubblättern. Als Nutzpflanzen kommenverschiedene Polygonum-, Fagopyrum-, Rumex- (siehe dort) und Rheum-Arten in Betracht. Rhabarber,französ. Rhubarbe, ital. Rabarbaro ist ein schon seit dem Altertum bekanntes, hochgeschätztes Heilmittel. Die„grosse, gelbe Wurzel" wird bereits in einem chinesischen, aus dem 27. Jahrhundert vor Christus stammendenKräuterbuch erwähnt. Als Stammpflanzen der offizinellen Droge Rhizdma (rädix) Rh ei (Pharm. Germ., Austr.,Helv.) sind verschiedene Arten Hochasiens, darunter jedenfalls R. palmätum L. und vielleicht R. officinäleBaillon zu nennen. Die aus 7 bis 10 Jahre alten Stöcken gewonnene Droge enthält 2 Gruppen von Glyko-siden : Tannoglykoside (Rheotannoglykoside) und Anthraglykoside (Rheoanthraglykoside). Neben den unzersetztenGlykosiden fanden sich nach Heuberger in den Auszügen die Spaltungsprodukte der Anthraglykoside vor:Chrysophansäure (Dioxymethylanthrachinon), Chrysophanein, Rheum-Emodin (Trioxymethylanthrachinon), Rhein(Tetraoxymethylanthrachinon) und Rheochrysin (Trioxymethylanthrachinonmethoxyd). Ferner wurden in der Drogekonstatiert: Rheonigrin, Fett, ein pektinartiger Körper, Cholosterin, etwas Gallussäure, Zucker, Stärke (ca. 16°/o)und Calciumoxalat (ca. 7 0 / 0 )- Anwendung findet dieselbe als Stomachicum, Stypticum, Chalogogum und ingrossen Dosen als Purgans. Die abführende Wirkung kommt den Rheoanthraglykosiden zu; die Rheotanno-glykoside haben stopfende Wirkung. Verschiedene Rhabarber-Arten werden bei uns in Gärten als Nutz- undZierpflanzen gezogen, so R. officinäle Baill. aus dem Himalaya und Westchina (Blätter gross, rundlich, hell-grün, eingeschnitten), R. palmätum L. (Blätter bandförmig gelappt), R. undulätum L. aus Transbaikalienund Dahurien (Blätter eiförmig, ganzrandig, am Rande wellig), R. Rhaponticum L. aus China (Blätter ganz-randig, am Rande wellig. Bei Neustrelitz verwildert), R. Ribes Gron. aus dem Libanon, Südpersien (Blätterderb, fast lederartig), R. Emödi Wall, aus dem Himalaya (Blätter sehr gross, purpurrot) sowie verschiedeneBastarde (die Rhabarber neigen sehr stark zur Bastardierung). Als Speise und Kompott finden die geschältenBlattstiele und Hauptrippen bei uns gern Verwendung. Alle Rheum-Arten sind ausdauernde, meist gross-blätterige Stauden mit dicken, zähen Wurzeln. Blätter handförmig geädert, ganzrandig oder + tief ein-geschnitten, an der Stielbasis mit grossen Ochreen. Blüten klein, entomophil, in rispig angeordneten, büschel-förmigen Wickeln, welche in den Achseln von tutenförmigen Hochblättern stehen. Blütenstand während derFruchtreife sich stark streckend. Perianth 6-teilig, ausgebreitet, nach der Blüte welkend. Staubblätter 9.Griffel meist 3. Fruchtknoten 3-kantig, bei der Reife zu einer 3-flügeligen Frucht auswachsend. Adventiv sindin Mitteleuropa verschiedene Rumex- und Polygonum-Arten (siehe dort), als Seltenheit auch Em ex centro-pödium Meissn., aus Südafrika (einmal mit Wolle bei Sommerfeld in Brandenburg) beobachtet worden.
1. Perianthblätter 6 oder 4, deutlich in 2 Kreisen stehend (Fig. 524 o und 528), die inneren nach derBlüte grösser. Griffel mit pinselförmiger Narbe (Taf. 92, Fig. 1 b)............... 2.
1*. Perianth 3- bis 6- (meist 5-) spaltig (Taf. 93, Fig. 4 a), nach der Blüte nie vergrössert, meist weissoder rötlich. Narben kopfig............................ . 3.
2. Perianthblätter 6, die 3 inneren nach dem Verblühen zusammenneigend, der Frucht ziemlich enganliegend. Staubblätter 6. Griffel 3. Frucht 3-kantig (Taf. 91, Fig. 2c, 3c), ungeflügelt . Rumex CCXXIX.
2*. Perianthblätter 4, die 2 inneren der Frucht ausgedrückt (Taf. 92, Fig. 4c, 4d), die 2 äusserenzurückgeschlagen. Hochgebirgspflanze...................Oxyria CCXXX.
3. Frucht 3-kantig oder linsenförmig, vom Perianth eingeschlossen oder wenig länger als dasselbe.Blätter länglich oder bei windenden Arten herzförmig-pfeilförmig.......Polygonum CCXXXI.
3*. Frucht 3-kantig, 2 bis 3 mal länger als das Perianth (Taf. 94, Fig. 4d). Blätter breit, herz-förmig. Stengel gerade aufrecht...................Fagopyrum CCXXXII.
CCXXIX. Rümex 1 ) L. Ampfer. Franz.: Patience, oseille; engl.: Dock;
ital.: Lapazio, acetosa.Ausdauernde (seltener 1- und 2-jährig; vgl. nr. 816 bis 818) Kräuter oder Holz-pflanzen. Laubblätter grund- und stengelständig, mit häutiger, sehr selten bewimperterScheide (Ochrea). Blüten zwitterig (Taf. 91, Fig. la) oder vielehig, zuweilen auch 2-häusig,in cymösen Einzelblütenständen (Scheinwirtel), diese zu traubigen oder rispigen Gesamt-blütenständen vereinigt. Perianth gewöhnlich aus 2 dreizähligen Kreisen gebildet (Fig. 524o),kelchartig, grün oder rötlich, die 3 innern Perigonblätter meist grösser als die äussern
] ) Name des Ampfers bei den Römern.