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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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von gelblicher Grundfarbe, meist mit roten Längsstreifen. Lippe zugespitzt, eiförmig-lanzettlich, höchstens halb so lang als die Perigonröhre. Fruchtkapsel 6-seitig (feigen-artig), kurz gestielt (Fig. 520 e). IV, V.

Sehr selten an buschigen Abhängen, an Mauern, auf Wiesen, in Gebüschen; fehltin Deutschland und in der Schweiz vollständig.

In Oesterreich als Seltenheit in Untersteiermark (am Wotsch gegen Pöltschach, bei Cilli, auf denDolomitbergen des Sanntales bei Tüffer, Römerbad, im Sanntal bei Steinbrück und Lichtenwald), in Inner-und Unter-Krain (Adelsberg, Oberlaibach, Zirknitz, Mühltal bei Planina, Wippach, Senozece, Vreme, amNanos, bei Podkraj, Möttling, Tschernembl etc.), im südlichen Tirol (bei Moerna und Turano im Val Vestino,am Monte Baldo) und im Küstenland (var. Istriaca R. Pampanini). Wie zahlreiche andere pontisch-illyrische Gewächse (z. B. Sesleria autumnalis, Carex Halleriana, Gladlolus Illyricus, Polygala Carniolica,Ferula galbanifera, Convolvulus Cantabricus, Melampyrum barbatum, Senecio lanatus, Scorzonera villosa undAustriaca etc.) schliesst A. pallida in Krain um Adelsberg ihre Verbreitung nach Norden ab. In Unterkraindagegen kommt sie wie z. B. im Savetal auch ausserhalb des illyrischen Florengebietes vor.

Allgemeine Verbreitung: Mittelmeergebiet (von Südfrankreich bis Bithynien).

Die Aristolochiaceen bilden mit den beiden Familien der Rafflesiäceae und Hydnoräceae dieReihe der Aristolochiäles. Zu den beiden letztern Familien gehören ausschliesslich chlorophyllfreie,parasitische Pflanzen der Tropen mit sehr weitgehender Reduktion der vegetativen Organe. Nur wenige Artenkommen auch in den Subtropen und in wärmern Ländern vor, so im Mittelmeergebiet (auch im Küstenland ;an der atlantischen Küste von Frankreich bis zu den Inseln der Charente inferieure), die merkwürdige, aufden Wurzeln von Cistus-Arten schmarotzende Rafflesiacee Cytfnus hypoci'stis L. von leuchtend gelbroteroder unrein karminroter (var. kermesinus) Farbe.

43. Fam. Polygonäceae (= Persicariäceae). Knöterich gewächse.Vorherrschend krautige Pflanzen (einige ausländische Arten auchStrauch- und baumartig). Stengel gegliedert, mit deutlich entwickeltenKnoten. Laubblätter wechselständig, meist ungeteilt, seltener gelappt odergeteilt, am Grunde mit stengelumfassenden, röhrenförmigen, vom Blattstiel+ freien, häutigen Nebenblättern oder Tuten (öchrea) umgeben (Fig. 521).Blüten meist klein, strahlig, zwitterig oder polygam eingeschlechtig.Perigonblattkreise 2-, 3- oder 5-zählig. Blütenhüllblätter 3 bis 6, freioder verwachsen, unterständig, in der Knospenlage dachziegelartig(imbricat) sich deckend, meist einfach, blumenkronen- (corollinisch) oderkelchartig (calycinisch), zur Blütezeit gewöhnlich gleich, bis zur Frucht-reife bleibend und oft mit der Frucht abfallend. Innere Perigonblätterwährend der Fruchtreife häufig auswachsend. Staubblätter ebenso vielewie Perigonblätter oder mehr, oft in 2 Kreisen angeordnet, dem Grundeder Perigonblätter eingefügt. Fruchtknoten 1, oberständig, aus 2 bis 4(meist 3) Fruchtblättern gebildet, 1-fächerig, am Grunde eine einzige,gerade, aufrechte, epitrope Samenanlage tragend, mit 2 bis 3 freienoder den Kanten des Fruchtknotens etwas angewachsenen Griffeln. Frucht eine 2- bis3-kantige (Taf. 91, Fig. 2 c), freie, zuweilen von den 3 innern, vergrösserten Perigonblätternumgebene 1-sämige Nuss (Taf. 93, Fig. 1 a). Samen gross, mit reichlichem, mehligem Nähr-gewebe (Taf. 92, Fig. 2 c). Keimling gerade oder gekrümmt (Taf. 94, Fig. 4b, 4c), exzentrischoder seitlich, mit flachen, schmalen oder breiten, seltener gefalteten Kotyledonen.

Die Polygonaceen sind hauptsächlich in der nördlichen gemässigten Zone verbreitet. In den eigent-lichen Tropen sind sie nur durch wenige Gattungen (Coccöloba, Leptögonum etc.) vertreten; einige weitereGenera finden sich in den kühleren Zonen der Tropen. Für die nördliche arktische und subarktische Flora istdie einjährige Koenfgia Isländica L. charakteristisch. Die 3 Gattungen Atraphäxis (17 Arten, meist dornigeSträucher. A. Bellardieri Jaub. et Spach. auch in Griechenland), Pteropyrum und Calligonum bilden eine natür-liche Gruppe von ausgeprägten Steppen- und Wüstensträuchern, welche besonders in den asiatischen Steppengebietenbeheimatet sind. Als Zierpflanzen werden bei uns in Gärten vor allem verschiedene Rheum- und Polygonum-

Fig. 521. Ochrea vonPolygonum Persi-caria L. / Abge-schnittenes Laubblatt.«Blattscheide.o Ochrea,a Hauptachse, b Seiten-spross.