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auf Steingerölle, gern in der Nähe von Ortschaften (unterhalb Klobenstein am Ritten beiBozen noch bei 1000 m).
A. Clematitis ist nördlich der Alpen — wenigstens in ganz Deutschland und in der Nordschweiz —nirgends als ursprünglich zu betrachten. Sie stellt einen alten Kulturbegleiter und eine alte Arzneipflanze dar,welche sich an zahlreichen Stellen (nördlich bis Westpreussen, Schleswig-Holstein, Bremen) vollständig ein-gebürgert hat. Auch im Süden der Alpen zeigt sie als Weingartenunkraut vielerorts (z. B. nach Scharfetterin Kärnten und nach Willi am Mönchsberg bei Salzburg) ehemalige Weingärten an. Gelegentlich erscheintsie auch in Gärten als Unkraut.
Allgemeine Verbreitung: Mittelmeergebiet (in Mitteleuropa verwildert), Kau-kasus, Kleinasien.
Unsere Osterluzei-Arten gehören zu den proterogynen Kesselfallenblumen, deren Blüten im Knospenzustandgerade nach aufwärts gerichtet und noch im Laube verborgen sind. Der mittlere röhrige Teil, welcher nach unten sichzu einem kugeligen, kesselartigen Hohlraum erweitert, in dessen Mitte sich das Gynostemium vorfindet, ist inwendigmit schräg nach abwärts gerichteten Haaren ausgekleidet (Taf. 89, Fig. 4 a, Fig. 520 i, k). Diese entlassenkleine, in die Blüte eingedrungene Mücken erst dann, wenn sie die Bestäubung der Narbe vollzogen und siesich neuerdings mit Pollenstaub beladen haben. Zu dieser Zeit beginnt der Blütenstiel sich nach abwärts zuneigen. Während des Oeffnens führt die Blüte 2 Bewegungen aus: zuerst kommt sie eine wagrechte Lage zustehen, um sich hernach nach oben zu krümmen, während die in der Perianthröhre befindlichen Haare zusammen-schrumpfen. Dadurch wird der Ausgang aus dem Kessel frei und die Mücken können ihr Gefängnis verlassen(Fig. 520 1). Die Blüte macht also zuerst ein weibliches, dann ein männliches Stadium durch (vgl. Einleitungpag. CXLI). Die Reusenhaare bestehen aus 3 Teilen, aus dem in einer seichten Vertiefung der Perigonwandsitzenden Fuss, aus dem Gelenk, in welchem die Biegung des ganzen Haares erfolgt, und aus dem eigentlichenaus mehreren zartwandigen, scheibenförmigen Zellen zusammengesetzten Haar (Fig. 520 i, k). Die Samen sindmit einem eigenartigen Flugapparat ausgestattet, d. h. sie besitzen eine schwammige Aussenschicht, welchedas spezifische Gewicht verringert (vgl. Fig. 520 c, f). Diese entsteht dadurch, dass der Same sich bei seinerReife in der Richtung der breiten Fläche in 2 Teile auseinanderlöst (nach Kirchner). Nördlich der Alpenentwickelt A. Clematitis verhältnismässig selten Früchte; an anderen Stellen (z. B. Mönchsberg bei Salzburg)kommen die Blüten nicht in jedem Jahre zur Ausbildung. Auf den Wurzeln bilden sich sehr oft Adventiv-knospen aus. Gabelung der Blattspreite bis zur Zweiteilung ist nicht allzu selten.
814. Aristolochia rotünda L. Rundblätterige Osterluzei. Ital.: Erba-astrologa,
starloggio. Fig. 520 a bis c.
Ausdauernd, 30 bis 40 cm hoch. Grundachse eine harte, holzige, runde, fastkugelige Knolle darstellend, von der Grösse einer mittleren Kartoffel. Stengel dünn,schlank, niederliegend oder aufsteigend, kahl, einfach oder wenig ästig, locker beblättert.Laubblätter fast sitzend, ungestielt, umfassend herzeiförmig, abgerundet, stumpf, unterseitsbläulich. Blüten einzeln, aufrecht, in den Achseln der Laubblätter. Perianth grünlich,mit halbmondförmigen, braunschwarzen Flecken. Lippe der Blütenhülle stumpf oder aus-gerandet, so lang als die Perigonröhre. Fruchtknoten keulenförmig, nach oben plötzlichverengt. Fruchtkapsel lang gestielt, eirund-kugelig (Fig. 520 b). — V.
Selten im Gebüsch zwischen Steinen, auf trockenen Wiesen; nur im Süden der Alpen.
In O esterreich einzig im Küstenland, jedoch nicht in Krain (nach Paulin [Schedae 2, pag. 135]Verwechslung mit nr. 815!) und in Tirol. In der Schweiz vereinzelt im südlichen Tessin (Lugano, Gandria,Carona am Monte San Salvatore).
Allgemeine Verbreitung: Mittelmeergebiet (von Spanien und Algier bis inden Orient).
815. Aristolochia pällida Willd. Bleiche Osterluzei. Fig. 520d bis f.
Ausdauernd, 20 bis 50 cm hoch. Wurzelstock wie bei voriger Art einen harten,holzigen, runden, fast kugeligen Knollen darstellend. Stengel aufrecht, einfach, kantig-gestreift, kahl. Laubblätter gestielt, im Umriss 3-eckig bis fast nierenförmig, am Grundetief herzförmig ausgerandet, an der Spitze abgerundet oder fast ausgerandet, stumpf,kahl, unterseits bläulich. Blüten einzeln in den Achseln der Laubblätter, 3 bis 5 cm lang,