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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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1. Unter jeder Blüte 3 Hochblätter (d.h. 1 Tragblatt und 2 Vorblätter). Stengel oberwärts traubigoder rispig, bis zur Spitze mit Blüten besetzt....................... *"

1*. Unter jeder Blüte nur 1 Hochblatt (Vorblätter fehlen). Fruchttragende Stengel an der Spitzedurch unfruchtbare Tragblätter schopfig......................... "

2. Saum der Blütenhülle nach dem Verblühen bis auf den Grund eingerollt (Taf. 89, Fig. 1 a,Fig. 515 c, h), so lang als die Frucht, auf der letztern einen kurzen Knopf bildend.........3.

2*. Saum der Blütenhülle nach dem Verblühen röhrig und nur an der Spitze eingerollt (Fig. 517 e), solang oder länger als die Frucht............................ °-

3. Stengel wenigstens oberwärts rispig verzweigt, mit trugdoldig angeordneten Blüten. Früchtedeutlich (zuweilen allerdings kurz) gestielt (Fig. 515 d).................... 4.

3*. Stengel oberwärts einfach- oder ästig-traubig. Früchte fast ungestielt (Fig. 515h) . . . . 6.

4. Laubblätter stark 3-nervig bis undeutlich 5-nervig, lanzettlich . . . . T. Bavarum nr. 802.4*. Laubblätter 1-nervig oder schwach 3-nervig, lineal oder lineal-lanzettlich........ 5.

5. Grundachse dünn, kriechend, dünne, verlängerte, zerbrechliche Ausläufer treibend.

T. Linophyllon nr. 803.5*. Grundachse ohne Ausläufer. Selten im südl. Oesterreich.....T. divaricat um nr. 804.

6. Blütentragende Aeste kürzer als die Frucht (Fig. 516c). Hochblätter und Aestchen rauh gezähnelt.Nur in Niederösterreich und Mähren...........,........T. humile nr. 805.

6*. Blütentragende Aeste so lang oder länger als die Frucht (Fig. 516 f).......... 7.

7. Blütentragende Aeste so lang oder wenig länger als die Frucht (Fig. 515 h), zuletzt fast wagrechtabstehend. Einzig in Lothringen (bei Metz)...............T. humifusum nr. 807.

7* Blütentragende Aeste 3 bis 4mal so lang als die Frucht (Fig. 516 f), aufrecht abstehend. Oestl.Oesterreich........................... T. ramosum nr. 806.

8. Fruchtstiele aufgerichtet. Fruchtstand + einseitswendig. Obere Hochblätter am Rande glatt.

T. alpinum nr. 809.8*. Fruchtstiele wagrecht abstehend, allseitswendig. Obere Hochblätter am Rande von feinen Zähnen rauh.

T. pratense nr. 808.

9. Grundachse mit Ausläufern. Frucht sehr kurz gestielt (Fig. 517g), lederig. Nord- und Mittel-deutschland; selten in Böhmen und Niederösterreich...........T. ebracteatumnr. 810.

9*. Grundachse ohne Ausläufer. Frucht sitzend, fast kugelig (Fig. 5171), beerenartig, saftig, gelblich.Oesterreich, Bayern, Bodenseegegend, nordöstliche Schweiz....., . . . . T. rostratumnr. 811.

802. Thesium Bävarum 1 ) Schrank (= T. montanum Ehrh., = T. Linophyllum L.ß latifölium Bertol.). Bayerisches Leinblatt, Berg-Leinblatt. Taf. 89, Fig. 1.

Ausdauernd, 30 bis 80 cm hoch. Grundachse verkürzt, knorrig, hinabsteigend,holzig, ästig, zuletzt vielstengelig, ohne Ausläufer. Stengel aufrecht, oberwärts rispig-verzweigt, kantig, kahl, reichlich beblättert. Laubblätter grasgrün, lanzettlich bis eilanzettlich(etwa im untersten Drittel am breitesten), stark 3-nervig bis undeutlich 5-nervig, dunkel-bläulichgrün, 2 bis 7 mm breit, lang zugespitzt, ganzrandig, kahl. Blüten in 1- bis 3-blütigenTrugdolden, letztere zu einer pyramidalen, lockeren Rispe vereinigt. Jede Blüte gewöhnlichvon 3 Hochblättern umgeben (zuweilen die mittlere kurzgestielte Büte nur mit 1 Hochblatt).Perigon glockig, 2 bis 3 mm lang, bis über die Mitte 5- (seltener 4-) spaltig. Frucht ei-förmig-kugelig, netziggeadert, gestielt, 4 mm lang, bis 3 mal so lang als der bis zumGrunde eingerollte Perigonsaum. V bis VII.

Stellenweise an steinigen, buschigen Abhängen, in lichten Waldungen (z. B. in Föhren-wäldern), an Waldrändern, auf Waldblössen, auf Bergwiesen, Geschiebe, bis in die Alpentäler(im Unter-Engadin bis 1750 m, Afers bei Brixen in Südtirol 1800 m). Mit Vorliebe auf Kalk.

In Deutschland zerstreut im südlichen und mittleren Gebiet (nördlich bis ins Thüringerbecken;für Oberelsass fraglich). In Oesterreich ziemlich verbreitet (fehlt gänzlich nur in Mähren, Salzburg undSchlesien). In der Schweiz zerstreut in den Kantonen Schaffhausen, Zürich, Aargau und Solothurn (vonMammern und Stein dem Rhein und der Aare entlang bis zur Roggenfluh, ferner im Kanton Graubünden(Trins-Flims, Lürlibad bei Chur und selten im Unterengadin bei Ardez, Schieins, Remüs) und Tessin. Diese

') bayerisch, vom lat. Baväria = Bayern.Hegi, Flora Bd. III.

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