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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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Fruchtknoten oberständig, I -blätterig. Die Vertreter dieser Familie gehören der Hauptsache nach der südlichenErdhälfte an; besonders stark vertreten sind sie in Australien (Persoönia, Isopögon, Petrophi'la, Grevi'llea,Häkea, Bänksia etc.) und im Kap (hier der prächtigeSilverboom" Leucadendron argenteum R. Br., fernerdie Gattungen Nivenia, Serrüria, Mimetes, Prötea etc.). Ob die Familie im Tertiär wirklich in Mitteleuropavertreten war, ist noch nicht sicher festgestellt. Einzelne aus dem Tertiär stammende, für Proteaceen aus-gegebene Pflanzenreste sind vielleicht eher den Myricaceen oder anderen Familien zuzuzählen.

40. Farn. Loranthäceae (= Viscäceae). Mistelgewächse.

Meist auf den oberirdischen Teilen von Holzpflanzen vermittelst Haustorienwachsende, halbstrauchige (selten krautartige) Halbschmarotzer, mit zumeist lederigen,einfachen, oft gegenständigen, chlorophyllhaltigen, ganzrandigen Blättern (selten [Arceutho-bium] Blätter schuppenförmig). Blüten in der Regel strahlig (selten Neigung zur Zygo-morphie), zwitterig oder eingeschlechtig, 2- bis 3-gliederig. Blütenachse oft + becher-förmig, in den weiblichen Blüten mit dem Fruchtknoten vollständig vereinigt, nicht selten(Loranthoideae) um die Basis der Blüte als ungeteilter, gekerbter oder gezähnter Rand(calyculus) hervortretend. Blütenhülle 4- bis 6-blätterig, frei oder unterwärts verwachsen,hochblattartig oder korollinisch. Staubblätter stets so viele als Perigonabschnitte, vordenselben stehend, frei (Fig. 513h) oder mit ihnen + vollkommen verwachsen (Fig. 513 n, o).Staubbeutel unbeweglich, meist dithecisch, aber Pollensäcke zuweilen durch steriles Gewebegefächert. Fruchtknoten unterständig, in die Blütenachse ganz eingesenkt (Fig. 513p),1-fächerig, gewöhnlich ohne deutliche Ausgliederung der Plazenta und der Samenanlagen;im zentralen Gewebe liegen 1 bis 3 Embryosäcke, welche ebensovielen Samenanlagenentsprechen. Griffel fädlich, mit kopfförmiger Narbe. Frucht mit der Blütenachsezu einer beerenartigen (seltener Steinfrucht) Scheinfrucht vereinigt; Innenschicht (Viscin-schicht) der Blütenachse verschleimend und klebrig. Keimlinge 2 bis 6 oder fehlend,meist von einem reichlichen Nährgewebe umgeben, keine deutlichen Keimblätter zeigend.Die Familie umfasst ca. 500 Arten, welche vorzugsweise Bewohner von tropischen Ländern sind.Im gemässigten Europa und Asien (nördlich vom Himalaya) sind die Loranthaceen nur schwach entwickelt.In den baumlosen Gebieten fehlen sie gänzlich. In Afrika und Asien ist die über 200 Arten zählende GattungLoranthus die herrschende. In Europa kommt ausser den beiden Gattungen Loranthus und Viscum nur nochdie Gattung Arceuthöbium (A. oxycedri [DC] Bieb., = Razounofskya oxycedri F. W. Schultz auf Juniperusoxycedrus, drupacea und Sabina im Mittelmeergebiet [auch im Küstenland] bis Persien) vor. An Stelle der Blätterfinden sich kleine Schuppen ; die Blüten stehen einzeln, achselständig. Alle Arceuthobien schmarotzen auf Koniferen(mehrere Arten in Nordamerika). A. minutissimum Hook. f. (Himalaya), dessen sehr kleines Stämmchen sich in derRinde vonPinus excelsa verzweigt und nur die kleinen Blüten üb er die Rinde hervortreten lässt, repräsentiert die kleinstedikotyledone Pflanze. Weitaus die Mehrzahl der Loranthaceen sind halbparasitische Sträucher, welche durch ver-schiedenartige Saugorgane mit dem Leitungsgewebe anderer Holzgewächse verbunden sind. Von diesen beziehensie einen Teil ihrer Nahrung, während sie andrerseits durch ihren Chlorophyllgehalt befähigt sind zu assimilieren.Die meisten Loranthaceen können auf mehreren Nährwirten zugleich gedeihen; die Arceuthobien kommen nurauf Koniferen vor. Bisweilen findet man auch Loranthaceen auf Loranthaceen schmarotzend, so Viscum albumauf Loranthus Europaeus, ja sogar auf Viscum auch Viscum selbst etc. Die Sprosse und die Blätter der meistenArten verraten nichts von der parasitischen Lebensweise. Die Laubblätter sind meistens grün, stets einfach und ganz-randig, bei den tropischen Formen gewöhnlich breit, bei den subtropischen (namentlich bei den australischen)schmal bis stielrundlich. Bei verschiedenen Formen von Viscum und Phoradendron sowie bei Arceuthöbiumsind die verdickten und verbreiterten Stengelglieder die Träger der Assimilation. Der Verbindung der Loranthaceenmit den Nährpflanzen ist eine sehr verschiedenartige (vjl. unten!). Bei vielen Arten werden an den Nährpflanzendurch die Parasiten eigentümliche Holz Wucherungen (Hypertrophien) erzeugt, welche als Holzrosen, in Mexiko Rosede ralo, in Guatemala als Rose de Madera bezeichnet werden. Neuerdings hat man in Venezuela verschiedeneLoranthaceen (Struthänthus-, Phoradendron- und Phthirisa-Arten) entdeckt, deren Früchte bedeutende MengenKautschuk enthalten. Dieser hüllt als kompakte Schitht die Samen ein (Warburg, Tropenpflanzer 1905).

1. Laubblätter gelbgrün, lederartig, wintergrüi............Viscum CCXXIV.

1*. Laubblätter dunkelgrün, sommergrün. Auf liehen schmarotzend . . . . Loranthus CCXXV.